Slowakei: Tausende Ărzte kĂŒndigen aus Protest gegen Arbeitsbedingungen
29.10.2024 - 18:20:28Nach Angaben der Ărztegewerkschaft LOZ ist das mehr als die HĂ€lfte der KrankenhausĂ€rzte des Landes. ZurĂŒckziehen wollen sie ihre KĂŒndigungen nur, wenn die Regierung eine Reihe von Forderungen erfĂŒllt. Dazu gehören eine bessere Ausstattung der KrankenhĂ€user und die Einstellung von zusĂ€tzlichem Personal, um die Arbeitsbedingungen zu verbessern.
Bisher sei es mit dem neuen Gesundheitsminister Kamil Sasko zu keiner Einigung gekommen. "Anscheinend bewegt sich im slowakischen Gesundheitssystem nur etwas, wenn wir wirklich kĂŒndigen", sagte der LOZ-Vorsitzende Peter Visolajsky vor Journalisten in Bratislava. Saskos VorgĂ€ngerin Zuzana Dolinkova war Anfang Oktober zurĂŒckgetreten. Sie hatte das damit begrĂŒndet, dass ihre Regierung sie bei der StĂ€rkung des finanziell ausgehungerten Gesundheitswesens zu wenig unterstĂŒtze.
Sparprogramm der Regierung als Anlass
Wichtigster Anlass der seit Monaten angedrohten MassenkĂŒndigung war ein im Sommer verkĂŒndetes Sparprogramm der Dreiparteien-Regierung unter dem linksnationalen MinisterprĂ€sidenten Robert Fico. Es sieht unter anderem die teilweise RĂŒcknahme versprochener Gehaltserhöhungen fĂŒr Ărzte und Krankenschwestern vor. FĂŒr besondere Empörung der Ărztegewerkschaft sorgt der Regierungsplan, die KrankenhĂ€user in Aktiengesellschaften umzuwandeln. Das sei ein Schritt hin zu einer "schleichenden Privatisierung", befĂŒrchten die Ărztevertreter.

