Esken, Frauen

Esken will mehr Frauen als MĂ€nner aus der SPD im Kabinett

15.04.2025 - 15:32:57

Im neuen Bundestag betrĂ€gt der Frauenanteil nicht mal ein Drittel. Im Kabinett soll das anders werden. Die SPD-Chefin fordert ParitĂ€t - und rechnet vor, was das aus ihrer Sicht fĂŒr die SPD bedeutet.

SPD-Chefin Saskia Esken hat sich dafĂŒr ausgesprochen, dass die SPD mehr Frauen als MĂ€nner in das neue Bundeskabinett schickt. In einem Interview der Deutschen Presse-Agentur forderte sie, dass vier der sieben SPD-Posten von Frauen besetzt werden. «Frauen stellen die HĂ€lfte der Bevölkerung und wir wollen auch, wie wir manchmal sagen, nicht nur den halben Kuchen, sondern die halbe BĂ€ckerei.» Auf die Frage, ob das vier Posten fĂŒr die SPD-Frauen bedeuten wird, sagte sie: «Wenn man rechnen kann, ja, dann kommt man auf vier.»

Damit geht Esken sogar ĂŒber das hinaus, was die Vorsitzende der Arbeitsgemeinschaft der SPD-Frauen, Maria Noichl, vor wenigen Tagen gefordert hat. Sie verlangte im «Tagesspiegel» drei Posten und begrĂŒndete das damit, dass mit Josephine Ortleb schon eine Frau VizeprĂ€sidentin des Bundestags geworden ist. «Meine Rechnung ist ganz klar: Die SPD muss mindestens drei Frauen als Ministerinnen benennen – und keine weniger», sagte Noichl.

Esken will ParitÀt im gesamten Kabinett

Esken betonte, dass das Gleichgewicht zwischen MĂ€nnern und Frauen nicht auf die SPD-Posten beschrĂ€nkt bleiben dĂŒrfe. «Unser Ziel muss es ja sein, im gesamten Kabinett und in der Politik insgesamt ParitĂ€t herzustellen», sagte sie. 

Bisher hat es noch nie eine neu gebildete Bundesregierung mit genauso vielen Frauen wie MĂ€nnern gegeben. Der inzwischen nur noch geschĂ€ftsfĂŒhrende Kanzler Olaf Scholz (SPD) hatte sich das 2021 zwar zum Ziel gesetzt, den Anspruch aber nicht ganz erfĂŒllt. Unter den 17 Kabinettsmitgliedern waren ursprĂŒnglich neun MĂ€nner und acht Frauen, wobei die ungerade Zahl auch keine exakte Gleichverteilung möglich machte.

Merz hat noch keine klare Ansage gemacht 

Da nun ein Ministerium hinzukommt, wÀre ParitÀt mit jeweils neun Frauen und neun MÀnner erreicht. Der designierte Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) hat bisher aber nur versprochen, dass der Anteil der Frauen bei der Besetzung der Unions-Posten im Kabinett höher sein werde als im Bundestag. Dort liegt er unter den CDU-Abgeordneten bei 22,1 Prozent und in den Reihen der CSU bei 25 Prozent. Bei der SPD sind es 41,7 Prozent. Im gesamten Bundestag ist der Frauenanteil unter ein Drittel gesunken.

Der Sozialverband forderte ParitĂ€t nicht nur bei den Top-Posten im Kabinett. Auch bei den StaatssekretĂ€rinnen und StaatssekretĂ€ren und den Beauftragten der Bundesregierung mĂŒsse auf die Gleichstellung geachtet werden, forderte die Vorstandsvorsitzende Michaela Engelmeier. «ParitĂ€t darf kein wohlklingendes Ziel bleiben. Eine mutige Gleichstellungspolitik ist keine Nebensache, sondern ein zentraler Beitrag fĂŒr soziale Gerechtigkeit, wirtschaftlichen Fortschritt und demokratische StabilitĂ€t.»

Esken schweigt zu ihren Ambitionen

Esken selbst hat sich noch nicht zu der Frage geĂ€ußert, ob sie einen Posten im Kabinett anstrebt. Als gesetzt gilt auf der SPD-Seite bisher nur Boris Pistorius als Verteidigungsminister. Als Vizekanzler und Finanzminister wird Parteichef Lars Klingbeil gehandelt. Dann bliebe nach der Rechnung Eskens nur noch ein weiterer Kabinettsposten fĂŒr einen SPD-Mann.

Von den SPD-Frauen sind die bisherigen Ministerinnen Nancy Faeser und Svenja Schulze sowie die frĂŒhere ParlamentsprĂ€sidentin BĂ€rbel Bas und die Bundestagsabgeordnete Sonja Eichwede fĂŒr Kabinettsposten im GesprĂ€ch. Auch die bisherige Parlamentarische GeschĂ€ftsfĂŒhrerin Katja Mast wurde in einzelnen Medien als Kandidatin genannt. Abgewunken hat dagegen Manuela Schwesig, die MinisterprĂ€sidentin in Mecklenburg-Vorpommern bleiben will.

@ dpa.de