Klimaforscher: Hochwasser wird mit dem Klimawandel immer hÀufiger
04.01.2024 - 06:14:36"Viele Studien, auch eigene, zeigen, dass mit steigenden globalen Temperaturen auch die Anzahl und IntensitĂ€t von Extremen wie Hochwasser in Deutschland ansteigen", sagt Fred Hattermann vom Potsdam-Institut fĂŒr Klimafolgenforschung (PIK), Arbeitsgruppe Hydroklimatische Risiken.
Eine Ursache fĂŒr das aktuelle Hochwasser seien wahrscheinlich die fĂŒr die Jahreszeit hohen OberflĂ€chentemperaturen des westlichen Atlantiks, die zu hoher Verdunstung und damit auch viel Wasserdampf in der AtmosphĂ€re fĂŒhren, erlĂ€utert Hattermann. Durch die in unseren Breiten vorherrschenden Westwinde seien diese feuchten Luftmassen nach Europa transportiert worden, wo es in Folge einer schnell ĂŒber Mitteleuropa ziehenden Kette von Tiefdruckgebieten im Herbst und Winter zu sehr ergiebigen NiederschlĂ€gen gekommen sei und dann auch zu Hochwasser. "Die Böden wurden mit Wasser gesĂ€ttigt und nehmen dann kaum noch Wasser auf."
Das langjĂ€hrige Mittel der NiederschlĂ€ge in Deutschland habe sich kaum geĂ€ndert. "FĂŒr Deutschland gibt es da keine starken Trends, aber die VariabilitĂ€t der NiederschlĂ€ge steigt", sagt Hattermann. Kurz: Es gibt stĂ€rkere Regen, aber auch lĂ€ngere trockene Zeiten. Das hat laut Hattermann zwei GrĂŒnde. Erstens erwĂ€rme sich durch den Klimawandel die Luft, die dann mehr Wasser aufnehmen könne. "Die Wassermenge pro Kubikmeter Luft ist gestiegen." Das bedeutet zunĂ€chst lĂ€ngere Trockenphasen - und wenn es mal regnet, dann fĂ€llt mehr Wasser auf die Erde.
Zweitens: "Wir haben stabilere GroĂwetterlagen ĂŒber Europa." Das hĂ€nge mit dem Einfluss des Klimawandels auf den Jetstream zusammen, einer Luftströmung ĂŒber dem Nordpolargebiet, wobei die einzelnen ZusammenhĂ€nge noch nicht exakt geklĂ€rt seien. Eine solche Situation habe zum Beispiel zu den lang andauernden Hochdruckwetterlagen wie 2018 oder aber auch im FrĂŒhjahr 2023 gefĂŒhrt. "Ein Hochdruckgebiet dreht sich dabei im Uhrzeigersinn und bringt trockene Luft vom eurasischen Raum nach Deutschland", sagt Hattermann.
"2021 hatten wir ein Tiefdruckgebiet, wo sich der Wind gegen den Uhrzeigersinn drehte und feuchte Luft aus dem Mittelmeerraum nach Deutschland brachte." Das habe 2021 zu den Wassermassen im Ahrtal gefĂŒhrt.

