Unicef, Kleinkind

Unicef: Jedes vierte Kleinkind leidet unter einseitiger ErnÀhrung

06.06.2024 - 06:13:03

Jedes vierte Kind unter fĂŒnf Jahren leidet einem neuen Bericht des UN-Kinderhilfswerks Unicef unter einseitiger ErnĂ€hrung und hat ein erhöhtes Risiko von lebensbedrohlicher UnterernĂ€hrung.

Dies entspricht rund 181 Millionen Kleinkindern weltweit, die höchstens zwei von acht definierten Lebensmittelgruppen konsumieren. Bei diesen Gruppen handelt es sich unter anderem um Muttermilch, Getreide, FrĂŒchte und GemĂŒse, Fleisch oder Fisch, Eier sowie Milchprodukte. Die am Donnerstag veröffentlichte Analyse wurde in knapp 100 LĂ€ndern durchgefĂŒhrt und soll aufzeigen, wie viele Kinder keinen Zugang zu abwechslungsreicher ErnĂ€hrung haben, die fĂŒr optimales Wachstum und Entwicklung notwendig ist.

Viele dieser als ernĂ€hrungsarm geltenden Kinder konsumieren ausschließlich Muttermilch oder Milch und ein stĂ€rkehaltiges Grundnahrungsmittel wie Reis, Mais oder Weizen. Weniger als zehn Prozent von ihnen essen Obst und GemĂŒse - und weniger als fĂŒnf Prozent nĂ€hrstoffreiche Lebensmittel wie Eier, Fisch, GeflĂŒgel oder Fleisch. In der Folge sind sie bis zu 50 Prozent hĂ€ufiger von schweren Formen der UnterernĂ€hrung betroffen.

Der Bericht warnt davor, dass die sozioökonomischen Folgen der Corona-Pandemie, zunehmende Ungleichheiten, Konflikte und die Klimakrise die Lebensmittelpreise und Lebenshaltungskosten auf ein Rekordhoch getrieben hĂ€tten. Von den 181 Millionen betroffenen Kindern weltweit leben zwei Drittel in nur 20 LĂ€ndern, davon jeweils 64 Millionen in Afrika und SĂŒdasien.

So leidet in Afrika jedes dritte Kind unter fĂŒnf Jahren unter schwerer ErnĂ€hrungsarmut, heißt es in dem Bericht. Zu den in Afrika am schlimmsten betroffenen LĂ€ndern gehören laut Unicef die Demokratische Republik Kongo, Ägypten, Äthiopien, Ghana, Niger, Nigeria, Somalia, SĂŒdafrika, Uganda und Tansania.

Ein niedriges Haushaltseinkommen ist aber nicht der einzige Faktor fĂŒr schlechte ErnĂ€hrung von Kindern, heißt es in dem Bericht weiter. Auch MĂ€dchen und Jungen aus der Mittelschicht oder wohlhabenden Haushalten seien betroffen. Es werde immer schwieriger fĂŒr Eltern, ihren Kindern nahrhafte Lebensmitteloptionen zu bieten sowie positive ErnĂ€hrungspraktiken umzusetzen. Einer der HauptgrĂŒnde sei, dass billige, nĂ€hrstoffarme, ungesunde und extrem-verarbeitete Lebensmittel mit hohem Zuckergehalt aggressiv an Familien vermarktet werden und zum neuen Standard fĂŒr die ErnĂ€hrung von Kindern geworden seien.

@ dpa.de