Kirchensteuer: Ein Blick in andere LĂ€nder
16.07.2023 - 07:46:34Viele Deutsche halten einer Umfrage zufolge die Kirchensteuer fĂŒr nicht mehr zeitgemĂ€Ă. Sie betrĂ€gt in Deutschland acht oder neun Prozent der Lohn- und Einkommensteuer. Dass es auch andere Finanzierungssysteme gibt, zeigt ein Blick ins Ausland:
- GroĂbritannien und Portugal: Aus eigenem Vermögen finanzieren sich die Staatskirche in GroĂbritannien und die katholische Kirche in Portugal. In Portugal können Gemeindemitglieder ĂŒberdies 0,5 Prozent ihres Einkommens zu religiösen Zwecken bestimmen.
- Belgien und Griechenland: In Belgien und Griechenland werden Pfarrer vom Staat bezahlt. Die Gemeinden sind gesetzlich zur Unterhaltung der GebÀude verpflichtet und nutzen dazu vor allem Spenden.
- Italien und Spanien: In Italien werden 0,8 Prozent der Einkommensteuer an anerkannte Religionsgemeinschaften oder humanitĂ€ren Zwecke gezahlt. Jeder Steuerzahler bestimmt jĂ€hrlich neu, an wen das Geld geht. Daher wirbt etwa die katholische Kirche in Werbespots fĂŒr die Zuwendung. In Spanien gilt ebenfalls dieses System, jedoch liegt der Steuerbetrag bei 0,7 Prozent.
- USA: In den USA ist die Erhebung einer Kirchensteuer gesetzlich verboten. Die Kirche finanziert sich aus Spenden und spricht mit Kampagnen potenzielle Sponsoren an. Weitere Mittel erhĂ€lt die Kirche aus eigenen ErtrĂ€gen ihres groĂen Vermögens.
- Frankreich: In Frankreich sind die Kirchen auf freiwillige BeitrÀge ihrer Mitglieder angewiesen. Neben Spenden gibt es einen Kulturbeitrag, der ein Prozent vom Einkommen der Mitglieder betrÀgt und von etwa 45 Prozent der Katholiken freiwillig gezahlt wird.
- Ăsterreich: In Ăsterreich wird Ă€hnlich zum deutschen System ein Kirchenbeitrag vom steuerpflichtigen Jahreseinkommen der Mitglieder berechnet. Bei der katholischen Kirche sind dies 1,1 Prozent des Bruttoeinkommens, die aber nicht vom Staat, sondern von den BistĂŒmern selbst eingezogen wird.


