Hitzewelle, Klimaforscher

Hitzewelle: Klimaforscher beklagt falsche politische PrioritÀten

Veröffentlicht am: 02.07.2025 um 12:29 Uhr | dts-nachrichtenagentur, AD HOC NEWS

Der Klimaforscher Mojib Latif vom Geomar Helmholtz-Zentrum fĂŒr Ozeanforschung in Kiel hat Kanzler Friedrich Merz und Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche (beide CDU) angesichts der gegenwĂ€rtigen Hitzewelle falsche politische PrioritĂ€ten vorgeworfen.

Trockenes Feld (Archiv) - Bild: ĂŒber dts Nachrichtenagentur
Trockenes Feld (Archiv) - Bild: ĂŒber dts Nachrichtenagentur
"Das ist klimabedingtes Extremwetter", sagte er dem "Redaktionsnetzwerk Deutschland". "Wir erleben neue Rekorde. Ende Juni war es noch nie so heiß wie zuletzt. Die Extreme nehmen zu. Trotzdem haben wir Jahr fĂŒr Jahr, außer wĂ€hrend der Corona-Pandemie, neue HöchststĂ€nde bei den Emissionen. Der französische PrĂ€sident Emmanuel Macron hat gerade die europĂ€ischen Klimaziele infrage gestellt. Und in Deutschland steht Klimaschutz auch nicht mehr oben auf der Tagesordnung. Der Kanzler und die Wirtschaftsministerin sagen stattdessen: Die Wirtschaft muss vorgehen."

Da sehe er im Moment keine gute Entwicklung. "Ja, das ist tatsĂ€chlich verrĂŒckt und eigentlich nicht zu begreifen, besonders wenn man nach SĂŒdeuropa guckt, wo es nicht nur Temperaturen deutlich ĂŒber 30 Grad gibt, sondern sogar deutlich ĂŒber 40 Grad." "Noch heißt es: Die Ökonomie leidet durch Klimaschutz", so Latif. "TatsĂ€chlich ist es umgekehrt: Die Ökonomie profitiert vom Klimaschutz." Ohnehin sei internationale Kooperation "derzeit nicht gerade die Königsdisziplin der Weltpolitik", so der Klimaforscher. "Es geht genau in die umgekehrte Richtung. Die Staaten bekriegen sich, teilweise im wahrsten Sinne des Wortes. Das ist die denkbar schlechteste Voraussetzung fĂŒr Klimaschutz."

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