Inflation sinkt auf 1,9 Prozent â droht neuer Preisschock?
11.03.2026 - 08:22:05 | dpa.deMit 1,9 Prozent ist die Teuerung in Deutschland im Februar wieder unter die Marke von zwei Prozent gesunken. Doch die Sorge ist groĂ, dass der Iran-Krieg nicht nur kurzfristig die Ăl- und Gaspreise nach oben treibt, sondern auch die Inflation. Dabei spielt nach EinschĂ€tzung von Ăkonomen die Dauer des Krieges eine entscheidende Rolle.Â
Bisher rechneten Volkswirte damit, dass die Inflationsrate in Deutschland im Gesamtjahr knapp ĂŒber der Zwei-Prozent-Marke liegen wird. Das könnte sich Ă€ndern, wenn der Iran-Krieg sich ĂŒber Monate hinzieht und die Ălpreise lĂ€ngere Zeit erhöht bleiben. Denn das treibt die Kosten fĂŒr Unternehmen und Verbraucher. Infolge des Iran-Kriegs könnten zudem die Lebensmittelpreise aus Sicht von Handelsforschern zumindest kurzfristig wieder stĂ€rker anziehen, weil Logistik und Energie teurer werden.
Lebensmittelpreise im Februar weniger stark gestiegen
Im Februar verteuerten sich Waren und Dienstleistungen in Deutschland nach Angaben des Statistischen Bundesamtes insgesamt wieder etwas weniger als im Januar, der eine Inflationsrate von 2,1 Prozent gebracht hatte.
Der Preisauftrieb bei Lebensmitteln lieĂ im Februar deutlich auf 1,1 Prozent nach. Allerdings haben Corona-Pandemie und Ukraine-Krieg nachhaltig fĂŒr Preissteigerungen im Supermarkt gesorgt: Nach Angaben der Bundesanstalt fĂŒr Landwirtschaft und ErnĂ€hrung (BLE) sind die Preise fĂŒr Nahrungsmittel in Deutschland zwischen 2021 und 2025 um fast 32 Prozent gestiegen.
Droht ein neuer Energiepreisschock?
Energie war im Februar sogar 1,9 Prozent gĂŒnstiger als ein Jahr zuvor. Doch lĂ€ngst ist der Krieg im Nahen Osten an den ZapfsĂ€ulen in Deutschland angekommen: Benzin und Diesel kosteten zuletzt mehr als zwei Euro pro Liter.
Zu Wochenbeginn kostete ein Fass (159 Liter) Rohöl der Nordsee-Marke Brent zeitweise fast 120 Dollar. Damit kletterte der Preis auf den höchsten Stand seit dem Sommer 2022, gab dann aber wieder etwas nach.
Dienstleistungen bleiben Preistreiber
Ein Preistreiber in Deutschland sind seit Monaten Dienstleistungen. Sie verteuerten sich im Februar wie im Januar um 3,2 Prozent ĂŒberdurchschnittlich.Â
Je höher die Inflation, umso geringer die Kaufkraft der Menschen: Sie können sich fĂŒr einen Euro dann weniger leisten. Von Januar auf Februar des laufenden Jahres stiegen die Verbraucherpreise in Europas gröĂter Volkswirtschaft Deutschland um 0,2 Prozent, wie die Wiesbadener Statistiker bestĂ€tigten.
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