LĂ€nderchefs beraten mit EUÂ ĂŒber Industriepolitik
07.09.2023 - 05:04:05Die Regierungschefs und -chefinnen der BundeslĂ€nder setzen heute ihre Beratungen mit der EU in BrĂŒssel fort. Unter anderem soll es um die StĂ€rkung der Industrie in Deutschland gehen, aber auch um die Aufnahme und Verteilung von FlĂŒchtlingen oder den Umgang mit Wölfen.
Mit den EU-Kommissionsmitgliedern Maros Sefcovic (Klima), Margaritis Schinas (Migration), Kadri Simson (Energie) und Virginijus Sinkevicius (Umwelt) sind Treffen angesetzt. Im Anschluss daran wollen die MinisterprĂ€sidenten am Nachmittag eine «BrĂŒsseler ErklĂ€rung der LĂ€nder» vorstellen.
Im Zentrum der GesprÀche steht die Sorge um die WettbewerbsfÀhigkeit der deutschen und europÀischen Wirtschaft. «Europa ist nur so stark wie seine Regionen sind», betonte EU-KommissionsprÀsidentin Ursula von der Leyen (CDU) gestern bei einer AuftakterklÀrung. Daher sei Europa auch nur so stark wie die BundeslÀnder und deren Wirtschaft.
Debatte ĂŒber Industriestrompreis
Niedersachsens MinisterprĂ€sident Stephan Weil erklĂ€rte, man mĂŒsse darum ringen, einen klugen Weg zu finden, wie KlimaneutralitĂ€t und wirtschaftliche StĂ€rke zu vereinen seien. Insbesondere die WettbewerbsfĂ€higkeit energieintensiver Unternehmen sieht Weil in Gefahr. Der SPD-Politiker wirbt daher fĂŒr einen zeitlich befristeten, vergĂŒnstigten Industriestrompreis fĂŒr diese Betriebe.
Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) habe in dieser Frage noch kein Schlusswort gesprochen, sagte Weil vor den GesprĂ€chen mit der EU. «Er wendet sich gegen eine Dauersubvention. Und das ist auch berechtigt», sagte Weil. «Es geht um den Zeitraum, bis genĂŒgend erneuerbare Energien insbesondere fĂŒr energieintensive Unternehmen zur VerfĂŒgung stehen.»
WĂŒst: «WettbewerbsfĂ€higkeit hinkriegen»
Auch Nordrhein-Westfalens MinisterprĂ€sident Hendrik WĂŒst (CDU) betonte, die Aufgabe der nĂ€chsten Jahre sei es, «WettbewerbsfĂ€higkeit hinzukriegen». Niedersachsen hat derzeit den Vorsitz der MinisterprĂ€sidentenkonferenz (MPK) inne, NRW den Co-Vorsitz.
In Sachen Wolf forderte der Deutsche Bauernverband die LĂ€nderchefs gestern auf, sich bei von der Leyen dafĂŒr auszusprechen, den Schutzstatus des Wolfes im EU-Recht herabzustufen. Niedersachsens Regierungschef Weil hatte schon zu Wochenbeginn angekĂŒndigt, er wolle sich in BrĂŒssel fĂŒr regionale Lösungen einsetzen. So mĂŒsse es in seinem Bundesland «mit ĂŒbermĂ€Ăigen Wolfspopulationen und deutlichen Nutzungskonflikten» möglich sein, sehr schnell einzugreifen.


