BundesĂ€rztekammer fĂŒr neue Organspenderegeln
29.01.2025 - 06:08:41 | dpa.deDie EinfĂŒhrung einer Widerspruchslösung könne "zu einem echten MentalitĂ€tswandel in der Bevölkerung beitragen", heiĂt es in einer schriftlichen Stellungnahme fĂŒr eine Anhörung am Mittwoch im Bundestag. Dies könne die Diskrepanz zwischen einer hohen grundsĂ€tzlichen Spendebereitschaft und niedrigen Spenderzahlen verringern. Dabei bleibe die individuelle Entscheidungsfreiheit gewahrt.
Eine fraktionsĂŒbergreifende Abgeordnetengruppe hatte im Dezember einen Gesetzentwurf in den Bundestag eingebracht, um die Widerspruchsregelung einzufĂŒhren. Damit wĂŒrden alle als Spender gelten - auĂer, man widerspricht. Derzeit sind Organentnahmen nur mit ausdrĂŒcklicher Zustimmung zulĂ€ssig. Ob es noch vor der Neuwahl am 23. Februar zu einer Abstimmung kommt, ist ungewiss. Auch der Bundesrat macht sich fĂŒr eine Widerspruchslösung stark.
Die Bundesvereinigung Lebenshilfe spricht sich in ihrer Stellungnahme fĂŒr die Anhörung im Gesundheitsausschuss des Bundestags dagegen aus. Man setze damit nicht auf eine positive Entscheidung fĂŒr eine Spende, sondern nehme fehlende AktivitĂ€t oder Nichtwissen von Menschen in Kauf. Es stehe zu befĂŒrchten, "dass das Vertrauen in die Transplantationsmedizin weiter beschĂ€digt wird und die Spendebereitschaft sinkt, statt zu steigen".
PatientenschĂŒtzer warnen vor "ethischem Ausverkauf"
Die Deutsche Stiftung Patientenschutz forderte einen Verzicht auf eine Neuregelung der Organspende vor der Bundestagswahl zu verzichten. "Am Ende der Legislaturperiode darf es keinen ethischen Ausverkauf geben", sagte Stiftungsvorstand Eugen Brysch dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND). Es sei ein Irrglaube, dass allein die Widerspruchslösung zu signifikant mehr Organspenden fĂŒhre. Die EinfĂŒhrung der Widerspruchslösung wĂ€re zudem ein erheblicher Eingriff in die körperliche Unversehrtheit, warnte Brysch.
Leichter RĂŒckgang bei Organspenden 2024
Organe wie Nieren, Lebern oder Herzen fĂŒr schwer kranke Patienten werden seit Jahren dringend benötigt. Im vergangenen Jahr gaben 953 Menschen nach dem Tod ein Organ oder mehrere Organe fĂŒr andere frei - nach 965 im Jahr 2023, wie die koordinierende Deutsche Stiftung Organtransplantation ermittelte. Zugleich standen Ende 2024 knapp 8.300 Menschen auf Wartelisten.
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