Israel, PalÀstinensergebiete

Stegner fĂŒr Entsendung deutscher Ärzte nach Gaza

23.09.2025 - 12:24:07

Im Ringen der Bundesregierung um eine gemeinsame Position zum Umgang mit Israels hartem militÀrischen Vorgehen im Gazakrieg kommt aus der SPD ein neuer Vorschlag.

Der Außenpolitiker Ralf Stegner, AnhĂ€nger des linken ParteiflĂŒgels, plĂ€diert dafĂŒr, dass Deutschland Ärzte in den Gazastreifen entsendet, um vom Hungertod bedrohten Menschen zu helfen. Stegner sagte dem Focus, dass man darauf hinarbeiten sollte, dass im Gazastreifen intensivmedizinische Hilfe geleistet werde. "Das mĂŒssen wir notfalls erzwingen."

Das könne ein Weg sein, als Deutschland ein Zeichen zu setzen. "Zwischen einer sofortigen Anerkennung PalĂ€stinas und weiterem Abwarten gibt es einen Weg." Die Koalition aus CDU, CSU und SPD berĂ€t aktuell, wie sich Berlin international positioniert. Immer mehr westliche Partner wenden sich gegen Israels aggressive KriegsfĂŒhrung im Gazastreifen. Nach Großbritannien und Kanada hat jetzt auch Frankreich PalĂ€stina als Staat anerkannt. Auf Deutschland wĂ€chst der Druck, ebenfalls Stellung zu beziehen. WĂ€hrend es in der Union starke Strömungen gibt, Israel trotz deutlicher Kritik auch aus den eigenen Reihen im Gazakrieg nicht zu schwĂ€chen, verlangt ein mĂ€chtiger FlĂŒgel innerhalb der SPD, der Regierung in Tel Aviv Grenzen aufzuzeigen. Dieser spricht sich auch offen fĂŒr weitreichende Sanktionen gegen Israel aus. Die Spitzen von Union und SPD sind aber offenbar einig darin, derzeit bei einer Anerkennung PalĂ€stinas nicht mitzugehen. "Um die Hungerkatastrophe einzudĂ€mmen und Leben zu retten, reicht es nicht mehr aus, nur Nahrung zu liefern", sagte Stegner. Berlin könnte beispielsweise das Technische Hilfswerk (THW) um UnterstĂŒtzung bitten und sich an die Spitze einer internationalen Hilfsoperation setzen. "Es geht um einen konkreten Weg zum Frieden." Dieser mĂŒsste Stegner zufolge dann auch einen Waffenstillstand, die Beendigung der humanitĂ€ren Katastrophe in Gaza, Geiselfreilassungen und ein Ende der illegalen Siedlungspolitik umfassen. Das Ziel mĂŒsse eine "international abgesicherte Zwei-Staaten-Lösung" sein.

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