FlughÀfen, Kitas

FlughÀfen und Kitas - Verdi zeigt die Warnstreik-Muskeln

07.03.2025 - 15:46:22

Im Tarifstreit des öffentlichen Diensts zĂŒndet Verdi die nĂ€chste Eskalationsstufe. Nach KindergĂ€rten, KrankenhĂ€usern und sozialen Einrichtungen sollen am Montag die FlughĂ€fen lahmgelegt werden.

  • Am Frankfurter Flughafen ist ein Warnstreik der BeschĂ€ftigten im öffentlichen Dienst angekĂŒndigt.  - Foto: Boris Roessler/dpa

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  • Verdi organisiert große Warnstreiks. - Foto: Sebastian Kahnert/dpa

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  • Frauen im Mittelpunkt: Verdi verlangt mehr Geld.  - Foto: Bernd Thissen/dpa

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Am Frankfurter Flughafen ist ein Warnstreik der BeschĂ€ftigten im öffentlichen Dienst angekĂŒndigt.  - Foto: Boris Roessler/dpaVerdi organisiert große Warnstreiks. - Foto: Sebastian Kahnert/dpaFrauen im Mittelpunkt: Verdi verlangt mehr Geld.  - Foto: Bernd Thissen/dpa

Im Tarifkonflikt des öffentlichen Dienstes erhöht die Gewerkschaft Verdi noch einmal den Druck. Nach Aktionen in Sozialstationen, KrankenhĂ€usern oder bei der MĂŒllabfuhr sind an diesem Montag (10. MĂ€rz) elf grĂ¶ĂŸere FlughĂ€fen in Deutschland Zielscheibe eines ganztĂ€gigen Warnstreiks. Der Flugverkehr wird in weiten Teilen zum Erliegen kommen: Nach einer ersten SchĂ€tzung des Flughafenverbands ADV fallen voraussichtlich mehr als 3.400 FlĂŒge aus und rund 510.000 Passagiere können ihre Reisen nicht wie geplant antreten.

Zum Warnstreik an den FlughĂ€fen hat Verdi die BeschĂ€ftigten des öffentlichen Dienstes und der Bodenverkehrsdienste aufgerufen, die ĂŒblicherweise die Flugzeuge reinigen, beladen und betanken. Betroffen sind die FlughĂ€fen MĂŒnchen, Stuttgart, Frankfurt, Köln/Bonn, DĂŒsseldorf, Dortmund, Hannover, Bremen, Hamburg, Berlin-Brandenburg und Leipzig-Halle. Hintergrund ist der Tarifstreit mit Bund und Kommunen, in dem am Freitag, dem 14. MĂ€rz, die nĂ€chste Verhandlungsrunde ansteht.

Frauen im Mittelpunkt

Auch die Warnstreiks in anderen Bereichen des öffentlichen Dienstes sollen weitergehen. Am Freitag hatte die Gewerkschaft vor allem weiblich dominierte Berufsgruppen zur Arbeitsniederlegung aufgerufen. Kitas, Jugend- und SozialÀmter wurden ebenso bestreikt wie Kliniken, Pflegeheime und soziale Einrichtungen. Mindestens 30.000 BeschÀftigte beteiligten sich nach Gewerkschaftsangaben an Kundgebungen und anderen Aktionen. 

 

Konkreter Anlass der Frauen-Proteste sind laut Verdi der sogenannte Equal Pay Day am 7. MĂ€rz sowie der Internationale Frauentag am 8. MĂ€rz. «Der Streiktag am Equal Pay Day / Frauentag ist ein deutliches Signal fĂŒr mehr Lohngerechtigkeit und bessere Arbeitsbedingungen in den sozialen (Frauen-) Berufen im öffentlichen Dienst und eine Reaktion der BeschĂ€ftigten darauf, dass es auch in der zweiten Verhandlungsrunde kein Angebot gab», erklĂ€rt die stellvertretende Verdi-Vorsitzende Christine Behle. 

Die Gewerkschaft fordert in den Tarifverhandlungen von Bund und Kommunen unter anderem acht Prozent mehr Lohn, mindestens aber monatlich 350 Euro mehr, sowie drei zusĂ€tzliche freie Tage. Verhandelt wird fĂŒr insgesamt 2,5 Millionen BeschĂ€ftigte. Die Arbeitgeber haben bisher kein konkretes Angebot vorgelegt. Die dritte Verhandlungsrunde beginnt am 14. MĂ€rz in Potsdam. Bereits seit Wochen kommt es im öffentlichen Dienst zu AusstĂ€nden.

Bislang kein Angebot

«Wir sehen uns zu diesem Warnstreik gezwungen, da die Arbeitgeber in den laufenden Tarifverhandlungen fĂŒr die BeschĂ€ftigten des öffentlichen Diensts bisher kein Angebot vorgelegt und keine Bereitschaft gezeigt haben, unsere berechtigten Forderungen zu erfĂŒllen», erklĂ€rt die Verdi-Vize-Vorsitzende Behle. Man habe die Aktionen frĂŒhzeitig angekĂŒndigt, um den Passagieren Planungssicherheit zu ermöglichen. 

Der 24-Stunden-Streik soll in der Nacht am Montag um 00.00 Uhr beginnen und bis 23.59 Uhr fortgesetzt werden. Die Streikenden in Frankfurt sollen sich am Morgen zu einer Kundgebung treffen. 

In der laufenden Tarifrunde wurden bereits die FlughĂ€fen in Köln, DĂŒsseldorf, Hamburg und MĂŒnchen bestreikt, wo es jeweils zu zahlreichen FlugausfĂ€llen gekommen war. Laut ADV waren davon bereits 800.000 Passagiere betroffen. Am Frankfurter Flughafen haben die öffentlich Bediensteten zuletzt im MĂ€rz 2023 einen Warnstreik abgehalten - damals zeitgleich abgestimmt mit der Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG). 

Luftverkehrsbranche sauer

«Elf Standorte gleichzeitig zu bestreiken hat eine neue Dimension», erklĂ€rt ADV-HauptgeschĂ€ftsfĂŒhrer Ralph Beisel. Die Arbeitskampfmaßnahmen bedeuteten ein Horrorszenario fĂŒr die betroffenen FluggĂ€ste und hĂ€tten «weitreichende Folgen fĂŒr die individuelle MobilitĂ€t und die WirtschaftsablĂ€ufe.» 

Die Streiks seien nicht verhĂ€ltnismĂ€ĂŸig, sagt der HauptgeschĂ€ftsfĂŒhrer des Luftverkehrsverbands BDL, Joachim Lang. «Hier wird ein kompletter Verkehrszweig flĂ€chendeckend stillgelegt und das, obwohl FlughĂ€fen und Airlines, aber auch Gastronomie, Einzelhandel und Hotels keine Tarifpartner sind. Der Tarifkonflikt wird damit allein auf dem RĂŒcken der Passagiere ausgetragen, noch bevor die nĂ€chste Verhandlungsrunde ansteht.» Lang fordert neue Streikregeln im Bereich der kritischen Infrastruktur.

@ dpa.de