Kampfjet: Pistorius will Entscheidung bis MĂ€rz 2027
Veröffentlicht am: 07.11.2026 um 09:50 Uhr | dts-nachrichtenagentur, AD HOC NEWSDeutschlands Optionen fĂŒr die Luftwaffe
- Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius kĂŒndigt eine Richtungsentscheidung bis Ende MĂ€rz 2027 an.
- Deutschland prĂŒft eine Beteiligung am Global Combat Air Programm von GroĂbritannien, Italien und Japan.
- Als zweite Möglichkeit soll Airbus mit europĂ€ischen Partnern ein eigenes Projekt fĂŒr die frĂŒhen 2040er-Jahre entwickeln.
- Pistorius schlieĂt eine deutsche FĂŒhrungsrolle beim Bau eines neuen Kampfflugzeugs aus.
Deutschland sucht nach FCAS-Aus neue Kampfjet-Lösung
Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius will bis Ende MĂ€rz 2027 ĂŒber eine Alternative zum gemeinsamen Kampfjet im deutsch-französischen FCAS-Projekt entscheiden. Eine deutsche FĂŒhrungsrolle beim Bau eines neuen Kampfflugzeugs schloss der SPD-Politiker gegenĂŒber der Funke-Mediengruppe aus.
Zwei Modelle liegen auf dem Tisch
Deutschland prĂŒft nach Angaben des Ministers eine Beteiligung am Global Combat Air Programm von GroĂbritannien, Italien und Japan. Dazu liefen GesprĂ€che, unter anderem ĂŒber die Frage, ob ein deutscher Beitritt den Zeitplan des Vorhabens deutlich verzögern könnte.
Als zweite Möglichkeit nannte Pistorius ein eigenes europĂ€isches Projekt von Airbus und weiteren Partnern. Dieses könnte auf ein Kampfflugzeug fĂŒr den Beginn der 2040er-Jahre zielen.
Deutsche Industrie soll beteiligt bleiben
Pistorius betonte sein Interesse an einer Rolle der deutschen Luftfahrtindustrie. Die Unternehmen könnten ein solches Vorhaben nach seiner Darstellung jedoch nicht allein bewÀltigen.
Weitere Zusammenarbeit mit Frankreich möglich
Gemeinsame RĂŒstungsvorhaben mit Frankreich bleiben nach EinschĂ€tzung des Ministers möglich, mĂŒssten aber anders organisiert werden. Als Beispiele nannte er die Einbindung Frankreichs in ein britisch-deutsches Projekt fĂŒr prĂ€zise Langstreckenwaffen sowie eine enge Kooperation bei Weltraumvorhaben und ballistischer FrĂŒhwarnung.
Die Rahmenbedingungen hĂ€tten sich verĂ€ndert, zugleich gebe es weiterhin ausreichend Felder fĂŒr eine Zusammenarbeit. Die angekĂŒndigte Entscheidung soll nun die weitere Ausrichtung der deutschen Luftfahrt- und Beschaffungspolitik bestimmen.
Das FCAS-Projekt sollte Deutschland, Frankreich und Spanien bei der Entwicklung eines neuen europĂ€ischen Luftkampfsystems zusammenfĂŒhren. Der geplante Kampfjet bildete dabei nur einen Teil eines gröĂeren Verbunds aus bemannten und unbemannten Flugzeugen, Vernetzung und weiteren militĂ€rischen FĂ€higkeiten.
Die nun angekĂŒndigte deutsche Richtungsentscheidung betrifft deshalb nicht nur die Auswahl eines Flugzeugs, sondern auch industrielle ZustĂ€ndigkeiten, Kosten, ZeitplĂ€ne und die kĂŒnftige europĂ€ische Arbeitsteilung. Mit dem britisch-italienisch-japanischen Global Combat Air Programme steht eine bereits international strukturierte Alternative im Raum. Eine deutsche Beteiligung könnte industrielle Anteile sichern, mĂŒsste aber mit den Anforderungen eines laufenden multinationalen Vorhabens vereinbar sein.
Industrie und Zeitplan im Mittelpunkt
Die zweite Option wĂŒrde Airbus und weitere europĂ€ische Partner stĂ€rker in die Verantwortung nehmen. FĂŒr Deutschland stellt sich damit die Frage, wie eigene Entwicklungs- und FertigungskapazitĂ€ten erhalten werden können, ohne ein technisch und finanziell ĂŒberdimensioniertes Einzelprojekt zu starten.
FĂŒr die Bundeswehr ist der Zeitplan besonders relevant, weil die Nachfolge der heutigen Kampfflugzeugflotte langfristige Entscheidungen bei Beschaffung, Ausbildung, Infrastruktur und Bewaffnung erfordert. Die bis Ende MĂ€rz 2027 angekĂŒndigte Auswahl soll diese strategische Unsicherheit begrenzen. Zugleich deutet Pistoriusâ Verweis auf weitere Kooperationen mit Frankreich darauf hin, dass das Ende des gemeinsamen Kampfjetprojekts nicht das Ende der sicherheitspolitischen Zusammenarbeit beider LĂ€nder bedeutet.
