Unicef: Hungernde Kinder in Gaza trÀumen von Gurkenscheibe
26.03.2024 - 12:47:28 | dpa.deKinder trĂ€umten von einer Gurkenscheibe oder bettelten um eine Tomate, berichtete der Sprecher des UN-Kinderhilfswerks Unicef, James Elder, am Dienstag aus dem Gazastreifen. Jugendliche hĂ€tten im GesprĂ€ch mit Unicef gesagt, sie hofften, beim nĂ€chsten Angriff umzukommen, damit der Albtraum ihres Lebens ende. In den KrankenhĂ€usern lĂ€gen völlig abgemagerte Kinder, die wenigen funktionierenden BrutkĂ€sten seien voll mit FrĂŒhgeborenen, deren Leben am seidenen Faden hĂ€nge.
Die Hungerkrise im Gazastreifen sei "menschengemacht", betonte Elder. Hunderte Lastwagen mit Nahrungsmitteln stĂŒnden an den Grenzen bereit, dĂŒrften aber nicht hineinfahren. "Lebenswichtige Hilfe wird behindert", sagte er.
Nach Angaben des UN-Hilfswerks fĂŒr PalĂ€stinenser (UNRWA) verweigert Israel inzwischen allen seinen Konvois die Einfahrtgenehmigung. Neben den Vereinten Nationen verteilen unter anderem auch Rothalbmond-Organisationen HilfsgĂŒter. Elder appellierte an die israelischen Behörden, GrenzĂŒbergĂ€nge im Norden zu öffnen. Damit könne die Hungerkrise innerhalb weniger Tage beendet werden.
Eine Vertreterin in der israelischen MilitĂ€rbehörde, die die Nothilfe koordiniert, sagte vergangene Woche in Genf, es gebe keine EinschrĂ€nkung von Hilfskonvois. Das Problem liege vielmehr im Gazastreifen, weil die Akteure dort offenbar nicht in der Lage seien, Material zu den Menschen zu bringen. Ein Sprecher des UN-NothilfebĂŒros OCHA sagte dazu am Dienstag in Genf, es sei die Pflicht Israels als Konfliktpartei, dafĂŒr zu sorgen, dass Nahrungsmittel fĂŒr die Zivilbevölkerung ohne EinschrĂ€nkung verteilt werden können.
Nach Angaben von Elder gibt es in Rafah im SĂŒden des Landes nur noch eine Toilette fĂŒr 800 Menschen. Als Standard in Katastrophensituationen gelte, mindestens eine Toilette fĂŒr 20 Menschen bereitzustellen.
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