DFB-Pokal, RB Leipzig

Pokaltriumph dank Nkunku: RB gewinnt Finale gegen Frankfurt

03.06.2023 - 22:00:03 | dpa.de

Im intensiven Pokalfinale hat Eintracht Frankfurt die Überzahl auf den RĂ€ngen. Auf dem Platz sorgt der Leipziger Unterschiedsspieler Christopher Nkunku fĂŒr die Entscheidung.

  • Christopher Nkunku brachte RB in FĂŒhrung. - Foto: Jan Woitas/dpa
    Christopher Nkunku brachte RB in FĂŒhrung. - Foto: Jan Woitas/dpa
  • Die Leipziger konnten den Titel im DFB-Pokal erfolgreich verteidigen. - Foto: Jan Woitas/dpa
    Die Leipziger konnten den Titel im DFB-Pokal erfolgreich verteidigen. - Foto: Jan Woitas/dpa
  • FĂŒr die Eintracht ist der Titeltraum hingegen geplatzt. - Foto: Arne Dedert/dpa
    FĂŒr die Eintracht ist der Titeltraum hingegen geplatzt. - Foto: Arne Dedert/dpa
  • Dominik Szoboszlai (r) sorgte mit seinem Tor zum 2:0 fĂŒr den Endstand. - Foto: Sören Stache/dpa
    Dominik Szoboszlai (r) sorgte mit seinem Tor zum 2:0 fĂŒr den Endstand. - Foto: Sören Stache/dpa
  • Starke Rauchentwicklung sorgte fĂŒr einen verspĂ€teten Anpfiff der zweiten Halbzeit. - Foto: Arne Dedert/dpa
    Starke Rauchentwicklung sorgte fĂŒr einen verspĂ€teten Anpfiff der zweiten Halbzeit. - Foto: Arne Dedert/dpa
  • Eintracht-KapitĂ€n Sebastian Rode (r) geht gegen den Leipziger Konrad Laimer ins Tackling. - Foto: Arne Dedert/dpa
    Eintracht-KapitÀn Sebastian Rode (r) geht gegen den Leipziger Konrad Laimer ins Tackling. - Foto: Arne Dedert/dpa
  • Leipzigs Timo Werner (r) kommt zum Abschluss, kann die Chance aber nicht verwerten. - Foto: Sören Stache/dpa
    Leipzigs Timo Werner (r) kommt zum Abschluss, kann die Chance aber nicht verwerten. - Foto: Sören Stache/dpa
  • Frankfurts Philipp Max (vorne) im Kopfballduell mit Leipzigs Christopher Nkunku. - Foto: Sören Stache/dpa
    Frankfurts Philipp Max (vorne) im Kopfballduell mit Leipzigs Christopher Nkunku. - Foto: Sören Stache/dpa
  • Die Leipziger konnten den Titel im DFB-Pokal erfolgreich verteidigen. - Foto: Tom Weller/dpa
    Die Leipziger konnten den Titel im DFB-Pokal erfolgreich verteidigen. - Foto: Tom Weller/dpa
  • Leipziger Spieler stĂŒrmen nach dem Abpfiff auf Matchwinner Christopher Nkunku (M, oben) zu. - Foto: Sören Stache/dpa
    Leipziger Spieler stĂŒrmen nach dem Abpfiff auf Matchwinner Christopher Nkunku (M, oben) zu. - Foto: Sören Stache/dpa
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Nach dem Schlusspfiff stĂŒrmten nahezu alle Leipziger Spieler auf Christopher Nkunku zu, auch Trainer Marco Rose herzte den Pokal-Helden freudestrahlend.

Oliver Glasner musste dagegen seine buchstĂ€blich am Boden liegenden Frankfurter aufbauen, ein weiterer Titel zum Abschied bei Eintracht Frankfurt blieb dem Coach verwehrt. Vor allem, weil Nkunku in seinem sehr wahrscheinlich letzten Spiel fĂŒr RB am Ende zur Höchstform aufgelaufen und beim 2:0 (0:0) im DFB-Pokalfinale mit dem FĂŒhrungstor (71. Minute) und der Vorlage zum Treffer von Dominik Szoboszlai (85.) zum Matchwinner avanciert war.

Den Pokal bekam aber KapitĂ€n Willi Orban von BundesprĂ€sident Frank-Walter Steinmeier ĂŒberreicht. Als der Ungar die TrophĂ€e um 22:17 Uhr im Konfettiregen in die Höhe stemmte, pfiffen zehntausende Eintracht-Fans lautstark.

Eberl: «Lasse mich treiben heute Nacht»

«Momentan ist man ein StĂŒck ĂŒberwĂ€ltigt», sagte Sportdirektor Max Eberl bei Sky: «Ich bin einer, der eher still feiert, aber ich genieße es sehr. Ich lasse mich treiben heute Nacht.» Ein Sonderlob fĂŒr Nkunku wollte Eberl aber nicht aussprechen: «Am Ende entscheidet immer einer, der die Tore macht. Aber die ganze Mannschaft hat hart gearbeitet.» Auf die Frage, ob der französische Nationalspieler im Sommer wie erwartet zum FC Chelsea wechselt, antwortete der Manager schmunzelnd: «Es könnte sein.»

Vor 74.322 Fans im Berliner Olympiastadion fĂ€lschte der Frankfurter Evan Ndicka den Schuss von Nkunku beim 0:1 unglĂŒcklich ab. Beim zweiten Tor bewies Nkunku eine gute Übersicht. Sein Tor und sein Assist genĂŒgten in dem keineswegs hochklassigen Finale fĂŒr ein traumhaftes Adieu.

«Es ist einfach geil. Wir freuen uns riesig. Jetzt gilt es, das zu genießen», sagte Konrad Laimer, der den Club nach der Saison ebenfalls verlĂ€sst. Der Frankfurter Sebastian Rode war dagegen sichtlich geknickt: «In so einem Finale entscheiden Kleinigkeiten und auch etwas GlĂŒck.» Die EnttĂ€uschung bei Glasner hielt sich in Grenzen: «Wenn wir mit Leipzig auf Augenhöhe agieren können, ist das eine Auszeichnung fĂŒr meine Mannschaft. Deswegen ĂŒberwiegt der Stolz.»

Frankfurt auf den RĂ€ngen deutlich in der Überzahl

In dem emotional aufgeladenen Duell zwischen hessischer Tradition und sĂ€chsischer Moderne waren es vorwiegend die Eintracht-Fans, die fĂŒr eine Final-AtmosphĂ€re sorgten. Vom Theodor-Heuss-Platz zogen die Frankfurter schließlich zum Stadion, wo sie mit etwa 40.000 Fans deutlich in der Überzahl waren.

Auf der EhrentribĂŒne ließ sich naturgemĂ€ĂŸ die Prominenz blicken. Bundestrainer Hansi Flick nahm neben DFB-Sportdirektor Rudi Völler und EM-Turnierdirektor Philipp Lahm Platz. Innenministerin Nancy Faeser, glĂŒhende Eintracht-AnhĂ€ngerin und am Vorabend bereits auf dem Empfang des Clubs, war ebenso wie BundesprĂ€sident Steinmeier zugegen.

Werner und Kolo Muani verpassen erste Chancen

WĂ€hrend die Sympathien auf den RĂ€ngen klar verteilt waren, boten die Hauptdarsteller weiter unten ein ebenso intensives wie ausgeglichenes Spiel. Leipzig wurde der höhere Ballbesitz gegönnt, doch Frankfurt hielt mit einer enormen Laufbereitschaft, beeindruckender Kompaktheit und einem engagierten Verschieben dagegen. Timo Werner (4.), der im Abschlusstraining noch umgeknickt und fĂŒr die Startelf fraglich war, hatte nach einem Konter frĂŒh die FĂŒhrung auf dem Fuß. Doch sein Abschluss war ebenso drucklos wie unplatziert.

Auf der anderen Seite hatte die Eintracht im ersten Abschnitt ebenfalls einen Torabschluss. Der enorm prĂ€sente Randal Kolo Muani (16.) traf nach einer wunderbaren Einzelaktion jedoch nur das Außennetz. Der von Bayern MĂŒnchen umworbene Angreifer war zunĂ€chst der auffĂ€lligste Akteur. Auch von Leipzigs Nkunku wurden große Dinge erwartet. Doch der TorschĂŒtzenkönig der Bundesliga hing zunĂ€chst komplett in der Luft, blieb immer wieder am Frankfurts 39 Jahre altem Abwehrchef Makoto Hasebe hĂ€ngen.

Partie intensiv, aber nicht hochklassig

Der zweite Abschnitt begann mit einigen Minuten Verzögerung, da AnhĂ€nger beider Clubs die eigenen PyrotechnikbestĂ€nde zum Saisonabschluss leerten. Das Spiel ging spannend und intensiv weiter - war aber keinesfalls hochklassig. Die Trainer Marco Rose und Glasner standen nahezu permanent am Rande ihrer Coaching Zone, fĂŒtterten ihre Profis mit Anweisungen. Nach einer guten Stunde hatte Geburtstagskind Mario Götze einen Geistesblitz, er schickte Kolo Muani - doch der entschied sich im Strafraum gegen einen Abschluss und sein Pass blieb hĂ€ngen.

Rose reagierte als erster Coach, brachte Yussuf Poulsen fĂŒr Werner. Der Leipziger Pokalspezialist (12 Tore/16 Vorlagen in 32 Spielen) sollte in der Frankfurter Abwehr endlich fĂŒr mehr Unruhe sorgen. Doch die erste Großchance hatte Götze (64.): Den Volley des Ex-Weltmeisters wehrte RB-TorhĂŒter Janis Blaswich gerade noch zur Ecke ab. Glasner verĂ€nderte nun auch die Statik des Frankfurter Spiels, brachte den offensiveren Jesper Lindström fĂŒr Sebastian Rode. Noch in derselben Minute traf Nkunku. Frankfurt drĂ€ngte auf den Ausgleich, Leipzig konterte erfolgreich.

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