Kommunalwahl Niedersachsen: CDU bleibt vorn, AfD steigt auf 15,9 Prozent
Veröffentlicht am: 14.09.2026 um 06:50 Uhr | dts-nachrichtenagentur, AD HOC NEWSDie CDU ist bei den Kommunalwahlen in Niedersachsen trotz deutlicher Verluste stÀrkste Kraft geblieben. Gleichzeitig legt die AfD krÀftig zu und erreicht im FlÀchenland Niedersachsen einen zweistelligen Stimmenanteil.
Ergebnisse der Kreiswahlen im Detail
Nach AuszĂ€hlung aller 45 Wahlkreise kommt die CDU bei den Kreiswahlen auf 27,2 Prozent der Stimmen, ein Minus von 4,5 Prozentpunkten im Vergleich zu 2021. GröĂter Gewinner ist die AfD, die um 11,3 Prozentpunkte zulegt und jetzt auf 15,9 Prozent kommt. FĂŒr die SPD ging es um 5,4 Prozentpunkte nach unten, sie erreichte am Sonntag noch 24,6 Prozent.
Den vierten Platz belegen die GrĂŒnen mit 14,1 Prozent, was einem RĂŒckgang um 1,8 Prozentpunkte entspricht. Dahinter folgen die Linke mit 6,0 Prozent, ein Plus von 3,2 Prozentpunkten, und die FDP mit 3,7 Prozent, die 2,8 Prozentpunkte verliert. WĂ€hlergruppen kommen auf 5,1 Prozent, ein Minus von 0,5 Prozentpunkten, wĂ€hrend sonstige Parteien zusammen 3,4 Prozent und damit 0,5 Prozentpunkte mehr als 2021 erreichen.
Hohe Wahlbeteiligung und viele Mandate
Die Wahlbeteiligung lag bei 64,6 Prozent und damit 7,6 Prozentpunkte höher als bei den letzten Kommunalwahlen. Insgesamt waren rund 6,3 Millionen Wahlberechtigte dazu aufgerufen, ĂŒber die Zusammensetzung von mehr als 2.000 Kommunalparlamenten fĂŒr die nĂ€chsten fĂŒnf Jahre zu entscheiden.
Neben den Kreistagen wurden auch Stadt- und GemeinderĂ€te neu gewĂ€hlt. Zugleich fanden Direktwahlen zu LandrĂ€ten, BĂŒrgermeistern und OberbĂŒrgermeistern sowie zum RegionsprĂ€sidenten von Hannover statt. In den gröĂten StĂ€dten sind dabei fĂŒr einige SpitzenĂ€mter noch Stichwahlen nötig, weil im ersten Wahlgang keine Kandidatin und kein Kandidat die erforderliche Mehrheit erreicht hat.
Signalwirkung ĂŒber Niedersachsen hinaus
Der Urnengang in Niedersachsen war auch im politischen Berlin mit Spannung verfolgt worden. Zwischen den Landtagswahlen in Sachsen-Anhalt und den Wahlen in Mecklenburg-Vorpommern und Berlin wurden von den kommunalen Ergebnissen zusÀtzliche Hinweise auf die politische Stimmung im Land erwartet.
Im Fokus stand insbesondere die Frage, wie stark die AfD in einem westdeutschen FlĂ€chenland derzeit ist. Mit dem deutlichen Zuwachs in den niedersĂ€chsischen Kommunalparlamenten steigt der Druck auf die etablierten Parteien, ihre Strategien im Umgang mit der AfD und zur Stabilisierung eigener WĂ€hlerbasis zu ĂŒberprĂŒfen.
Die Kommunalwahlen in Niedersachsen gelten als wichtiger Stimmungstest in einer politisch angespannten Phase zwischen mehreren Landtagswahlen. Dass die CDU trotz deutlicher Verluste stÀrkste Kraft bleibt, wÀhrend die AfD zweistellig zulegt, spiegelt eine Verschiebung im Parteiensystem wider, die seit lÀngerem in Umfragen sichtbar ist.
Verschiebungen im Parteiensystem
Mit 27,2 Prozent behauptet die CDU ihre Spitzenposition in den Kreistagen, verliert aber einen Teil ihres RĂŒckhalts gegenĂŒber 2021. Die SPD fĂ€llt mit 24,6 Prozent hinter die CDU zurĂŒck und verzeichnet sogar stĂ€rkere EinbuĂen als die Christdemokraten. Gleichzeitig wĂ€chst die AfD mit nun 15,9 Prozent deutlich und erreicht in einem westdeutschen FlĂ€chenland eine politische GröĂe, die sich direkt auf Mehrheitsbildungen in Kreistagen und RĂ€ten auswirken kann.
Die GrĂŒnen bleiben mit 14,1 Prozent zweistellig, können ihren Aufschwung aus frĂŒheren Jahren jedoch nicht ausbauen. Linke und FDP bewegen sich im unteren einstelligen Bereich, wobei die Linke zulegt und die FDP verliert. Die WĂ€hlergruppen bleiben stabil und sichern sich weiter eine relevante Rolle insbesondere auf kommunaler Ebene.
Bedeutung fĂŒr Berlin und die Kommunen
Die hohe Wahlbeteiligung von 64,6 Prozent zeigt, dass kommunale Entscheidungen ĂŒber Kreistage, Stadt- und GemeinderĂ€te sowie BĂŒrgermeister- und LandratsĂ€mter als politisch bedeutsam wahrgenommen werden. FĂŒr die Bundespolitik ist entscheidend, dass die AfD in einem groĂen westdeutschen FlĂ€chenland deutlich hinzugewinnt, wĂ€hrend CDU und SPD unter Druck geraten, ihre Strategien zur Bindung der politischen Mitte zu ĂŒberdenken.
In vielen Kommunen werden kĂŒnftig breitere Koalitionen und wechselnde BĂŒndnisse nötig sein, um stabile Mehrheiten zu bilden. Das erhöht die Bedeutung lokaler Sachpolitik, kann aber auch die parteipolitische Polarisierung verstĂ€rken, wenn sich Lager an den RĂ€ndern des politischen Spektrums weiter verfestigen.
