Ilse Aigner: Hagel unterstützt Kandidatur als Bundespräsidentin
Veröffentlicht am: 05.11.2026 um 05:30 Uhr | dpa, AD HOC NEWSBundesversammlung entscheidet im Januar
- Die Bundesversammlung tritt am 30. Januar 2027 in Berlin zusammen.
- CSU-Generalsekretär Martin Huber erwartet für Aigner gute Chancen auf ein starkes Ergebnis im ersten Wahlgang.
- Friedrich Merz will Anfang kommender Woche mit den CDU-Gremien über die Kandidatur beraten.
CDU-Landeschef Hagel unterstützt Aigner
Die Unterstützung für eine Kandidatur von Ilse Aigner als Bundespräsidentin wächst: Baden-Württembergs CDU-Landeschef Manuel Hagel spricht sich für die CSU-Politikerin aus. Auch Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke von der SPD nennt Aigner die „perfekte Kandidatin“.
Hagel wirbt für gemeinsame Kandidatur
Hagel sagte der Deutschen Presse-Agentur in Stuttgart, Aigner habe seine volle Unterstützung als gemeinsame Kandidatin für das Amt der Bundespräsidentin. Sie verbinde Klarheit mit Herzlichkeit und könne angesichts des rauer werdenden politischen Klimas eine zusammenführende Stimme sein.
Bundesversammlung tagt im Januar
Die Bundesversammlung kommt am 30. Januar 2027 in Berlin zusammen, um die Nachfolge von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier zu bestimmen. Die CSU unterstützt Aigners Kandidatur; zudem haben sich mehrere einflussreiche CDU-Politiker, darunter alle drei ostdeutschen CDU-Ministerpräsidenten, für sie ausgesprochen.
Huber erwartet starkes Ergebnis
CSU-Generalsekretär Martin Huber sagte der „Rheinischen Post“, die Unterstützung zeige die hohe Akzeptanz für eine Kandidatin mit guten Chancen auf ein starkes Ergebnis bereits im ersten Wahlgang. Ein solches Ergebnis wäre aus seiner Sicht zugleich ein Signal für die demokratische Mitte.
Merz lässt Namen noch offen
Bundeskanzler und CDU-Chef Friedrich Merz hatte am Montag für eine Frau als Bundespräsidentin plädiert, aber noch keinen Namen genannt. Eine Entscheidung wird Anfang kommender Woche erwartet, wenn sich CDU-Präsidium und Parteivorstand mit der Frage befassen.
Frei nennt weitere mögliche Kandidatinnen
Unionsfraktionschef Thorsten Frei bezeichnete Aigner als hervorragende Personalie, legte sich aber nicht auf sie fest. Zugleich verwies er auf weitere geeignete Frauen, darunter Bundestagspräsidentin Julia Klöckner, Bildungsministerin Karin Prien und die frühere CDU-Chefin Annegret Kramp-Karrenbauer.
Die Bundespräsidentenwahl am 30. Januar 2027 rückt mit den öffentlichen Unterstützungsbekundungen für Ilse Aigner in eine entscheidende Vorphase. Die Bundesversammlung wählt das Staatsoberhaupt in Berlin; für die Union kommt es zunächst darauf an, CDU und CSU auf einen gemeinsamen Vorschlag festzulegen.
Aigner verfügt als bayerische Landtagspräsidentin und frühere Bundesministerin über politische Erfahrung auf Landes- und Bundesebene. Ihre Befürworter verweisen zugleich auf ihre überparteiliche Anschlussfähigkeit. Dass neben CSU- und CDU-Politikern auch ein SPD-Ministerpräsident Zustimmung signalisiert, erhöht den politischen Druck auf die Parteiführungen, sagt aber noch nichts über das Ergebnis der Wahl aus.
Entscheidung der Union steht bevor
Bundeskanzler und CDU-Chef Friedrich Merz hat sich für eine Frau im höchsten Staatsamt ausgesprochen, die Personalfrage aber offengelassen. Die Parteigremien von CDU und CSU müssen deshalb zwischen Aigner und weiteren genannten Bewerberinnen entscheiden und anschließend um Unterstützung über die eigene Koalition hinaus werben.
Für die Wahl ist entscheidend, ob ein Vorschlag bereits im ersten Wahlgang eine breite Mehrheit der Bundesversammlung erreicht. Eine gemeinsame Kandidatur könnte den Abstimmungsprozess bündeln; bis zur offiziellen Nominierung bleibt jedoch offen, welche Personalentscheidung die Unionsspitze trifft.
Pressespiegel: Einigkeit, Unterschiede und offene Fragen
SWR: „CDU-Fraktion in BW will Ilse Aigner als neue Bundespräsidentin“ (04.11.2026)
Der Bericht beschreibt die Unterstützung der baden-württembergischen CDU-Landtagsfraktion für Aigner und ordnet sie als Druck auf Friedrich Merz ein. Damit bestätigt er den wachsenden Rückhalt in der Südwest-CDU, setzt den Schwerpunkt aber stärker auf die innerparteiliche Dynamik.
Der Deutschlandfunk berichtet über Thorsten Freis positive Bewertung Aigners und die Unterstützung aus der CSU sowie von ostdeutschen CDU-Ministerpräsidenten. Zugleich bleibt offen, ob die Union Aigner tatsächlich als gemeinsame Kandidatin nominiert.
Die Berichte stimmen darin überein, dass Aigner parteiübergreifend an Unterstützung gewinnt. Unterschiede liegen vor allem in der Gewichtung: Im Mittelpunkt stehen entweder der Druck auf Merz oder die noch ausstehende Entscheidung über den gemeinsamen Unionsvorschlag.
