Immer mehr MĂ€nner in Deutschland bleiben kinderlos
Veröffentlicht am: 08.08.2026 um 11:00 Uhr | dts-nachrichtenagentur.deSo hatten 1980 knapp 34 Prozent der MĂ€nner ĂŒber 18 Jahren keine Kinder, mittlerweile sind es 40 Prozent. Im Alter von 30 bis 34 erhöhte sich der Anteil der kinderlosen MĂ€nner um fast 30 Prozentpunkte von 42 auf 69 Prozent. Bei den 35- bis 39-JĂ€hrigen stieg der Anteil um gut 30 Prozentpunkte: von 22 auf 54 Prozent.
Parallel dazu ist der Anteil der MĂ€nner mit fester Partnerin deutlich gesunken: WĂ€hrend 1986 noch 93 Prozent der MĂ€nner in einer festen Partnerschaft lebten, waren es laut einer vom Bundesinstitut fĂŒr Bevölkerungsforschung in Wiesbaden durchgefĂŒhrten Studie 2024 nur noch 79 Prozent - ein RĂŒckgang um 14 Prozentpunkte innerhalb von knapp vier Jahrzehnten.
Claudia Rahnfeld erforscht als Professorin fĂŒr Angewandte Sozialwissenschaften an der Dualen Hochschule Gera-Eisenach den mĂ€nnlichen Kinderwunsch. Sie sieht strukturelle Ursachen fĂŒr diese Entwicklung. MĂ€nner brĂ€uchten fĂŒr eine FamiliengrĂŒndung finanzielle StabilitĂ€t, berufliche Etablierung und eine geeignete Wohnung - all das verzögere sich immer weiter nach hinten und fĂŒhre möglicherweise dazu, dass KinderwĂŒnsche von MĂ€nnern unerfĂŒllt blieben. "Wenn wir Kinderwunsch und Realisierung des Kinderwunsches nebeneinanderstellen, muss man sagen, sind es schon oft die schwierigen Rahmenbedingungen, die es heute gibt", so Rahnfeld.
Hinzu komme eine gestiegene SelektivitÀt bei der Partnerwahl auf beiden Seiten. Mit wachsendem Emanzipationsgrad von Frauen steige erfahrungsgemÀà auch die ungewollte Kinderlosigkeit bei MÀnnern. Das zeigten auch Beispiele aus Skandinavien. Emanzipierte Frauen wÀhlten sehr bewusst aus, mit wem sie Kinder bekommen, sagte Rahnfeld.
