Deutschland, PalÀstinensische Gebiete

Drohnenkrieg erschwert Helfern Zugang zu Notleidenden

Veröffentlicht: 15.07.2026 um 11:10 Uhr, dpa.de

HumanitĂ€re Hilfe wird durch Kampfdrohnen gefĂ€hrlicher: In der Ukraine entstehen laut Diakonie Katastrophenhilfe «Todeszonen». Im Gazastreifen sorgen die unbemannten Flugobjekte fĂŒr stĂ€ndige Angst.

  • Wie irritierend das stĂ€ndige Surren der Drohnen sein kann, hat der Leiter der Diakonie Katastrophenhilfe, Martin Keßler, im palĂ€stinensischen Gazastreifen erlebt. (Symbolbild) - Bild: Ohad Zwigenberg/AP/dpa
    Wie irritierend das stĂ€ndige Surren der Drohnen sein kann, hat der Leiter der Diakonie Katastrophenhilfe, Martin Keßler, im palĂ€stinensischen Gazastreifen erlebt. (Symbolbild) - Bild: Ohad Zwigenberg/AP/dpa
  • Im russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine setzen beide Kriegsparteien Drohnen ein. (Archivfoto) - Bild: Michael Shtekel/AP/dpa
    Im russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine setzen beide Kriegsparteien Drohnen ein. (Archivfoto) - Bild: Michael Shtekel/AP/dpa
  • Mindestens 326 humanitĂ€re Helfer wurden nach UN-Angaben im vergangenen Jahr weltweit getötet. Die meisten Opfer waren im Gazastreifen zu verzeichnen. (Symbolbild) - Bild: Ahmed abudraa/AP/dpa
    Mindestens 326 humanitÀre Helfer wurden nach UN-Angaben im vergangenen Jahr weltweit getötet. Die meisten Opfer waren im Gazastreifen zu verzeichnen. (Symbolbild) - Bild: Ahmed abudraa/AP/dpa
Wie irritierend das stĂ€ndige Surren der Drohnen sein kann, hat der Leiter der Diakonie Katastrophenhilfe, Martin Keßler, im palĂ€stinensischen Gazastreifen erlebt. (Symbolbild) - Bild: Ohad Zwigenberg/AP/dpa Im russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine setzen beide Kriegsparteien Drohnen ein. (Archivfoto) - Bild: Michael Shtekel/AP/dpa Mindestens 326 humanitĂ€re Helfer wurden nach UN-Angaben im vergangenen Jahr weltweit getötet. Die meisten Opfer waren im Gazastreifen zu verzeichnen. (Symbolbild) - Bild: Ahmed abudraa/AP/dpa

Der zunehmende Einsatz von Kampfdrohnen in Kriegsgebieten mag militĂ€risch Vorteile bieten, fĂŒr Helfer und Zivilbevölkerung ist ihr Einsatz aus Sicht der Diakonie Katastrophenhilfe eine zusĂ€tzliche Gefahr und Belastung. In der Ukraine und in Russland, im Sudan, im Nahen Osten und in vielen anderen Regionen «treffen Raketen und Drohnen Wohngebiete, KrankenhĂ€user, Schulen und selbst humanitĂ€re Helferinnen», sagt die PrĂ€sidentin des humanitĂ€ren Hilfswerks der evangelischen Kirchen in Deutschland, Dagmar Pruin. 

Surren der Drohnen erinnert an permanente Gefahr

«Ich habe in Gaza und der Ukraine erlebt, welche Rolle Drohnen zur Überwachung und fĂŒr die KriegsfĂŒhrung spielen. Dieses stĂ€ndige GerĂ€usch vergisst man nicht. Es ist extrem belastend fĂŒr die Zivilbevölkerung und Helfende, weil es permanente Gefahr bedeutet», berichtet Martin Keßler, Leiter der Diakonie Katastrophenhilfe.

«In der Ukraine, da entstehen jetzt Todeszonen», sagt Keßler - humanitĂ€re Helfer seien nun in einem Gebiet von bis zu 30 Kilometern von der Frontlinie entfernt extrem gefĂ€hrdet. «Das heißt, wir kommen nicht mehr an die Menschen heran, die in diesen Zonen leben», fĂŒgt er hinzu. Russland beachte das humanitĂ€re Völkerrecht ohnehin nicht, auch wisse man nie, ob die Entscheidung zum Drohnenangriff im konkreten Fall von einem Menschen getroffen werde oder mittels KĂŒnstlicher Intelligenz.

Dutzende Helfer wurden getötet

Alleine in der Ukraine seien mittlerweile 15 Millionen Menschen auf psychologische UnterstĂŒtzung angewiesen. 2025 wurden laut UN weltweit mindestens 326 humanitĂ€re Helferinnen und Helfer getötet. 

Spenden wichtiger wegen KĂŒrzung öffentlicher Mittel

Die Spenden fĂŒr die Diakonie Katastrophenhilfe blieben 2025 nach Angaben der Organisation mit 29,9 Millionen Euro im Vergleich zu 2024 nahezu gleich. Öffentliche Mittel seien dagegen um rund ein Drittel auf 18 Millionen Euro gesunken. Die Zuwendungen des AuswĂ€rtigen Amts an die Diakonie Katastrophenhilfe hĂ€tten sich mit 9,8 Millionen Euro fast halbiert. Insgesamt standen der Organisation im vergangenen Jahr 65,2 Millionen Euro fĂŒr die Programmarbeit zur VerfĂŒgung.

Gemeinsam mit lokalen, nationalen und internationalen Partnerorganisationen wurden 75 Projekte in 42 LĂ€ndern umgesetzt. Aufgrund der KĂŒrzungen habe man die PrĂ€senz im Jemen reduzieren mĂŒssen. Auch fĂŒr Somalia stĂŒnden nicht genĂŒgend Finanzmittel zur VerfĂŒgung. In beiden LĂ€ndern drohe Hunger.

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