Digitalminister, Palantir-Software

Digitalminister grundsĂ€tzlich offen fĂŒr Palantir-Software

03.08.2025 - 01:00:37 | dpa.de

Innenminister Dobrindt lĂ€sst den bundesweiten Einsatz der umstrittenen US-Software prĂŒfen. Die Justizministerin ist skeptisch. Ein Kabinettskollege betont die Chancen.

«Wenn ein Anbieter eine solche Technologie bereitstellt, sollten wir in sie investieren», sagt Karsten Wildberger. (Archivbild)  - Foto: Katharina Kausche/dpa
«Wenn ein Anbieter eine solche Technologie bereitstellt, sollten wir in sie investieren», sagt Karsten Wildberger. (Archivbild) - Foto: Katharina Kausche/dpa

Digitalminister Karsten Wildberger zeigt sich grundsĂ€tzlich offen fĂŒr den Einsatz von Technologien wie der umstrittenen Analyse-Software des US-Unternehmens Palantir bei deutschen Sicherheitsbehörden. «Wir sollten aber auch europĂ€ische Unternehmen haben, die solche Lösungen bieten können», sagte der CDU-Politiker den Zeitungen der Funke Mediengruppe. 

Wildberger wies darauf hin, dass Deutschland sich schĂŒtzen mĂŒsse: «Menschen und Staaten, die andere wertepolitische Vorstellungen haben und ganze LĂ€nder bedrohen, nutzen zunehmend Technologie. Wir sollten ebenfalls Technologien nutzen, um unseren Staat und unsere Demokratie zu schĂŒtzen», so der Minister. «Wenn ein Anbieter eine solche Technologie bereitstellt, sollten wir in sie investieren.»

Er reagierte damit auf die Frage, ob es eine gute Idee sei, dass mehrere BundeslĂ€nder die Software von Palantir fĂŒr ihre Polizei nutzen wollen. 

Mit der Software sollen Ermittler automatisiert VerdĂ€chtige identifizieren und Straftaten verhindern oder aufklĂ€ren können. In Bayern, Hessen und Nordrhein-Westfalen wird sie schon genutzt, nun soll auch die Polizei in Baden-WĂŒrttemberg darauf zurĂŒckgreifen können. Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU) lĂ€sst prĂŒfen, ob die Software bundesweit eingesetzt werden soll. 

Hubig sieht Einsatz skeptisch

Bundesjustizministerin Stefanie Hubig (SPD) hatte zuvor Argwohn erkennen lassen. Es sei zwar «wichtig, dass unsere Ermittlungsbehörden ĂŒber zeitgemĂ€ĂŸe Instrumente verfĂŒgen, um schwere Straftaten aufzuklĂ€ren und Gefahren abwehren zu können», sagte sie der «SĂŒddeutschen Zeitung». Es könnten aber nur solche Mittel genutzt werden, die mit rechtsstaatlichen GrundsĂ€tzen vereinbar seien. 

Das Unternehmen Palantir wurde 2003 in den USA gegrĂŒndet – unter anderem von Tech-MilliardĂ€r Peter Thiel. Er ist bekannt fĂŒr seine libertĂ€ren und rechtskonservativen Positionen, seine NĂ€he zu US-PrĂ€sident Donald Trump und seine Kritik an liberalen Demokratien. In Europa sehen viele Thiel deshalb kritisch. Auch DatenschĂŒtzer kritisieren die Software. 

Wildberger fordert mehr digitale EigenstÀndigkeit 

Wildberger gab das Ziel aus, dass Deutschland digital souverĂ€ner werden mĂŒsse. «75 Prozent der Cloud-Lösungen, die wir nutzen, kommen von den großen amerikanischen Tech-Konzernen», sagte er. Zwar arbeite man mit diesen Unternehmen seit vielen Jahren als vertrauensvolle Partner zusammen. Gleichzeitig mĂŒsse es aber auch darum gehen, «selbst unsere Talente zu nutzen, um an den riesigen Wachstumsfeldern zu profitieren».

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