Rundfunkbeitrag, CDU-Vorstand

Rundfunkbeitrag: CDU-Vorstand schließt Erhöhung nicht kategorisch aus

14.01.2024 - 14:14:20

Inmitten der Debatte um die Höhe des Rundfunkbeitrags hat der CDU-Bundesvorstand seine Position zur Reform der öffentlich-rechtlichen MedienhÀuser festgelegt.

Das Spitzengremium, das sich am Freitag und Samstag in Heidelberg traf, platzierte seinen Beschluss noch vor den in KĂŒrze erwarteten Ergebnissen eines unabhĂ€ngigen Gremiums (Zukunftsrat), das im Auftrag der BundeslĂ€nder ein Zukunftsbild fĂŒr den öffentlich-rechtlichen Rundfunk entwerfen soll. Medienpolitik ist im Wesentlichen LĂ€ndersache.

Der CDU-Bundesvorstand geht in dem Papier auch auf den Rundfunkbeitrag und die Finanzierung ein und schließt Erhöhungen nicht kategorisch aus. Eine Anhebung der BeitrĂ€ge komme "nur in Betracht", wenn es wirklich erforderlich sei. Die CDU bekennt sich dabei zu der Arbeit des Expertengremiums KEF, das als unabhĂ€ngige Stelle die WirtschaftsplĂ€ne der öffentlich-rechtlichen MedienhĂ€user prĂŒft und den Finanzbedarf feststellt. Die CDU betonte zudem, dass der Grundsatz der Austauschentwicklung - HĂ€user sollen stĂ€rker kooperieren - berĂŒcksichtigt werden mĂŒsse. Und: "Die Auswirkungen auf die Akzeptanz des beitragsfinanzierten Rundfunks insgesamt mĂŒssen von allen Beteiligten im Blick behalten werden."

Nach einem vorlĂ€ufigen Entwurf der Kommission zur Ermittlung des Finanzbedarfs der Rundfunkanstalten (KEF) ist eine Steigerung des Rundfunkbeitrags um 58 Cent auf monatlich 18,94 Euro im GesprĂ€ch. Der öffentlich-rechtliche Rundfunk mit ARD, ZDF und Deutschlandradio wird im Wesentlichen aus diesem Beitrag, den Haushalte und Firmen zahlen, finanziert. Das KEF-Gremium schlĂ€gt voraussichtlich im Februar den MinisterprĂ€sidenten eine Beitragshöhe ab dem Jahr 2025 vor. Die BundeslĂ€nder entscheiden, mĂŒssen sich aber eng an der Empfehlung orientieren.

Mehrere MinisterprĂ€sidenten haben sich allerdings bereits gegen eine Erhöhung positioniert - noch vor Ablauf der KEF-Berechnungsphase. Zu diesen LĂ€nderchefs gehören auch Unionspolitiker, darunter Sachsen-Anhalts MinisterprĂ€sident Reiner Haseloff (CDU) und Bayerns MinisterprĂ€sident Markus Söder (CSU). Es droht ein Konflikt unter den LĂ€ndern, weil sie einstimmig die Rundfunkbeitragshöhe festlegen mĂŒssen.

Weitere Punkte in dem Beschluss des CDU-Bundesvorstands, der eine politische Positionsbestimmung ist: Es gibt ein klares Bekenntnis zum öffentlich-rechtlichen Rundfunk. Zugleich mĂŒssten Aufgaben, Strukturen und Kosten auf den PrĂŒfstand gestellt sowie "Defizite bei QualitĂ€t, Ausgewogenheit und Meinungsvielfalt in den Programmangeboten behoben werden". Der Beschluss geht auf ein Papier einer CDU-Kommission unter Leitung von Sachsen-Anhalts MinisterprĂ€sident Haseloff zurĂŒck.

Von ARD und ZDF fordert die CDU mehr Zusammenarbeit und weniger Doppelstrukturen. Das ZDF solle "im Schwerpunkt ein nationales Programm anbieten, die ARD im Schwerpunkt ein regionales Programm".

Die CDU spricht sich laut Beschluss auch dafĂŒr aus, Sparten- und Themensender zusammenzulegen. Zu prĂŒfen sei auch eine Weiterentwicklung von Arte und 3sat zu einem neuen europĂ€ischen Kultur- und Wissenskanal in Verantwortung einer der Anstalten. Gefordert wird auch der Aufbau einer gemeinsamen Mediathek von ARD und ZDF.

Der ARD-Vorsitzende und SWR-Intendant, Kai Gniffke, teilte auf dpa-Anfrage unter anderem mit: "Die ARD sieht sich in ihrem Reformkurs durch die VorschlÀge der CDU-Kommission bestÀrkt." Zur Effizienzsteigerung gehe die ARD "konsequent den Weg zu mehr Kooperation und Arbeitsteilung - auch mit dem ZDF und dem Deutschlandradio".

@ dpa.de