EU-Staaten, Abgabe

EU-Staaten wollen Abgabe auf Billig-Pakete

27.06.2025 - 14:50:06

Im Kampf gegen eine Flut von Billigprodukten wollen die EU-LĂ€nder eine Abgabe auf PĂ€ckchen aus LĂ€ndern außerhalb der EuropĂ€ischen Union einfĂŒhren.

Wie hoch diese ausfallen soll, wurde zunĂ€chst nicht mitgeteilt. Die vorgeschlagene Maßnahme ist Teil einer Reform der Zollunion, mit der unter anderem bislang zollfreie, gĂŒnstige Waren aus Drittstaaten abgabepflichtig werden sollen.

Deutschland hat sich bei Beratungen mit den anderen EU-Staaten bereits grundsĂ€tzlich fĂŒr Änderungen starkgemacht. "Wir mĂŒssen faire Wettbewerbsbedingungen sicherstellen und damit auch ArbeitsplĂ€tze schĂŒtzen", sagte Finanzminister Lars Klingbeil (SPD) jĂŒngst am Rande eines Treffens mit seinen EU-Amtskollegen in Luxemburg.

Die Bundesregierung wolle bei den Beratungen sehr deutlich machen, dass ĂŒber "Ramsch-Produkte" aus China, Dumpingpreise und ÜberkapazitĂ€ten gesprochen werden mĂŒsse. "Solche Handelspraktiken schaden Deutschland, sie schaden Unternehmen in Deutschland und sie schaden Unternehmen in Europa." Bevor neue Regeln in Kraft treten können, muss noch ein endgĂŒltiger Kompromiss mit dem Europaparlament gefunden werden.

Kommission hatte bereits Reform vorgeschlagen

Vor rund zwei Jahren hatte die EU-Kommission eine entsprechende Reform vorgeschlagen. Ihrem Willen nach sollen zahlreiche Waren unter 150 Euro zollpflichtig werden. Bislang muss kein Zoll gezahlt werden, wenn der Warenwert unter 150 Euro liegt - Ausnahmen gibt es laut Kommission nur wenige - etwa fĂŒr Tabak oder ParfĂŒm. Bislang profitieren etwa große Online-MarktplĂ€tze aus Fernost - wie Temu und Shein - von der Zollfrei-Regel.

Online-Handel hat in den vergangenen Jahren zu einer stark gestiegenen Anzahl von Lieferungen kleiner Warenpakete mit geringem Wert in die EU gefĂŒhrt. Laut EU-Kommission sind 2024 tĂ€glich rund zwölf Millionen Pakete in der EU angekommen - deutlich mehr als in den beiden Vorjahren.

Die Vorsitzende des Binnenmarktausschusses im EU-Parlament, Anna Cavazzini, hofft, dass der Zoll durch die Reform wieder besser aufgestellt ist und besser kontrollieren kann. "Giftige TeddybĂ€ren oder Feuermelder, die kein Feuer entdecken, haben es damit schwerer, direkt in den Kinder- und Wohnzimmern zu landen", so die GrĂŒnen-Abgeordnete.

@ dpa.de