Islamistischer Terror, Bundesanwaltschaft

Islamistischer Anschlagsplan: 24-jÀhriger Iraker soll Kirche in Bremen attackieren wollen

Veröffentlicht am: 17.09.2026 um 15:08 Uhr | dpa, AD HOC NEWS

Die Bundesanwaltschaft lĂ€sst in Brandenburg einen 24-jĂ€hrigen Iraker festnehmen, der eine Kirche in Bremen als Anschlagsziel fĂŒr islamistisch motivierte Attacken ausgewĂ€hlt haben soll. Der Mann sitzt in Untersuchungshaft und muss sich unter anderem wegen des Verdachts der Vorbereitung einer schweren staatsgefĂ€hrdenden Gewalttat verantworten.

Die Bundesanwaltschaft ließ den Mann in Brandenburg festnehmen. (Archivbild) - Bild: Christoph Schmidt/dpa
Die Bundesanwaltschaft ließ den Mann in Brandenburg festnehmen. (Archivbild) - Bild: Christoph Schmidt/dpa

Ein 24-jÀhriger Iraker soll eine Kirche in Bremen als erstes Ziel islamistisch motivierter AnschlÀge ausgewÀhlt und bereits eine Schusswaffe beschafft haben.

Festnahme durch Bundesanwaltschaft in Brandenburg

Die Bundesanwaltschaft ließ den Mann im Landkreis Barnim in Brandenburg festnehmen, weil er AnschlĂ€ge in Deutschland gegen vermeintlich UnglĂ€ubige geplant haben soll. Die Karlsruher Behörde teilt mit, dass eine Kirche in Bremen als erstes Anschlagsziel vorgesehen gewesen sei. Beamte des Bundeskriminalamts und der Bundespolizei nahmen den VerdĂ€chtigen fest, ein Ermittlungsrichter des Bundesgerichtshofs ordnete den Vollzug eines bereits zuvor ausgestellten Haftbefehls an, sodass der 24-JĂ€hrige in Untersuchungshaft kam.

VorwĂŒrfe: Terrorvereinigung und staatsgefĂ€hrdende Gewalttat

Dem Iraker wirft die Bundesanwaltschaft die versuchte GrĂŒndung einer terroristischen Vereinigung und die Vorbereitung einer schweren staatsgefĂ€hrdenden Gewalttat vor. ZusĂ€tzlich gehe es um einen Verstoß gegen das Waffengesetz. Der Mann soll die radikal-islamistische Ideologie der Terrormiliz «Islamischer Staat» teilen und seine PlĂ€ne entsprechend ausgerichtet haben.

Kirche ausgekundschaftet und Mitstreiter gesucht

FĂŒr die geplanten AnschlĂ€ge soll sich der Beschuldigte bereits eine Schusswaffe besorgt und die ausgewĂ€hlte Kirche in Bremen ausgekundschaftet haben. Nach Angaben der Bundesanwaltschaft konnte er eine weitere Person fĂŒr seine PlĂ€ne gewinnen, deren IdentitĂ€t derzeit noch unbekannt ist. Versuche, darĂŒber hinaus weitere Personen anzuwerben, seien gescheitert.

Hintergrund: IS und Verfahren in Deutschland

Der sogenannte Islamische Staat hatte zeitweise große Gebiete in Syrien und im benachbarten Irak unter Kontrolle. Obwohl die Zahl der AnschlĂ€ge dort deutlich zurĂŒckging, gilt die Organisation weiterhin als Bedrohung. In Deutschland standen in den vergangenen Jahren bereits zahlreiche AnhĂ€nger und UnterstĂŒtzer des IS vor Gericht, weil ihnen UnterstĂŒtzung oder Vorbereitung von AnschlĂ€gen vorgeworfen wurde.

Gefahr durch EinzeltÀter und Kleinstgruppen

Der Fall zeigt, wie sehr sich die sicherheitspolitische Lage in Deutschland seit den großen Strukturen des sogenannten Islamischen Staates hin zu EinzeltĂ€tern und Kleinstgruppen verlagert hat. Der 24-jĂ€hrige Iraker soll nach Angaben der Bundesanwaltschaft allein, mit lediglich einem bislang unbekannten Mitstreiter, AnschlĂ€ge gegen vermeintlich UnglĂ€ubige geplant haben. Die Kombination aus ideologischer Radikalisierung und vergleichsweise einfacher Beschaffung von Waffen erhöht die Relevanz solcher FĂ€lle fĂŒr die Sicherheitsbehörden.

Besondere Symbolik von Kirchen als Anschlagsziel

Dass der Mann ersten Ermittlungen zufolge eine Kirche in Bremen als Anschlagsziel auswĂ€hlte und bereits ausgekundschaftet haben soll, unterstreicht die symbolische Dimension des Plans. Kirchen stehen nicht nur fĂŒr Religion, sondern auch fĂŒr gesellschaftlichen Zusammenhalt und öffentliche Veranstaltungen, oft mit vielen Besucherinnen und Besuchern. Angriffe auf GotteshĂ€user gelten in der extremistischen Szene als besonders wirksam, um Angst im Alltag zu verbreiten und gesellschaftliche GrĂ€ben zu vertiefen. Die Hinweise auf eine NĂ€he zur Ideologie des IS fĂŒgen sich in bekannte Muster ein, bei denen religiöse Minderungen und vermeintliche UnglĂ€ubige im Fokus stehen.

Rolle der Bundesanwaltschaft und Auswirkungen auf die Bevölkerung

Die frĂŒhzeitige Festnahme im Landkreis Barnim und der vom Bundesgerichtshof angeordnete Vollzug des Haftbefehls verdeutlichen, dass die Behörden bereits in der Phase der Vorbereitung eingreifen. FĂŒr die Bevölkerung bedeutet dies zum einen ein hohes Schutzniveau, zum anderen aber auch die Erfahrung, dass Anschlagsplanungen weiterhin RealitĂ€t sind. Gemeinden und Kirchen könnten ihre Sicherheitskonzepte ĂŒberprĂŒfen, etwa durch verstĂ€rkte Zusammenarbeit mit der Polizei und Sensibilisierung der Besucher. Der Fall reiht sich ein in Verfahren gegen mutmaßliche IS-AnhĂ€nger in Deutschland und bestĂ€tigt, dass die Bedrohung durch islamistischen Terror trotz des RĂŒckgangs der AnschlĂ€ge in Syrien und Irak nicht verschwunden ist.

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