Umweltschutz, Energie

UmweltverbĂ€nde fĂŒhlen sich von Reiche ignoriert

20.04.2026 - 01:00:00 | dts-nachrichtenagentur.de

In fast einem Jahr Amtszeit hat Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) zwar Vertreter der großen Energiekonzerne getroffen, aber kein einziges Mal die der NaturschutzverbĂ€nde oder des Verbraucherzentrale Bundesverbands.

Katherina Reiche am 16.04.2026 - Foto: via dts Nachrichtenagentur
Das bestÀtigte das Bundeswirtschaftsministerium den Zeitungen der Funke-Mediengruppe (Montagsausgaben).

Die Bundesministerin fĂŒr Wirtschaft und Energie habe sich seit Beginn ihrer Amtszeit mit Vertreter von EnBW, RWE, Eon und LEAG im Rahmen von bilateralen GesprĂ€chen, Roundtables, Unternehmensbesuchen und weiteren Öffentlichkeitsveranstaltungen getroffen, sagte ein Sprecher. Treffen mit Vertretern von BUND, Nabu, Greenpeace, DUH, Deutscher Naturschutzring, Germanwatch und VZBV hĂ€tten auf Ministerinnenebene nicht stattgefunden. Das Ministerium stehe aber im Austausch mit den VerbĂ€nden.

Vertreter der UmweltverbĂ€nde beschreiben das VerhĂ€ltnis zum Wirtschaftsministerium als außergewöhnlich schlecht. Der einzige Kontakt des Deutschen Naturschutzrings - einer Dachorganisation der UmweltverbĂ€nde - zum Ministerium auf Leitungsebene sei ein Sammeltermin mit einem StaatssekretĂ€r gewesen, sagte Tobias Pforte-von Randow, stellvertretender politischer GeschĂ€ftsfĂŒhrer des DNR, den Funke-Zeitungen. "Aus meiner Sicht war der Kontakt zur Ministeriumsspitze noch nie so schlecht wie derzeit."

Sascha MĂŒller-Kraenner, BundesgeschĂ€ftsfĂŒhrer der Deutschen Umwelthilfe (DUH), sagte, unabhĂ€ngig von der Parteifarbe habe es in der Vergangenheit immer einen Austausch der Ministeriumsleitung mit den UmweltverbĂ€nden gegeben. "Es gab auch immer die Bereitschaft, sich Argumente anzuhören - aber das passiert unter dieser Hausleitung nur sehr eingeschrĂ€nkt", sagte MĂŒller-Kraenner den Funke-Zeitungen. Die DUH etwa habe das Ministerium zu einer Konferenz im September eingeladen. "Da haben wir Monate im Voraus die Antwort bekommen, dass niemand aus dem ganzen Haus Zeit hat, teilzunehmen", sagte MĂŒller-Kraenner. "Ich finde das alles sehr befremdlich."

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