Einsatz fĂŒr Menschenrechte: Gewalt gegen Christen oft ausgeblendet / Opfer werden zu TĂ€tern erklĂ€rt - viele wahre TĂ€ter bleiben straffrei
08.12.2023 - 07:00:00Deutlich mehr Angriffe auf Kirchen, 26 Jahre Haft fĂŒr Bischof
Bei der Auswertung der LĂ€nderberichte zur Veröffentlichung des neuen Weltverfolgungsindex am 17. Januar 2024 hat das christliche Hilfswerk Open Doors festgestellt, dass Angriffe auf Kirchen 2023 deutlich zugenommen haben. In Afrika haben Islamisten tausende Christen getötet. In Indien versuchen extremistische Hindus mit UnterstĂŒtzung aus der Mitte der Bevölkerung, ganze Regionen von Christen zu sĂ€ubern. Bei den jĂŒngsten Unruhen im Bundesstaat Manipur wurden innerhalb weniger Tage rund 400 Kirchen zerstört und mehr als 100 Christen ermordet.
Im kommunistischen Nicaragua geht die Regierung immer offener gegen Christen vor. Kirchen, christliche Schulen sowie Radio- und TV-Sender werden attackiert oder geschlossen, Priester des Landes verwiesen. Bischof Rolando JosĂ© Ălvarez, der mutig fĂŒr Menschenrechte eintritt, wurde wegen Landesverrat zu 26 Jahren Haft verurteilt. Ist er TĂ€ter oder Opfer?
Kritik an Mord wird als Straftat behandelt
Am 27. November wurde der Antrag der nigerianischen Christin Rhoda Jatau auf Einstellung ihres Verfahrens abgewiesen. Sie war im Mai 2022 wegen des Vorwurfs der Blasphemie verhaftet worden, weil sie in einer WhatsApp-Nachricht den Mord an Deborah Samuel Yakubu verurteilt hatte.
Die Christin Deborah Samuel Yakubu war acht Tage zuvor von Mitstudenten an der UniversitÀt gesteinigt und verbrannt worden. Wegen angeblicher Beleidigung des Islam in einer WhatsApp-Nachricht. Die TÀter verbreiteten stolz ihre Filmaufnahmen in den sozialen Netzwerken. Trotz vieler Zeugen wurde bis heute niemand verurteilt.
Die 46-jĂ€hrige Rhoda Jatau wird aber nun aufgrund ihrer Kritik an der Mordtat wegen "Störung des öffentlichen Friedens" angeklagt. Die fĂŒnffache Mutter befindet sich seit 18 Monaten in Haft.
Das Hilfswerk Open Doors richtet am Tag der Menschenrechte den Blick auf die mehr als 360 Millionen Christen weltweit, die wegen ihres Glaubens Verfolgung und Diskriminierung ausgesetzt sind - und ruft auf, fĂŒr sie zu beten und sie zu unterstĂŒtzen.
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