Israel-Wahl: 7,3 Millionen entscheiden über Netanjahus Zukunft
Veröffentlicht am: 27.10.2026 um 06:52 Uhr | dts-nachrichtenagentur, AD HOC NEWSMehrheit und Wahlabend in Israel
- In Israel begann am Dienstagmorgen die Parlamentswahl mit mehr als 12.000 geöffneten Wahllokalen.
- Rund 7,3 Millionen Wahlberechtigte entscheiden über die 120 Sitze der Knesset.
- Erste Prognosen werden nach der Schließung der Wahllokale um 21 Uhr deutscher Zeit erwartet.
Israel entscheidet über neue Knesset
In Israel hat am Dienstagmorgen die mit Spannung erwartete Parlamentswahl begonnen. Mehr als 12.000 Wahllokale öffneten für rund 7,3 Millionen Wahlberechtigte ihre Türen.
Enges Rennen um die Mehrheit
Laut den jüngsten Umfragen zeichnet sich ein enges Rennen zwischen dem Lager von Ministerpräsident Benjamin Netanjahu und seinem Herausforderer Gadi Eizenkot ab. Unklar ist, ob Netanjahus rechtsreligiöser Block oder das Mitte-Rechts-Bündnis Eizenkots eine absolute Mehrheit erreichen kann.
Das israelische Parlament umfasst 120 Abgeordnete. Für eine absolute Mehrheit sind 61 Sitze erforderlich; Parteien müssen mindestens 3,25 Prozent der Stimmen erreichen, um in die Knesset einzuziehen.
Erste Prognosen nach 21 Uhr
Die Regierungsbildung dürfte nach der Wahl schwierig werden, sollte keines der beiden Lager die notwendige Mehrheit erreichen. Mit ersten Prognosen und Hochrechnungen wird kurz nach Schließung der Wahllokale um 21 Uhr deutscher Zeit gerechnet.
Die Wahl findet in einer politisch und gesellschaftlich stark belasteten Lage statt. Seit dem Hamas-Angriff vom 7. Oktober 2023 prägen Sicherheitsfragen, der Krieg und die Verantwortung für frühere Versäumnisse die politische Debatte. Für viele Wähler geht es deshalb nicht nur um einen Regierungswechsel, sondern auch um die künftige Sicherheits- und Gesellschaftspolitik Israels.
Mehrheit als zentrale Hürde
Die Knesset hat 120 Sitze; für eine Regierungsmehrheit sind 61 Mandate erforderlich. Das israelische Wahlsystem verteilt die Sitze nach dem Verhältniswahlrecht, wobei Parteien mindestens 3,25 Prozent der Stimmen erreichen müssen. Auch ein knappes Wahlergebnis kann deshalb langwierige Koalitionsverhandlungen auslösen, wenn kein Lager allein auf eine stabile Mehrheit kommt.
Im Mittelpunkt stehen Ministerpräsident Benjamin Netanjahu und sein Herausforderer Gadi Eizenkot. Während Netanjahus rechtsreligiöser Block auf sicherheitspolitische Kontinuität setzt, verbindet das Mitte-Rechts-Bündnis seines Gegners die Wahl mit einem politischen Neuanfang. Kleine Parteien können für die Regierungsbildung entscheidend werden.
Folgen für die Regierungsbildung
Die Wahllokale schließen um 21 Uhr deutscher Zeit. Danach werden erste Prognosen und Hochrechnungen erwartet. Das Ergebnis entscheidet zunächst über die Kräfteverhältnisse in der Knesset; anschließend muss sich zeigen, welches Lager genügend Partner für eine Regierung findet. Für die Bevölkerung bedeutet ein enges Resultat vor allem, dass zentrale Fragen zu Sicherheit, Kriegskosten und innerem Zusammenhalt zunächst Gegenstand intensiver Verhandlungen bleiben.
Pressespiegel: Einigkeit, Unterschiede und offene Fragen
tagesschau: „Knesset-Wahl 2026: Israel vor der Entscheidung“ (27.10.2026)
Der Beitrag bestätigt das enge Rennen zwischen Benjamin Netanjahu und Gadi Eizenkot sowie die Bedeutung der erforderlichen Mehrheit von 61 Sitzen. Einen Schwerpunkt legt er auf die Folgen des Hamas-Angriffs vom 7. Oktober 2023, die gesellschaftliche Polarisierung und die wirtschaftlichen Belastungen des Krieges.
stern: „Israelis wählen neues Parlament“ (27.10.2026)
Der Artikel stellt ebenfalls ein enges Rennen heraus und betont Netanjahus lange Amtszeit sowie den Druck durch Sicherheitsfragen. Anders als die tagesschau konzentriert sich der Beitrag stärker auf Netanjahus politische Ausgangslage und die Chancen Eizenkots.
Beide Beiträge sehen die Wahl als Richtungsentscheidung mit offenem Ausgang. Unterschiede bestehen vor allem beim Schwerpunkt: Während die tagesschau den gesellschaftlichen und kriegsbedingten Kontext ausführlich beleuchtet, rückt der stern die politische Belastung Netanjahus und den unmittelbaren Wettbewerb in den Vordergrund.
