Deutschland, Bayern

Anschlag auf Weihnachtsmarkt stand nicht unmittelbar bevor

14.12.2025 - 16:56:51

In Niederbayern werden fĂŒnf MĂ€nner festgenommen. Ihr Plan soll vorgesehen haben, mit einem Fahrzeug in einen Markt zu fahren. Ein konkretes Ziel und hatten sie wohl noch nicht.

  • Die fĂŒnf VerdĂ€chtigen wurden bereits am Freitag festgenommen. (Symbolbild) - Foto: Daniel Karmann/dpa

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  • Die Ermittler gehen von einem islamistischen Tatmotiv aus. - Foto: Lars Haubner/NEWS5/dpa

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  • Im Raum Dingolfing-Landau sollen mehrere MĂ€nner einen Anschlag auf einen Weihnachtsmarkt geplant haben.  - Foto: Armin Weigel/dpa

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  • Die Generalstaatsanwaltschaft MĂŒnchen bestĂ€tigte die Festnahmen und mehrere Haftbefehle. - Foto: Felix Hörhager/dpa

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Die fĂŒnf VerdĂ€chtigen wurden bereits am Freitag festgenommen. (Symbolbild) - Foto: Daniel Karmann/dpaDie Ermittler gehen von einem islamistischen Tatmotiv aus. - Foto: Lars Haubner/NEWS5/dpaIm Raum Dingolfing-Landau sollen mehrere MĂ€nner einen Anschlag auf einen Weihnachtsmarkt geplant haben.  - Foto: Armin Weigel/dpaDie Generalstaatsanwaltschaft MĂŒnchen bestĂ€tigte die Festnahmen und mehrere Haftbefehle. - Foto: Felix Hörhager/dpa

Die wegen mutmaßlicher AnschlagsplĂ€ne auf einen Weihnachtsmarkt in Niederbayern festgenommenen MĂ€nner hatten wohl noch kein konkretes Ziel ausgesucht. «PlĂ€ne fĂŒr einen Anschlag an einem bestimmten Tag oder an einem bestimmten Weihnachtsmarkt gibt es nach derzeitigem Ermittlungsstand nicht», sagt der bayerische Innenminister Joachim Herrmann (CSU). «Durch die Festnahmeaktion in Niederbayern konnte eine konkrete Gefahr nach derzeitigem Stand bereits in einem sehr frĂŒhen Stadium unterbunden werden.» Nach derzeitigem Stand gehe er nicht davon aus, dass der Anschlag unmittelbar bevorgestanden habe.

Laut Generalstaatsanwaltschaft MĂŒnchen gehen die Ermittler von einem islamistischen Motiv aus. Die VerdĂ€chtigen hĂ€tten es auf einen Weihnachtsmarkt im Raum Dingolfing abgesehen gehabt und wollten die Tat wohl mit einem Fahrzeug verĂŒben.

Festnahmen am Freitag

Die fĂŒnf MĂ€nner waren bereits am Freitag von SpezialeinsatzkrĂ€ften festgenommen worden. Laut Herrmann in Niederbayern. Die Sicherheitsbehörden waren nach eigenen Angaben zwei Tage vorher auf sie aufmerksam geworden. 

Am Samstag ergingen Haftbefehle gegen vier der MĂ€nner. Einer wurde in PrĂ€ventivgewahrsam genommen, wie die Generalstaatsanwaltschaft MĂŒnchen bestĂ€tigte. Laut Herrmann laufen alle Maßnahmen ĂŒber das Ende der Weihnachtszeit hinaus. Damit sei «erst mal Ruhe». Ob und falls ja, wie sich die MĂ€nner zu den VorwĂŒrfen Ă€ußerten, blieb zunĂ€chst offen. Als Teil der Ermittlungen sollen laut Herrmann nun technische GerĂ€te wie Handys ausgewertet werden.

Prediger soll in Moschee zu Anschlag aufgerufen haben

Bei den MĂ€nnern handelt es sich den Ermittlern zufolge um einen 56-jĂ€hrigen Ägypter, einen 37-jĂ€hrigen Syrer und drei Marokkaner im Alter von 22, 28 und 30 Jahren. Der Ägypter, ein islamischer Prediger, soll nach derzeitigem Erkenntnisstand in einer Moschee im Raum Dingolfing-Landau zu einem Anschlag aufgerufen haben, «um möglichst viele Menschen zu töten oder zu verletzen», wie die Generalstaatsanwaltschaft erklĂ€rte.

Die drei Marokkaner sollen demnach bereit gewesen sein, den Anschlag auszufĂŒhren. Ihnen wird vorgeworfen, sich zum Mord bereiterklĂ€rt zu haben. Der Syrer soll die MĂ€nner in ihrem Entschluss bestĂ€rkt haben. Ein Bezug zur Terrormiliz Islamischer Staat (IS) wird dem Vernehmen nach nicht angenommen. 

Der Ägypter, der mit den anderen MĂ€nnern in einer Hinterhof-Moschee GesprĂ€che gefĂŒhrt haben soll, lebt nach dpa-Informationen bereits seit rund drei Jahrzehnten in Deutschland und verfĂŒgt ĂŒber eine Niederlassungserlaubnis. Ganz anders die drei jungen Marokkaner: Sie sollen erst in den vergangenen Monaten als FachkrĂ€fte eingereist sein. Der Syrer soll einen Asylantrag gestellt und etwa vor zwei Jahren subsidiĂ€ren Schutz erhalten haben. Dieser Schutzstatus ist als vorĂŒbergehende Lösung gedacht und dient dem Schutz vor akuten Gefahren im Herkunftsland.

«Potenzieller islamistisch motivierter Anschlag verhindert»

«Dank der hervorragenden Zusammenarbeit unserer Sicherheitsbehörden konnten in kĂŒrzester Zeit mehrere TatverdĂ€chtige festgenommen und damit ein potenzieller islamistisch motivierter Anschlag in Bayern verhindert werden», sagte Innenminister Herrmann. «Wir sind in der Lage, unsere BĂŒrgerinnen und BĂŒrger zu schĂŒtzen!» Polizei und Sicherheitsbehörden beobachteten und beurteilten die Lage weiterhin aufmerksam. «Es gibt daher keinen Anlass auf die DurchfĂŒhrung oder den Besuch von WeihnachtsmĂ€rkten zu verzichten.»

Auch im Landkreis Dingolfing-Landau gehen die WeihnachtsmĂ€rkte unterdessen weiter, wie Landrat Werner Bumeder (CSU) laut Mediengruppe Bayern sagte: «Die laufenden und geplanten ChristkindlmĂ€rkte finden statt, von behördlicher Seite gibt es diesbezĂŒglich keine Änderungen oder zusĂ€tzliche Auflagen. Sicherheitskonzepte lagen fĂŒr alle MĂ€rkte bereits vor, diese haben weiterhin Bestand.»

Polizei: Sicherheitsmaßnahmen mĂŒssen nicht verschĂ€rft werden

Auch die PolizeiprĂ€sidien in Niederbayern sowie in MĂŒnchen und NĂŒrnberg, wo es große und bekannte WeihnachtsmĂ€rkte gibt, sehen auf dpa-Anfrage keine Notwendigkeit, die Sicherheitsmaßnahmen zu verschĂ€rfen

Die Sicherheit sei schon jetzt hoch, hieß es, an der Lage habe sich durch die aktuellen Ereignisse nichts geĂ€ndert. Zumal ein möglicher Angriff mit einem Fahrzeug in den Sicherheitskonzepten bereits bedacht sei. 

Als weiteres Argument fĂŒhrt unter anderem das PolizeiprĂ€sidium Niederbayern an, dass die VerdĂ€chtigen ja festgenommen worden seien und von ihnen daher keine Bedrohung ausgehe. Ein Sprecher aus NĂŒrnberg betonte: Dies zeige, dass die Sicherheitsbehörden sehr fokussiert seien. 

FrĂŒhere AnschlĂ€ge

WeihnachtsmĂ€rkten gilt seit lĂ€ngerem besondere Aufmerksamkeit der Sicherheitsbehörden - auch wegen frĂŒherer AnschlĂ€ge. So steuerte ein radikalisierter Islamist am 19. Dezember 2016 einen Lastwagen in die Menschenmenge auf dem Berliner Breitscheidplatz und tötete damit 13 Menschen, wobei einer erst Jahre spĂ€ter an den Folgen starb.

Im vergangenen Jahr raste ein Autofahrer absichtlich ĂŒber den Magdeburger Weihnachtsmarkt, tötete damit sechs Menschen und verletzte mehr als 300 weitere. Derzeit lĂ€uft am Landgericht Magdeburg der Prozess gegen den gestĂ€ndigen TĂ€ter aus Saudi-Arabien, der seit 2006 in Deutschland lebt.

@ dpa.de

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