Deutschland, Bayern

Anschlagsziel Weihnachtsmarkt? Terrorermittlungen in Bayern

14.12.2025 - 02:11:35

In Niederbayern wurden fĂŒnf MĂ€nner festgenommen, weil sie einen Anschlag auf einen Weihnachtsmarkt im Raum Dingolfing geplant haben sollen. Die Tat sollte offenbar mit einem Fahrzeug verĂŒbt werden.

  • Die fĂŒnf VerdĂ€chtigen wurden bereits am Freitag festgenommen. (Symbolbild) - Foto: Daniel Karmann/dpa

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  • Mutmaßliches Anschlagsziel war ein Weihnachtsmarkt im Raum Dingolfing. (Archivbild) - Foto: Armin Weigel/dpa

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  • Die Ermittler gehen von einem islamistischen Tatmotiv aus. - Foto: Lars Haubner/NEWS5/dpa

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Die fĂŒnf VerdĂ€chtigen wurden bereits am Freitag festgenommen. (Symbolbild) - Foto: Daniel Karmann/dpaMutmaßliches Anschlagsziel war ein Weihnachtsmarkt im Raum Dingolfing. (Archivbild) - Foto: Armin Weigel/dpaDie Ermittler gehen von einem islamistischen Tatmotiv aus. - Foto: Lars Haubner/NEWS5/dpa

Nach der Festnahme von fĂŒnf TerrorverdĂ€chtigen wegen eines mutmaßlich geplanten Anschlags auf einen Weihnachtsmarkt in Niederbayern sind weiterhin zahlreiche Fragen zu klĂ€ren. Welchen Weihnachtsmarkt sie im Visier gehabt haben sollen, wie konkret die AnschlagsplĂ€ne waren und wo die MĂ€nner festgenommen wurden, gab die ermittelnde Generalstaatsanwaltschaft MĂŒnchen zunĂ€chst nicht bekannt. Mitgeteilt wurde nur, dass ein islamistisches Motiv angenommen werde, die VerdĂ€chtigen es anscheinend auf einen Weihnachtsmarkt im Raum Dingolfing abgesehen hatten und die Tat wohl mit einem Fahrzeug verĂŒben werden sollte.

Die fĂŒnf MĂ€nner waren bereits am Freitag von SpezialeinsatzkrĂ€ften festgenommen worden. Die Sicherheitsbehörden waren nach eigenen Angaben zwei Tage vorher auf sie aufmerksam geworden. Wie sie ihnen auf die Schliche kamen, ist nicht bekannt.

Am Samstag ergingen Haftbefehle gegen vier der MĂ€nner. Einer wurde in PrĂ€ventivgewahrsam genommen, wie die Generalstaatsanwaltschaft MĂŒnchen bestĂ€tigte.

Prediger soll in Moschee zu Anschlag aufgerufen haben

Bei den MĂ€nnern handelt es sich den Ermittlern zufolge um einen 56-jĂ€hrigen Ägypter, einen 37-jĂ€hrigen Syrer und drei Marokkaner im Alter von 22, 28 und 30 Jahren. Der Ägypter, ein islamischer Prediger, soll nach derzeitigem Erkenntnisstand in einer Moschee im Raum Dingolfing-Landau zu einem Anschlag aufgerufen haben, «um möglichst viele Menschen zu töten oder zu verletzen», wie die Generalstaatsanwaltschaft erklĂ€rte.

Die drei Marokkaner sollen demnach bereit gewesen sein, den Anschlag auszufĂŒhren. Ihnen wird vorgeworfen, sich zum Mord bereiterklĂ€rt zu haben. Der Syrer soll die MĂ€nner in ihrem Entschluss bestĂ€rkt haben. Ein Bezug zur Terrormiliz Islamischer Staat (IS) wird dem Vernehmen nach nicht angenommen. 

Die Zentralstelle der Generalstaatsanwaltschaft zur BekĂ€mpfung von Extremismus und Terrorismus leitete den Einsatz, an dem auch das Landesamt fĂŒr Verfassungsschutz beteiligt war. Ein auslĂ€ndischer Nachrichtendienst sei nicht involviert gewesen, hieß es. Weitere Informationen waren bis zum Sonntagmorgen nicht zu bekommen.

«Potenzieller islamistisch motivierter Anschlag verhindert»

«Dank der hervorragenden Zusammenarbeit unserer Sicherheitsbehörden konnten in kĂŒrzester Zeit mehrere TatverdĂ€chtige festgenommen und damit ein potenzieller islamistisch motivierter Anschlag in Bayern verhindert werden», sagte Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU). Dies belege «eindrucksvoll die gute Reaktions- und LeistungsfĂ€higkeit unserer Sicherheitsbehörden und zeigt: Wir sind in der Lage, unsere BĂŒrgerinnen und BĂŒrger zu schĂŒtzen!» Nun mĂŒssten die HintergrĂŒnde gemeinsam mit der Generalstaatsanwaltschaft MĂŒnchen aufgeklĂ€rt werden.

WeihnachtsmĂ€rkten gilt seit lĂ€ngerem besondere Aufmerksamkeit der Sicherheitsbehörden - auch wegen frĂŒherer AnschlĂ€ge. So steuerte ein radikalisierter Islamist am 19. Dezember 2016 einen Lastwagen in die Menschenmenge auf dem Berliner Breitscheidplatz und tötete damit 13 Menschen, wobei einer erst Jahre spĂ€ter den Folgen starb.

Im vergangenen Jahr raste ein Autofahrer absichtlich ĂŒber den Magdeburger Weihnachtsmarkt, tötete damit sechs Menschen und verletzte mehr als 300 weitere. Derzeit lĂ€uft am Landgericht Magdeburg der Prozess gegen den gestĂ€ndigen TĂ€ter aus Saudi-Arabien, der seit 2006 in Deutschland lebte.

@ dpa.de

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