Umfrage, HausÀrzte

Umfrage: HausÀrzte planen Ausstieg oder Stundenreduzierung

11.06.2025 - 06:01:05

Im Versorgungsnetz der HausĂ€rzte werden sich in den kommenden Jahren noch grĂ¶ĂŸere LĂŒcken auftun.

Das ist das Ergebnis einer reprĂ€sentativen Umfrage unter den bundesweit knapp 56.000 HausĂ€rztinnen und -Ă€rzten im Auftrag der Bertelsmann Stiftung und der Uni Marburg. Laut den Antworten der knapp 3.700 Teilnehmer, plant ein Viertel der Befragten seine Arbeit in den nĂ€chsten fĂŒnf Jahren aufzugeben. Wer den Job weitermacht, will eine Reduzierung der Wochenarbeitszeit um im Schnitt zwei Stunden umsetzen.

Laut Bertelsmann Stiftung sind bereits heute mehr als 5.000 Hausarztsitze nicht besetzt. Da der Ärztenachwuchs die LĂŒcke nicht fĂŒllen kann, wird sich demnach die Zahl der fehlenden HausĂ€rzte- und-Ă€rztinnen in den nĂ€chsten fĂŒnf Jahren verdoppeln.

Nach Überzeugung der Stiftung muss diese Entwicklung aber nicht automatisch zu Einbußen bei der Versorgung fĂŒhren. "Wichtig wird sein, wie viel Zeit dem Hausarzt und der HausĂ€rztin effektiv fĂŒr die Arbeit am Patienten zur VerfĂŒgung steht. Hier gilt es, bislang ungenutzte Potenziale zu heben", sagt Uwe Schwenk, Experte der Bertelsmann Stiftung. Die Befragten nutzen laut ihren Antworten rund 80 Prozent ihrer Arbeitszeit fĂŒr Sprechstunden und Hausbesuche. Der Rest wird ihren Angaben zufolge fĂŒr Verwaltungsaufgaben und Fortbildungen eingesetzt.

Um die Praxen zu entlasten, mĂŒssten die Terminvergabe, der Befundaustausch, Diagnostik und BehandlungsablĂ€ufe stĂ€rker digitalisiert werden, schlĂ€gt die Bertelsmann Stiftung vor. Allerdings berichtet jeder Vierte der Befragten, dass Software-Probleme die Arbeit in der Praxis mehrmals am Tag beeintrĂ€chtigen. 70 Prozent gaben an, ein großes zeitliches Einsparpotenzial bei der Übertragung bestimmter Aufgaben an nichtĂ€rztliche Berufsgruppen wie medizinische Fachangestellte oder PflegekrĂ€fte zu sehen.

@ dpa.de