Proteste, Kolumbien

Proteste in Kolumbien: Hunderttausende gegen ReformplÀne der Regierung

22.04.2024 - 18:52:53

In Kolumbien haben Hunderttausende gegen ReformplÀne der Regierung protestiert.

Die Demonstranten wĂŒrden "nur an einen Staatsstreich" denken und der Hass treibe sie an, erklĂ€rte PrĂ€sident Gustavo Petro daraufhin auf der Plattform X, ehemals Twitter, am Sonntagabend (Ortszeit). In den GroßstĂ€dten wie BogotĂĄ, Cali und MedellĂ­n protestierten etwa eine halbe Million Menschen, wie die kolumbianische Zeitung "El Tiempo" unter Berufung auf die Behörden berichtete. Petro hingegen sprach von insgesamt rund 250 000 Menschen. Es waren den Berichten zufolge die bisher grĂ¶ĂŸten Proteste seit dem Amtsantritt des ersten linken PrĂ€sidenten in dem sĂŒdamerikanischen Land vor 20 Monaten. FĂŒr den 1. Mai hat der Staatschef zu einem Pro-Regierungsmarsch aufgerufen.

Die Demonstrationen am Sonntag richteten sich unter anderem gegen PlĂ€ne einer Verstaatlichung des Gesundheitssektors. Aber auch Petros Bestrebungen eines "totalen Friedens" mit bewaffneten Guerillagruppen lehnen viele ab. Im Januar hatte die Regierung mit der Farc-Dissidentengruppe Estado Mayor Central (EMC) eine VerlĂ€ngerung des Waffenstillstandes um ein halbes Jahr vereinbart - und diesen nach einem Angriff mutmaßlicher Rebellen auf Indigene teilweise wieder aufgekĂŒndigt. Verteidigungsminister IvĂĄn VelĂĄsquez rĂ€umte erst kĂŒrzlich ein, dass diese und auch andere kriminelle Gruppen wĂ€hrend des Waffenstillstandes stĂ€rker geworden seien.

Kolumbien litt 52 Jahre lang unter einem BĂŒrgerkrieg zwischen linken Rebellen, rechten ParamilitĂ€rs und dem MilitĂ€r. 220 000 Menschen kamen ums Leben, Millionen wurden vertrieben. Zwar hat sich die Sicherheitslage nach dem Friedensabkommen zwischen der Regierung und der Farc verbessert, allerdings werden noch immer Teile des sĂŒdamerikanischen Landes von illegalen Gruppen kontrolliert.

@ dpa.de