Demokratische Republik Kongo, Uganda

Zahl mutmaßlicher Ebola-Toter steigt auf ĂŒber 200

24.05.2026 - 04:00:15 | dpa.de

Im Osten der Demokratischen Republik Kongo steigt die Zahl der Ebola-VerdachtsfĂ€lle weiter an. Die Angst vor einer weiteren Ausbreitung des Ausbruchs ist groß.

Gewalt und Unsicherheit behindern die BekÀmpfung der Epidemie. - Foto: Moses Sawasawa/AP/dpa
Gewalt und Unsicherheit behindern die BekÀmpfung der Epidemie. - Foto: Moses Sawasawa/AP/dpa

Bei dem Ebola-Ausbruch in der Demokratischen Republik Kongo steigt die Zahl der Todesopfer weiter an. Nach Angaben der kongolesischen Regierung wurden seit Beginn des Ausbruchs 867 VerdachtsfÀlle gemeldet, von denen 204 Erkrankte verstorben sind. Das sind mehr als 100 Infektionen und gut 30 TodesfÀlle mehr als noch am Vortag.

Im Labor bestĂ€tigt wurden bislang 91 Infektionen, darunter 10 mit tödlichem Verlauf. Im Nachbarland Uganda sind bislang fĂŒnf weitere bestĂ€tigte FĂ€lle bekannt, die mit dem Ausbruch im Ostkongo in Zusammenhang stehen. Zahlen zu VerdachtsfĂ€llen veröffentlicht das Land nicht.

Zahl der FÀlle wahrscheinlich deutlich höher

Die Weltgesundheitsorganisation geht davon aus, dass die tatsÀchliche Fallzahl deutlich höher liegt, weil der Ausbruch im Ostkongo wochenlang unbemerkt blieb und nicht alle FÀlle gemeldet werden. HÀufungen von ungeklÀrten TodesfÀllen wurden bereits vorher untersucht. 

Drei freiwillige Rotkreuz-Helfer hÀtten sich wahrscheinlich schon am 27. MÀrz infiziert, als sie in der kongolesischen Provinz Ituri mit Toten in Kontakt gekommen seien, teilte die Föderation der Rotkreuz- und Rothalbmondgesellschaften (IFRC) in Genf mit. 

Sie seien in einer anderen humanitÀren Angelegenheit im Einsatz gewesen - also bevor bekannt wurde, dass das Ebola-Virus grassiert. Sie starben den Angaben zufolge am 5., 15. und 16. Mai. Da es sich bei dem aktuellen Ausbruch aber um den seltenen Bundibugyo-Typ des Ebola-Virus handelt, wurde der Erreger mit herkömmlichen Tests zunÀchst nicht bestÀtigt. 

Ausbruch blieb wochenlang unentdeckt

Bislang war die frĂŒheste bekannte Infektion des aktuellen Ausbruchs ein Mann aus dem Kongo, der am 24. April mit Symptomen behandelt und drei Tage spĂ€ter gestorben war. Die ersten Ebola-FĂ€lle waren erst am 15. Mai im Labor bestĂ€tigt worden. Am 17. Mai erklĂ€rte die Weltgesundheitsorganisation (WHO) eine gesundheitliche Notlage von internationaler Tragweite. Zu diesem Zeitpunkt gab es bereits mehr als 240 bekannte mutmaßliche Infektionen.

Der Ausbruch grassierte damit wochenlang unbemerkt in Ituri, einer mehr als 1.500 Kilometer Luftlinie von der Hauptstadt Kinshasa entfernten Provinz an der Grenze zu Uganda und zum SĂŒdsudan. Dort leben nach UN-Angaben schĂ€tzungsweise acht Millionen Menschen, darunter fast eine Million BinnenflĂŒchtlinge. Mehrere Milizen ĂŒben dort Gewalt aus, zudem gehen in dem rohstoffreichen Bergbaugebiet viele Arbeiter und HĂ€ndler in der Grenzregion ein und aus.

Bislang weder Impfung noch Therapie fĂŒr seltene Ebola-Variante

Ebolafieber ist eine ansteckende und lebensbedrohliche Infektionskrankheit. Der aktuelle Ausbruch ist besonders schwer einzudĂ€mmen, weil es fĂŒr den seltenen Bundibugyo-Typ weder einen Impfstoff noch eine spezielle Therapie gibt. 

Die WHO betrachtet das Risiko einer Ansteckung im Kongo als sehr hoch, in der Region als hoch, weltweit aber als gering. Ebola ĂŒbertrĂ€gt sich anders als etwa das Coronavirus nicht durch Tröpfchen in der Luft, sondern durch engen Kontakt mit KörperflĂŒssigkeiten eines Infizierten.

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