Ukraine, Russland

Merz: Ukraine-Krieg nur mit gemeinsamer StÀrke zu beenden

24.02.2026 - 13:44:52 | dpa.de

In den vier Jahren seit Russlands Angriff auf das Nachbarland hat Deutschland der Ukraine mehr als 90 Milliarden Euro Hilfe geleistet. «Denn das Schicksal der Ukraine ist unser Schicksal», sagt Merz.

  • Wann endet der russische Angriffskrieg gegen die Ukraine? Verhandlungen haben bisher keine greifbaren Ergebnisse gebracht. - Foto: Sebastian Gollnow/dpa
    Wann endet der russische Angriffskrieg gegen die Ukraine? Verhandlungen haben bisher keine greifbaren Ergebnisse gebracht. - Foto: Sebastian Gollnow/dpa
  • Deutschland hat der Ukraine seit Kriegsbeginn Milliardenhilfen geleistet. (Archivbild) - Foto: Thomas Banneyer/dpa
    Deutschland hat der Ukraine seit Kriegsbeginn Milliardenhilfen geleistet. (Archivbild) - Foto: Thomas Banneyer/dpa
  • BundesprĂ€sident Frank-Walter Steinmeier nahm am Berliner Friedensgebet fĂŒr die Ukraine teil. - Foto: Bernd von Jutrczenka/dpa
    BundesprĂ€sident Frank-Walter Steinmeier nahm am Berliner Friedensgebet fĂŒr die Ukraine teil. - Foto: Bernd von Jutrczenka/dpa
  • Aus Sicht des Kanzlers können nur Zusammenhalt und StĂ€rke den Krieg beenden. (Archivbild) - Foto: Kay Nietfeld/dpa
    Aus Sicht des Kanzlers können nur Zusammenhalt und StÀrke den Krieg beenden. (Archivbild) - Foto: Kay Nietfeld/dpa
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Bundeskanzler Friedrich Merz hat zum vierten Jahrestag des russischen Angriffs auf die Ukraine den Zusammenhalt Europas beschworen. Nur mit gemeinsamer StĂ€rke werden man den Krieg beenden, schrieb der CDU-Politiker auf X. «Denn das Schicksal der Ukraine ist unser Schicksal.» Auch Vizekanzler Lars Klingbeil (SPD) betonte, der russische PrĂ€sident Wladimir Putin solle sich keine Illusionen machen, dass die UnterstĂŒtzung fĂŒr die Ukraine bröckeln könnte. 

Russland hatte am 24. Februar 2022 eine Invasion des Nachbarlands begonnen. An der Front und bei Angriffen auf ukrainische StĂ€dte sind Zehntausende Menschen getötet oder verletzt worden, Millionen flohen ins Ausland. Deutschland hat seither nach Regierungsangaben 55 Milliarden Euro an militĂ€rischer Hilfe und weitere 39 Milliarden Euro an ziviler UnterstĂŒtzung an die Ukraine geleistet und mehr als eine Million GeflĂŒchtete aufgenommen. Zwar verhandeln die Ukraine und Russland inzwischen unter Vermittlung der USA, doch ist kein Ende der KĂ€mpfe in Sicht.

«Zivilbevölkerung terrorisiert»

Verteidigungsminister Boris Pistorius warf US-PrĂ€sident Donald Trump eine Kumpanei mit Putin vor - so etwa beim Besuch des Kremlchefs in Alaska im vergangenen Jahr. Gleichzeitig habe sich Trump komplett aus der militĂ€rischen UnterstĂŒtzung der Ukraine zurĂŒckgezogen, rĂŒgte der SPD-Politiker im Deutschlandfunk.

Scharf kritisierte Pistorius die russischen Luftangriffe mit Raketen und Drohnen auf ukrainische StĂ€dte. «Was dort jede Nacht passiert, hat ja mit der Eroberung eines Landes nichts zu tun. Hier wird die Zivilbevölkerung terrorisiert – bei minus 20 Grad.» Die Moral der Ukrainer solle gebrochen werden, doch seien Durchhaltewillen, Courage und StĂ€rke der Bevölkerung erstaunlich groß. 

Pistorius bezifferte die deutsche Hilfe allein in diesem Jahr mit mehr als elf Milliarden Euro. Zu einem möglichen Ende des Krieges sagte er, auf dem Gefechtsfeld werde es in absehbarer Zukunft wohl keine Entscheidung geben. FĂŒr die Verhandlungen sei es aber sehr wichtig, die UnterstĂŒtzung hochzuhalten, meinte der Verteidigungsminister.

WiderstÀnde gegen die offizielle Linie

Diese Linie tragen nicht alle in Deutschland mit. Der AfD-Politiker Markus Frohnmaier warf der EuropÀischen Union und der US-Regierung unter Trumps VorgÀnger Joe Biden vor, den von Russland begonnenen Krieg verlÀngert zu haben. BSW-Chef Fabio De Masi nannte fehlenden Verhandlungswillen und das Verhalten des Westens «zentrale Ursachen der Eskalation». Er forderte einen sofortigen Waffenstillstand.

Diese Forderung stellten auch die Linken-Vorsitzenden Ines Schwerdtner und Jan van Aken auf und erklĂ€rten: «Jetzt ist die Zeit gekommen, die Waffen zum Schweigen zu bringen – im Interesse der Menschen in der Ukraine, in Russland und in ganz Europa. Ernsthafte Verhandlungen sind kein Zeichen der SchwĂ€che – sondern die Voraussetzung fĂŒr einen dauerhaften Frieden.»

Beten fĂŒr Frieden

FĂŒr Frieden beteten bei einer Andacht in Berlin Geistliche verschiedener Konfessionen mit BundesprĂ€sident Frank-Walter Steinmeier, Außenminister Johann Wadephul (CDU) und weiteren Politikerinnen und Politikern. Der katholische PrĂ€lat Karl JĂŒsten betonte dabei, Gewalt dĂŒrfe nicht das letzte Wort haben. Zugleich kritisierte der Geistliche «falsche Propheten», die die Friedenssehnsucht vieler Menschen in Deutschland auszunutzen versuchten. «Die Versuchung ist fĂŒr viele groß, sich der eigenen Verpflichtung zur SolidaritĂ€t zu entziehen», sagte JĂŒsten.

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