Hoffenheims, Nationalkeeper

Hoffenheims Nationalkeeper Baumann leitet Leipzig-Sieg ein

Veröffentlicht am: 05.04.2025 um 17:31 Uhr | dpa, AD HOC NEWS

Das HeimdebĂŒt von Interimscoach Zsolt Löw im 300. Leipziger Bundesligaspiel glĂŒckt. Dabei bringen sich die GĂ€ste aus Hoffenheim, fĂŒr die Löw einst spielte, selbst in die Bredouille.

Der von Hoffenheim zum FC Bayern wechselnde Youngster Tom Bischof zÀhlt erstmals zum DFB-Kader. - Bild: Jan Woitas/dpa
Der von Hoffenheim zum FC Bayern wechselnde Youngster Tom Bischof zÀhlt erstmals zum DFB-Kader. - Bild: Jan Woitas/dpa

Nach dem nĂ€chsten groben Fehler von Nationaltorwart Oliver Baumann droht die TSG 1899 Hoffenheim noch tiefer in den Abstiegskampf zu rutschen. BegĂŒnstigt durch den Patzer des 34 Jahre alten Keepers sowie nach mehr als einer Stunde Überzahlspiel hat RB Leipzig seinem Interimscoach Zsolt Löw - einst Profi bei den Kraichgauern - dafĂŒr ein siegreiches HeimdebĂŒt beschert. 

Im 300. Spiel des Sachsen-Clubs in der Fußball-Bundesliga mĂŒhte sich RB zu einem 3:1 (2:1) und stĂ€rkte damit die Hoffnungen auf einen Champions-League-Platz.

RB dreht RĂŒckstand

Nach der frĂŒhen FĂŒhrung der GĂ€ste durch Tom Bischof in der elften Minute, bei der wiederum Leipzigs Keeper Peter Gulacsi Ă€ußerst unglĂŒcklich agierte, sorgte Benjamin Sesko (24.) fĂŒr den Ausgleich. Dessen unplatzierten und wenig wuchtigen Kopfball ließ Baumann durch die Handschuhe rutschen.

Nach einer Roten Karten fĂŒr Leo ØstigĂ„rd wegen einer Notbremse (28.) erhöhte Ridle Baku (43.) vor 44.478 Zuschauern noch vor der Pause. FĂŒr die Entscheidung sorgte der drei Minuten zuvor eingewechselte Yussuf Poulsen (84.). Hoffenheim, auf das noch ein Ă€ußerst anspruchsvolles Restprogramm wartet, vergab damit auch im neunten Versuch nacheinander die Chance auf einen Sieg in Leipzig.

Alle Augen auf den Interimscoach 

Löw nahm schnell noch einen Schluck Wasser vorm Anpfiff zu seinem ersten RB-Heimspiel. Die Fans der Leipziger grĂŒĂŸten allerdings erst mal noch den vergangenen Trainer: «Marco Rose» hallte es laut durch die Red Bull Arena nach dem Anpfiff. Per SpruchbĂ€ndern verneigten sich die AnhĂ€nger vor dem gebĂŒrtigen Leipziger.

Am vergangenen Sonntag hatte sich RB von Rose getrennt. Löw bleibt bis zum Saisonende, ein neuer Coach wird gesucht. Champions League ist das Ziel, Siege mĂŒssen dafĂŒr her. Erst recht musste einer her daheim und gegen die in Leipzig chronisch erfolglosen Hoffenheimer.

TorhĂŒter mit groben Fehlern im Blickpunkt

Doch die ersten Chancen hatten die GÀste: In der dritten Minute scheiterte Bazoumana Touré an Gulacsi, drei Minuten spÀter agierten die Hoffenheimer vor dem Tor der Leipziger nicht konsequent genug. Die erste RB-Gelegenheit: in der zehnten Minute durch KapitÀn Willi Orban. Der Abwehrchef knallte per Drehschuss den Ball aber am Tor vorbei.

Und dann eine Minute spĂ€ter auf der Gegenseite: Gulacsi, im Pokal nicht im Tor, spielte den Ball TourĂ© in die FĂŒĂŸe. Der passte schnell auf Bischof. Dessen Distanzschuss ins lange Eck konnte der RB-Keeper auch nicht parieren - unhaltbar sah er allerdings nicht aus.

Rote Karte fĂŒr Bodycheck-Notbremse

Die Hoffenheimer Mannschaft von Coach Christian Ilzer wirkte zunÀchst entschlossener, williger. Aber Leipzig, vorerst fern vom Elan trotz Pokal-Aus im Halbfinale gegen den VfB Stuttgart, jubelte. Dank Baumann, dem bereits Mitte MÀrz beim 0:1 gegen den FC St. Pauli ein folgenschwerer Patzer unterlaufen war.

Wenn auch fußballerisch nicht auf Genussniveau, passierte auch danach einiges. Nach einem Bodycheck gegen LoĂŻs Openda musste ØstigĂ„rd nach nicht mal einer halben Stunde vom Platz. Das nutzte Leipzig aus, Ridle Baku drosch den Ball ins Hoffenheimer Tor - diesmal war Baumann machtlos.

Leipzig bleibt verwundbar

Was sollte Hoffenheim nun machen? Leipzig hatte sich solide eingespielt und einen Mann mehr auf dem Platz. Aber so richtig viel machten sie auch nicht draus, wirklich zwingende Chancen gab es zunÀchst nicht. Stattdessen war auf einmal der Ball im Leipziger Tor - verursacht durch Castello Lukeba. Vorausgegangen war aber eine knappe Hoffenheimer Abseitsposition, also: kein Treffer.

Und doch zeigte es ebenso wie eine Doppelchance der GĂ€ste in der 70. Minute, wie verwundbar die Leipziger trotz FĂŒhrung, Überzahl und drittem Treffer gegen einen Abstiegskandidaten lange Zeit sind. Und vor allem, dass Löw noch viel Arbeit vor sich hat, um dem neuen Trainer einen Champions-League-Teilnehmer zu ĂŒbergeben.

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