Bewaffneter stirbt nach Schusswechsel mit Polizei in MĂŒnchen
05.09.2024 - 12:03:39Die Polizei hat in der NĂ€he des israelischen Generalkonsulats in MĂŒnchen einen bewaffneten Mann bei einem Schusswechsel niedergeschossen. Dabei sei dieser schwer verletzt worden und spĂ€ter gestorben, sagte Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU). Die IdentitĂ€t des Toten blieb zunĂ€chst offen, ebenso wie die HintergrĂŒnde des Vorfalls. Hinweise auf weitere VerdĂ€chtige oder Verletzte gebe es derzeit nicht, hieĂ es.Â
Dennoch waren zahlreiche Polizisten, darunter auch SpezialkrĂ€fte, in der Innenstadt im Einsatz. Zudem prĂŒften Ermittler ein Fahrzeug, das möglicherweise dem VerdĂ€chtigen zuzuordnen sei - unter anderem, ob dort Sprengfallen versteckt sein könnten.
Minister: VerdÀchtiger hat das Feuer eröffnet
Polizisten hatten gegen 9.00 Uhr in dem Areal in der NĂ€he des Konsulats und des NS-Dokumentationszentrums den laut Polizei mit einer sogenannten Repetierwaffe Ă€lteren Baujahres bewaffneten Mann entdeckt. «Er hat gezielt auf die Polizisten geschossen, die haben das Feuer erwidert», sagte Innenminister Herrmann. Bei dem Schusswechsel sei der Mann getroffen worden. Er sei noch am Einsatzort gestorben.Â
Die Polizei rĂŒckte daraufhin mit vielen KrĂ€ften und einem Hubschrauber aus. StraĂensperren wurden eingerichtet. Dort standen teilweise schwer bewaffnete Polizisten. Die Bevölkerung wurde aufgerufen, den Bereich im Stadtteil Maxvorstadt zu meiden.Â
Zeugen hatten von mehreren SchĂŒssen in dem Areal berichtet. Auf einem auf X geposteten Video eines MĂŒnchner Journalisten, das wohl die betroffene Gegend zeigt, waren mehrere SchĂŒsse in schneller Folge aus verschiedenen Waffen zu hören. Ob es sich dabei um die SchĂŒsse handelt, war zunĂ€chst nicht zu verifizieren.
Schusswechsel am Jahrestag des Olympia-Attentats
Bayerns Innenminister Herrmann verwies darauf, dass die SchĂŒsse am Jahrestag des Olympia-Attentats in MĂŒnchen im Jahr 1972 fielen. Am 5. September 1972 erschossen palĂ€stinensische Terroristen im Olympischen Dorf zwei MĂ€nner und nahmen neun Geiseln. Rund 18 Stunden spĂ€ter endete ein Befreiungsversuch mit dem Tod der neun israelischen Geiseln, eines Polizisten und von fĂŒnf der AttentĂ€ter. Die Terroristen wollten mehr als 200 Gefangene in Israel und die RAF-Terroristen Andreas Baader und Ulrike Meinhof freipressen.
Das Konsulat in MĂŒnchen sei zum Zeitpunkt des Vorfalls wegen des Gedenkens zum Jahrestag des Anschlags geschlossen gewesen, schrieb die Generalkonsulin des Staates Israel fĂŒr SĂŒddeutschland, Talya Lador-Fresher, auf der Plattform X. «Dieses Ereignis zeigt, wie gefĂ€hrlich der Anstieg des Antisemitismus ist. Es ist wichtig, dass die breite Ăffentlichkeit ihre Stimme dagegen erhebt.» Die Ermittler haben sich bisher nicht zum möglichen Motiv des bewaffneten Mannes geĂ€uĂert. Konsulatsmitarbeiter wurden bei dem Vorfall laut dem israelischen AuĂenministerium nicht verletzt.
Innenministerin Faeser spricht von schwerwiegendem Vorfall
Bundesinnenministerin Nancy Faeser schĂ€tzt die SchĂŒsse in MĂŒnchen als gravierenden Vorgang ein. «Es ist ein schwerwiegender Vorfall», sagte die SPD-Politikerin in Berlin. Sie wolle aber nicht spekulieren, es gelte abzuwarten. Sie Ă€uĂerte sich wĂ€hrend einer Pressekonferenz zu einem anderen Thema.
«Ich bedanke mich ganz herzlich bei der MĂŒnchner Polizei, die da einen guten Einsatz aus meiner Sicht machen», sagte Faeser. «Der Schutz jĂŒdischer und israelischer Einrichtungen, das wissen Sie, hat oberste PrioritĂ€t.» Es sei sehr bitter, dass sich der Vorfall ausgerechnet vor dem NS-Dokumentationszentrum und dem israelischen Generalkonsulat ereignet habe.


