Beamtenbund wirft LĂ€nder-Arbeitgebern Ignoranz vor
08.12.2023 - 13:42:56Die Gewerkschaften Verdi und dbb verhandeln seit Donnerstag in der dritten GesprĂ€chsrunde mit der Tarifgemeinschaft deutscher LĂ€nder (TdL) in Potsdam ĂŒber das Einkommen von mehr als einer Million TarifbeschĂ€ftigten. Die eigentlich auf zwei Tage angesetzten Verhandlungen werden sich nach EinschĂ€tzung aus Verhandlungskreisen wahrscheinlich bis Samstag ziehen.
Konkrete Angaben zum Verhandlungsstand wollte Silberbach nicht machen. "Das Stimmungsbild ist, dass wir immer noch erschrocken sind, mit welcher Ignoranz die Arbeitgeber der LĂ€nder auf die Situation der BeschĂ€ftigten in den LĂ€ndern schauen", sagte er vor demonstrierenden Gewerkschaftsmitgliedern. Silberbach trat gemeinsam mit dem Chef der LokomotivfĂŒhrer-Gewerkschaft, Claus Weselsky, auf. Er wollte damit SolidaritĂ€t mit den bei der Bahn streikenden LokfĂŒhrern demonstrieren. Die GDL ist Mitglied im Dachverband dbb, beide Tarifrunden finden aber unabhĂ€ngig voneinander statt.
Silberbach sagte, die TdL mache in den Verhandlungen zwar Rechenbeispiele. "Aber noch ist nichts konkret." Dabei sei etwa fĂŒr die innere Sicherheit und eine gute Bildung in Deutschland eine "vernĂŒnftige Personalausstattung" nötig. Die RealitĂ€t des öffentlichen Dienstes sei aber: "Heute fehlen im klassischen Verwaltungsdienst 300 000 BeschĂ€ftigte." Ohne einen deutlich besseren Tarifvertrag drohe sich die Personallage in Zeiten von Inflation weiter zu verschlechtern.
Die Gewerkschaften fordern 10,5 Prozent mehr Einkommen, mindestens aber 500 Euro mehr, mehr Geld fĂŒr die BeschĂ€ftigten in den Stadtstaaten Berlin, Hamburg und Bremen sowie Tariflohn fĂŒr studentische BeschĂ€ftigte. Der TdL ist das wegen der angespannten Haushaltslage vieler LĂ€nder zu teuer.

