Studie: Cyberbedrohung fĂŒr Verbraucher weiter auf Rekordhoch
16.06.2025 - 14:40:34 | dpa.deNach einer Studie der Initiative "Deutschland sicher im Netz" (DsiN) hat allein gut ein Drittel der Verbraucher (33,5 Prozent) in den vergangenen zwölf Monaten einen Phishing-Vorfall erlebt - 27,8 Prozent haben infizierte E-Mails erhalten.
Phishing ist ein Wort aus dem Englischen und bedeutet "Angeln" oder "Fischen". Beim Phishing versuchen BetrĂŒger, mit gefĂ€lschten Nachrichten im Internet wichtige Informationen von anderen Menschen zu bekommen, etwa Passwörter, Bankdaten oder Adressen.
Hohe Bedrohung
Die DsiN-Studie setzt die Bedrohungslage und das Schutzniveau ins VerhĂ€ltnis: Auf einer Skala von null bis hundert verharrte der Bedrohungs-Gesamtindex, der die digitale Sicherheitslage fĂŒr Verbraucher abbildet, wie im Vorjahr bei 55,7 Punkten - dem schlechtesten Wert seit der erstmaligen Erfassung im Jahr 2014.
Im Jahr 2023 lag der Wert noch bei 57,2, das Jahr davor bei 59,8 Punkten. Das bisher beste subjektive Schutzniveau wurde 2016 mit 65,4 Punkten gemessen. Mit dem aktuellen Wert ist der Index nur noch 5,7 Punkte vom Kipppunkt 50 entfernt, bei dem die Unsicherheitsfaktoren die Sicherheitsfaktoren ĂŒbersteigen.
Geringes Risikobewusstsein
2025 zeigt sich der Studie zufolge bislang ein paradoxes Muster: "Die digitale Bedrohung steigt, doch das Risikobewusstsein sinkt." Immer mehr Nutzerinnen und Nutzer gewöhnten sich offenbar an Gefahren im Netz, besonders in Gruppen mit geringem Schutzverhalten. "Digitale Gefahren werden zur Gewohnheit - das SicherheitsgefĂ€lle wĂ€chst weiter", heiĂt es in der Studie.
Sollte dieser Trend anhalten, droht laut Studie eine dauerhafte Spaltung zwischen souverĂ€nen und verletzlichen Nutzergruppen. "Vertrauen allein reicht nicht mehr aus - es braucht gezielte Kompetenzförderung, alltagsnahe AufklĂ€rung und konkrete UnterstĂŒtzung beim digitalen Selbstschutz", heiĂt es. "Nur so lĂ€sst sich der Kipppunkt vermeiden und digitale Teilhabe fĂŒr alle sicher gestalten."
FĂŒr die Berechnung der DsiN-Index-Zahlen wurden 1.000 Verbraucher und Verbraucherinnen ĂŒber 16 Jahren in einer reprĂ€sentativen Onlineumfrage befragt. Die Verbraucherstudie wurde in Zusammenarbeit mit ARIX durchgefĂŒhrt.
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