LĂ€nder machen Druck bei Digitalpakt 2.0 fĂŒr Schulen
16.04.2024 - 18:28:01Die derzeitige PrĂ€sidentin der Kultusministerkonferenz (KMK), Saarlands Bildungsministerin Christine Streichert-Clivot (SPD), forderte Bundesbildungsministerin Bettina Stark-Watzinger (FDP) in einem Brief dazu auf, noch in dieser Woche einen Entwurf fĂŒr einen sogenannten Digitalpakt 2.0 vorzulegen. Das Medienunternehmen Table.Briefings berichtete am Dienstag zuerst darĂŒber.
In dem vom Montag datierten Schreiben, das auch dpa vorliegt, wird die "klare Erwartungshaltung" formuliert, dass das Bundesbildungsministerium einen "zugesagten Rahmentext bis spĂ€testens 19. April 2024 ĂŒbersendet". Dem Brief zufolge hatte das Ministerium die Ăbermittlung eines solchen Textes fĂŒr den 26. April zugesagt, also eine Woche spĂ€ter und kurz vor einer weiteren Bund-LĂ€nder-Verhandlungsrunde am 30. April. Die KMK dringt nun auf eine frĂŒhere Ăbersendung, "damit dieses GesprĂ€ch möglichst konstruktiv und konkret vorbereitet werden und zu Ergebnissen fĂŒhren kann", wie es in dem Schreiben heiĂt.
Dem Bund wird darin erneut vorgeworfen, die Verhandlungen ĂŒber eine fĂŒr einen Digitalpakt 2.0 notwendige Bund-LĂ€nder-Vereinbarung zu verschleppen. Der vereinbarte Zeitplan fĂŒr die Verhandlungen sei "bundesseitig nicht eingehalten" worden. "In den weiteren Verhandlungen wird, auch angesichts des engen Zeitrahmens, die Verbindlichkeit von Absprachen als fundamental erachtet", heiĂt es weiter. Die LĂ€nder drĂ€ngen auf ein klares Bekenntnis der Bundesregierung zu einem Förderprogramm im Volumen des nun bald auslaufenden ersten Digitalpakts Schule und wollen eine Bund-LĂ€nder-Vereinbarung möglichst bei der nĂ€chsten Kultusministerkonferenz im Juni unter Dach und Fach bringen.
Der Digitalpakt zum technischen Ausbau der Schulen war 2019 fĂŒr fĂŒnf Jahre aufgelegt worden mit zunĂ€chst fĂŒnf Milliarden Euro vom Bund etwa fĂŒr den Aufbau von schuleigenem WLAN oder fĂŒr die Anschaffung von interaktiven Tafeln (Smartboards). Im Zuge von Corona wurde das Programm weiter auf 6,5 Milliarden aufgestockt, um Tablets, Laptops und Administratoren zu finanzieren. In ihrem Koalitionsvertrag hatte die Ampel angekĂŒndigt, mit den LĂ€ndern ein Anschlussprogramm, einen "Digitalpakt 2.0", mit einer Laufzeit bis 2030 auf den Weg zu bringen. DarĂŒber wird nun seit langem hart verhandelt - seit klar ist, wie knapp bei Kasse der Bund inzwischen ist, umso hĂ€rter. GrundsĂ€tzlich sind Schulen LĂ€ndersache und nicht Sache des Bundes.

