GedenkstÀtte, Buchenwald

GedenkstĂ€tte Buchenwald drĂ€ngt auf PrĂŒfung von AfD-Verbot

14.06.2024 - 08:32:29

Jens-Christian Wagner, Leiter der Stiftung der GedenkstĂ€tten Buchenwald und Mittelbau-Dora in ThĂŒringen, hat gefordert, ein AfD Verbotsverfahren vor dem Bundesverfassungsgericht anzustoßen.

"Es kann nicht sein, dass die liberale Demokratie eine Partei zu Wahlen zulĂ€sst und ihren Wahlkampf finanziert, welche die liberale Demokratie abschaffen will", sagte Wagner der "taz" (Samstagsausgabe). "Wenn eine Partei erwiesenermaßen verfassungsfeindlich ist, dann muss sie auch verboten werden - egal, wie viele Leute sie wĂ€hlen." Die AfD sei heute schon in Teilen verfassungsfeindlich, erklĂ€rte Wagner.

"Mindestens in einigen östlichen BundeslĂ€ndern, wie etwa ThĂŒringen". Den hohen WĂ€hlerzuspruch fĂŒr die AfD sieht Wagner nicht als Hindernis fĂŒr ein Verbotsverfahren. Er verwies auf das Verbot der Sozialistischen Reichspartei 1952, obwohl diese damals in einigen Regionen Niedersachsen 30 Prozent der Stimmen bekam. "Die Verbotsfrage darf nicht politisch nach der StĂ€rke der Partei entschieden werden, sondern nur rein juristisch", sagte der Stiftungsleiter. "Sobald die AfD erwiesen verfassungsfeindlich ist, muss ein Verbot folgen." Wagner warnte, dass die AfD-Erfolge die Demokratie inzwischen in ernste Gefahr brĂ€chten. "Ich sehe leider die Demokratie in ThĂŒringen, aber auch in einigen anderen Regionen, akut bedroht." Mit Protestwahlen habe das "ĂŒberhaupt nichts mehr zu tun". Es seien vielmehr gefestigte sozialmoralische Milieus, auf die sich die AfD mittlerweile stĂŒtzen könne, so Wagner. "Milieus, welche die liberale Demokratie ablehnen, die mindestens latent rassistische und antisemitische Positionen vertreten und die sich nicht daran stören, dass die AfD notorisch Geschichtsrevisionismus betreibt." Wagner bekrĂ€ftigte, dass AfD-FunktionĂ€re in seinen GedenkstĂ€tten weiterhin Hausverbot hĂ€tten. "Dabei bleibt es. Auch ein MinisterprĂ€sident Höcke hĂ€tte keine Erlaubnis, an unseren Veranstaltungen teilzunehmen." Wagner begrĂŒndet den Schritt damit, "dass nur eine klare Haltung gegen Rechtsextreme diese eindĂ€mmt". Zudem appellierte der GedenkstĂ€ttenleiter, demokratisch Engagierte gerade im lĂ€ndlichen Raum zu unterstĂŒtzen. "Wir mĂŒssen der Zivilgesellschaft den RĂŒcken stĂ€rken, insbesondere dort, wo die AfD die kulturelle Hegemonie schon erlangt hat. Wir mĂŒssen den Engagierten zeigen, dass sie nicht allein sind", sagte Wagner. "Wir mĂŒssen aufzeigen, welchen Wert unser Grundgesetz und die liberale Demokratie haben. Wir mĂŒssen werben und streiten."

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