Stromsteuer: Rhein fordert Senkung fĂŒr alle auf EU-MindestmaĂ
Veröffentlicht am: 23.10.2026 um 01:00 Uhr | dts-nachrichtenagentur, AD HOC NEWSStreit um die Haushaltsmittel 2027
- Hessens MinisterprĂ€sident Boris Rhein verlangt eine Senkung der Stromsteuer fĂŒr alle auf das europĂ€ische MindestmaĂ.
- Rhein beruft sich auf eine feste Vereinbarung im Koalitionsvertrag.
- Finanzminister Lars Klingbeil sieht trotz 4,1 Milliarden Euro zusÀtzlicher Steuereinnahmen keine neuen SpielrÀume.
Rhein fordert Stromsteuer-Senkung fĂŒr alle
Hessens MinisterprĂ€sident Boris Rhein dringt nach der SteuerschĂ€tzung auf eine unverzĂŒgliche Senkung der Stromsteuer fĂŒr alle. Der CDU-Politiker verlangt, die Abgabe auf das europĂ€ische MindestmaĂ zu reduzieren, und beruft sich dabei auf den Koalitionsvertrag.
Entlastung soll sofort kommen
âIch fordere, die Stromsteuer fĂŒr alle auf das europĂ€ische MindestmaĂ zu senkenâ, sagte Rhein dem âKölner Stadt-Anzeigerâ. Die Menschen brauchten eine spĂŒrbare Entlastung bei den Stromkosten, und zwar jetzt.
Rhein erklĂ€rte, die Senkung sei im Koalitionsvertrag fest vereinbart. Deshalb mĂŒsse der Bund nun auch dazu stehen.
Streit ĂŒber zusĂ€tzliche Einnahmen
Die SteuerschÀtzung hatte ergeben, dass der Bund 2027 mit 4,1 Milliarden Euro mehr Steuern rechnen kann. Finanzminister Lars Klingbeil erklÀrte dazu allerdings, er sehe keine neuen SpielrÀume.
Rhein widerspricht dieser EinschĂ€tzung. âWir mĂŒssen den Spielraum durch die Steuer-Mehreinnahmen auf der einen Seite nutzen, um die Menschen auf der anderen Seite zu entlastenâ, sagte der hessische MinisterprĂ€sident.
Die Forderung von Boris Rhein fĂ€llt in eine breitere Auseinandersetzung innerhalb der Bundesregierung und der LĂ€nder ĂŒber die Finanzierung einer allgemeinen Stromsteuersenkung. Die aktuelle SteuerschĂ€tzung verbessert zwar die Einnahmeerwartungen des Bundes fĂŒr 2027, doch Finanzminister Lars Klingbeil verweist weiterhin auf fehlende zusĂ€tzliche SpielrĂ€ume im Haushalt.
Inhaltlich geht es um die Frage, ob die Stromsteuer nicht nur fĂŒr bestimmte Branchen, sondern auch fĂŒr private Haushalte und alle Unternehmen auf das europĂ€ische MindestmaĂ sinken soll. Eine solche Regelung wĂŒrde die Stromrechnung unmittelbar entlasten, hĂ€tte fĂŒr den Bundeshaushalt aber zugleich dauerhafte Mindereinnahmen zur Folge.
Bund und LĂ€nder unter Druck
Mehrere MinisterprĂ€sidenten haben eine schnelle Umsetzung gefordert. Damit verschiebt sich die Debatte von einer einzelnen LĂ€nderforderung zu einem Konflikt ĂŒber die PrioritĂ€ten des Bundeshaushalts: Die LĂ€nder verweisen auf den politischen Entlastungsauftrag, wĂ€hrend das Bundesfinanzministerium die zusĂ€tzlichen Einnahmen nicht automatisch als frei verfĂŒgbares Geld bewertet.
FĂŒr Verbraucher und Betriebe bleibt entscheidend, ob sich die Koalitionsparteien auf Finanzierung, Umfang und Zeitpunkt einigen. Bis zu einer gesetzlichen Ănderung Ă€ndert sich an der geltenden Stromsteuer zunĂ€chst nichts. Die Mehreinnahmen von 4,1 Milliarden Euro fĂŒr 2027 bilden dabei den zentralen Bezugspunkt der politischen Auseinandersetzung.
Pressespiegel: Einigkeit, Unterschiede und offene Fragen
Der Beitrag verbindet die zusĂ€tzlichen Einnahmeerwartungen mit Klingbeils EinschĂ€tzung, dass daraus kein neuer finanzieller Spielraum fĂŒr eine allgemeine Stromsteuersenkung entsteht. Anders als bei Rhein steht dort die Position des Bundesfinanzministers im Mittelpunkt.
Bayerischer Rundfunk: âMinisterprĂ€sidenten fordern schnelle Senkung der Stromsteuerâ (22.10.2026)
Der Bericht hebt den gemeinsamen Ruf der LĂ€nder nach einer schnellen Senkung fĂŒr alle hervor. Damit bestĂ€tigt er den politischen Druck auf den Bund, wĂ€hrend die konkrete Finanzierung und der Umsetzungstermin offenbleiben.
Ăbergreifend besteht Einigkeit ĂŒber die Forderung nach einer Entlastung bei der Stromsteuer; der zentrale Unterschied liegt in der Bewertung, ob die erwarteten Mehreinnahmen dafĂŒr verwendet werden können.
