Bericht: Experten empfehlen SchutzrÀume in GebÀuden
31.05.2024 - 18:57:18Wegen wachsender Sicherheitsrisiken sollten nach Empfehlungen von Experten auch in deutschen GebĂ€uden SchutzrĂ€ume eingerichtet werden. Als Optionen werden dabei entweder eigens eingebaute und aufwendige «HausschutzrĂ€ume» oder einfachere «bauliche SelbstschutzrĂ€ume» etwa in Kellern genannt, berichtete die «SĂŒddeutsche Zeitung» unter Berufung auf einen 25 Seiten langen Bericht fĂŒr die Innenministerkonferenz.
Das von einer Arbeitsgruppe aus Experten des Bundesinnenministeriums, des Bundesamts fĂŒr Bevölkerungsschutz (BBK) und der Bundesanstalt fĂŒr Immobilienaufgaben (BImA) erstellte Papier soll den Ministerinnen und Ministern Handlungsoptionen fĂŒr ein bundesweites Schutzraumkonzept liefern. Diese treffen sich vom 21. Juni an in Potsdam zu ihrer FrĂŒhjahrskonferenz.
«MilitĂ€rische Bedrohung des Nato-BĂŒndnisgebietes scheint real möglich»
Hintergrund ist die Sorge, dass es in einem Kriegsfall auch Angriffe auf Ziele in Deutschland geben könnte. «Eine militĂ€rische Bedrohung des Nato-BĂŒndnisgebietes scheint real möglich», heiĂt es in dem Bericht unter Verweis auf Verteidigungsszenarien von Bund und LĂ€ndern.
Zwar gelte der «direkte Angriff eines Aggressors auf deutsches Staatsgebiet mit Bodentruppen» als sehr unwahrscheinlich. Denkbar seien aber Angriffe auf verteidigungswichtige Anlagen, Regierungs- und VerwaltungsgebÀude sowie weitere kritische Infrastrukturen, um etwa Nato-Truppenbewegungen zu verhindern oder die «HandlungsfÀhigkeit des deutschen Staates insgesamt einzuschrÀnken und Unruhe in der Bevölkerung zu verbreiten».
Die Experten befĂŒrchteten im Ernstfall keine flĂ€chendeckenden Bombardements und groĂflĂ€chigen Zerstörungen, hieĂ es. Möglich seien aber Angriffe «mit modernen, Ă€uĂerst prĂ€zisen Waffentechnologien wie Raketen oder Drohnen», bei denen Gefahr durch KollateralschĂ€den entstehe.
FlÀchendeckender Ausbau beziffern Experten auf 131 Milliarden Euro
Die in Deutschland gute und ĂŒberwiegend massive Bausubstanz biete beste Voraussetzungen fĂŒr einen Schutz vor solchen SchĂ€den, hieĂ es in dem Papier weiter. Demnach schĂŒtzen innen liegende RĂ€ume oder solche unter der ErdoberflĂ€che bereits ohne Umbau vor einem Teil der anzunehmenden Gefahren. Auf freiwilliger Basis könne mit einfachen MaĂnahmen eine «HĂ€rtung» insbesondere von KellerrĂ€umen erreicht werden.
Langfristig empfiehlt der Bericht, den GebÀudebestand in Deutschland eher durch sogenannte «HausschutzrÀume» zu ergÀnzen. Dabei geht es um aufwendigere SchutzrÀume in Wohn- oder GeschÀftshÀusern, BetriebsgebÀuden oder öffentlichen GebÀuden.
Die nötige Förderung fĂŒr den flĂ€chendeckenden Ausbau solcher RĂ€ume beziffern die Experten auf 131 Milliarden Euro. Dies sei nur als langfristiges Ziel machbar.


