Mehrheit sieht Migrationspolitik der Regierung kritisch
08.12.2024 - 07:00:37 | dpa.deDrei von vier BundesbĂŒrgern haben laut einer aktuellen Umfrage den Eindruck, die Bundesregierung sei bei der Begrenzung der irregulĂ€ren Migration nicht aktiv genug. Das geht aus den Ergebnissen einer reprĂ€sentativen Erhebung des Meinungsforschungsinstituts YouGov im Auftrag der Deutschen Presse-Agentur hervor. Danach sieht jeder zweite Deutsche auch bei der Steuerung der Erwerbsmigration noch Luft nach oben.Â
Dass die Bundesregierung genug unternimmt, um irregulĂ€re Migration zu verhindern, glauben laut Umfrage lediglich 14 Prozent der Deutschen. 75 Prozent sind vom Gegenteil ĂŒberzeugt. Elf Prozent der Befragten trauten sich in dieser Frage kein Urteil zu.Â
Jeder Zweite hĂ€lt mehr Engagement fĂŒr Erwerbsmigration fĂŒr nötig
Auf die Frage, ob die Bundesregierung genug tue fĂŒr die Einwanderung potenzieller ArbeitskrĂ€fte aus Nicht-EU-Staaten oder nicht, antworteten 50 Prozent, die Regierung «macht nicht genug, um die Einwanderung von ArbeitskrĂ€ften zu ermöglichen». 30 Prozent der Befragten finden die AktivitĂ€ten der Bundesregierung auf diesem Gebiet ausreichend. Jeder FĂŒnfte hat hierzu keine klare Meinung.Â
Deutschlands Wirtschaft wird dieses Jahr nach einer Prognose der EU-Kommission leicht schrumpfen. Erwartet wird im laufenden Jahr ein RĂŒckgang des Bruttoinlandsprodukts um 0,1 Prozent. Als einer der GrĂŒnde fĂŒr die Flaute gilt der ArbeitskrĂ€ftemangel in vielen Branchen.
93 Prozent halten irregulĂ€re Migration fĂŒr ein ProblemÂ
Im Zuge der Befragung, die am 29. November begann und am Dienstag endete, wurde auch deutlich, dass eine groĂe Mehrheit der Deutschen irregulĂ€re Einwanderung problematisch findet. Demnach sehen lediglich zwei Prozent der BundesbĂŒrger ĂŒberhaupt kein Problem darin, dass Menschen, die nicht aus der EU stammen, ohne gĂŒltigen Aufenthaltstitel einreisen beziehungsweise sich in Deutschland aufhalten.Â
15 Prozent der Wahlberechtigten halten dies fĂŒr ein kleines Problem. FĂŒr die Antwortvariante «groĂes Problem» entschieden sich 27 Prozent der Befragten. Etwa die HĂ€lfte der Teilnehmer der Umfrage (51 Prozent) halten irregulĂ€re Einwanderung den Angaben zufolge fĂŒr ein sehr groĂes Problem. Lediglich fĂŒnf Prozent der Befragten Ă€uĂerten sich hier unentschlossen.Â
AfD- und BSW-AnhÀnger sehen irregulÀre Migration sehr kritisch
Fast alle Befragten, die angaben, bei der fĂŒr den 23. Februar geplanten Bundestagswahl AfD oder das BĂŒndnis Sahra Wagenknecht (BSW) wĂ€hlen zu wollen, sehen in der irregulĂ€ren Migration ein groĂes oder sehr groĂes Problem. Etwas niedriger ist der Wert bei denjenigen, die ihre Stimme der CDU beziehungsweise der CSU zu geben. Auch die Mehrheit der potenziellen SPD-, Linke- und FDP-WĂ€hler sehen das so.Â
Lediglich bei den Menschen, die angaben, die GrĂŒnen wĂ€hlen zu wollen, war die Gruppe derjenigen, die irregulĂ€re Einwanderung als groĂes oder sehr groĂes Problem ansehen in etwa so groĂ wie die Gruppe der Menschen, die darin nur ein kleines Problem sehen oder gar kein Problem.Â
In den ersten zehn Monaten dieses Jahres hat die Bundespolizei rund 71.000 unerlaubte Einreisen festgestellt. Im gesamten Jahr 2023 gab es laut Polizeistatistik rund 127.500 unerlaubte Einreisen.Â
BerĂŒcksichtigt werden muss hier, dass Bundesinnenministerin Nancy Faeser (SPD) die stationĂ€ren Kontrollen inzwischen auf alle Landgrenzen ausgeweitet hat. Das mag Schleuser einerseits abschrecken, fĂŒhrt auf der anderen Seite aber auch dazu, dass mehr unerlaubte Einreisen direkt an der Grenze auffallen, was ZurĂŒckweisungen ermöglicht. ZurĂŒckweisungen an deutschen Landgrenzen gibt es derzeit nur in bestimmten FĂ€llen: Wenn jemand mit einer Einreisesperre belegt ist oder kein Asyl beantragt.Â
Dass die Einwanderung in den vergangenen zehn Jahren insgesamt schlecht fĂŒr Deutschland war, glaubt demnach jeder Zweite. 15 Prozent der Deutschen sind ĂŒberzeugt, Einwanderung sei im zurĂŒckliegenden Jahrzehnt im GroĂen und Ganzen gut gewesen. Sowohl Licht als auch Schatten sehen hier 30 Prozent der Befragten.
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