Deutsche in EU-Institutionen immer stÀrker unterreprÀsentiert
25.11.2025 - 20:04:57Den offiziellen Zahlen zufolge liegt der Anteil dort bei 7,9 Prozent, angepeilt wird in BrĂŒssel aber ein Anteil von 13,8 Prozent. Vor dem Hintergrund, dass Deutschland groĂe Teile des EU-Budgets trĂ€gt, regt sich Kritik. Daniel Caspary, Chef der CDU/CSU-Landesgruppe im EU-Parlament, sagte der "Bild": "Wir sehen mit groĂer Sorge, dass der Anteil deutscher Mitarbeiter bei den europĂ€ischen Institutionen immer weiter zurĂŒckgeht. Wer deutsche Interessen einbringen und deutsche Besonderheiten berĂŒcksichtigt haben möchte, der braucht mehr deutsche Mitarbeiter in den europĂ€ischen Einrichtungen." Caspary fĂŒrchtet, dass sich die Situation verschĂ€rft, wenn die Politik nicht gegensteuert: "Wer heute zu wenig deutsche Mitarbeiter hat, hat morgen zu wenig deutsche Spitzenbeamte - eine fatale Kettenreaktion, die wir dringend durchbrechen mĂŒssen." Die EU-Kommission teilte auf Anfrage der Zeitung mit, bereits gegenzusteuern, um den Anteil unterreprĂ€sentierter Nationen zu erhöhen. So werde etwa bei der Vergabe von ZeitvertrĂ€gen mindestens ein VorstellungsgesprĂ€ch mit einem Staatsangehörigen eines unterreprĂ€sentierten Mitgliedstaats gefĂŒhrt. Ăber den Grund des fehlenden deutschen Nachwuchses sagte eine Sprecherin der EU-Kommission: "Die GehĂ€lter in den EU-Institutionen sind fĂŒr deutsche StaatsbĂŒrger möglicherweise nicht mehr attraktiv genug." Es gebe jedenfalls "nicht genug deutsche Bewerber im Vergleich zu anderen NationalitĂ€ten". FĂŒr Beamte liegt das Einstiegsgehalt nach Kommissionsangaben je nach Besoldungsgruppe zwischen 3.000 und 5.000 Euro, Vertragsbedienstete starten bei mindestens 2.500 Euro im Monat. Die Sprecherin sieht auch die Politik in der Pflicht: "Letztlich ist es auch Aufgabe der deutschen Regierung, hier aktiv zu werden." Ăhnlich sieht es der Bund der Steuerzahler. Vizechef Michael JĂ€ger sagte derselben Zeitung: "Es kann doch nicht sein, dass Deutschland jeden vierten Euro fĂŒr die EU bezahlt, aber im Verwaltungsapparat, der die Mittel verteilt, praktisch keinen Einfluss hat." Der Bundeskanzler mĂŒsse das Thema "zur Chefsache machen".


