China-SchwÀche lÀsst Gewinn bei BMW einbrechen
07.05.2025 - 07:32:09BMW hat einen Fehlstart ins neue Jahr erwischt. Unter dem Strich verdiente der Konzern nach eigenen Angaben im ersten Quartal 2,2 Milliarden Euro. Das waren 26,4 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum. Vor allem ein schwaches China-GeschĂ€ft verdarb den MĂŒnchnern die Bilanz, im weiteren Jahresverlauf dĂŒrften auch die US-Zölle noch stĂ€rker zu Buche schlagen, die sich auf die aktuellen Zahlen noch kaum ausgewirkt hatten. Dennoch hĂ€lt BMW an seiner Prognose fest.
Je anspruchsvoller das Umfeld, umso entscheidender seien Produkte, Strategie und FlexibilitĂ€t, sagte Konzernchef Oliver Zipse. Man bediene «die unterschiedlichen KundenwĂŒnsche weltweit» und könne so «robuste Ergebnisse» erzielen und Kurs auf die Jahresziele halten.Â
Schon die im April veröffentlichten Absatzzahlen fĂŒr das erste Quartal hatten nichts Gutes erwarten lassen: Der deutliche Absturz in China hatte die weltweiten VerkĂ€ufe des BMW-Konzerns, zu dem auch Mini und Rolls-Royce gehören, ins Minus gezogen. Konkret um 1,4 Prozent auf 586.000 Autos. Das ergab einen Umsatz von 33,8 Milliarden Euro - 7,8 Prozent weniger als vor einem Jahr.Â
BMW ist mit seinem Gewinneinbruch nicht alleine - und hat sich im Vergleich zur deutschen Konkurrenz gar nicht mal so schlecht geschlagen: Erzrivale Mercedes hat fĂŒr das erste Quartal ein heftiges Minus von 43 Prozent auf 1,73 Milliarden Euro vermeldet. Beim anderen groĂen Premiumkonkurrenten Audi blieben unter dem Strich gar nur 630 Millionen Euro - dass das nur ein Minus von 14,4 Prozent war, lag dabei alleine am bereits sehr schwachen Vergleichsquartal aus dem Vorjahr. Bei der deutschen Nummer eins und Audi-Mutter Volkswagen waren es 2,2 Milliarden Euro und ein Minus von 41 Prozent.Â
Die Stimmung in der Branche ist schlecht
Die Stimmung in der deutschen Autoindustrie - inklusive Zulieferern - ist schlecht. Der vom Ifo-Institut erhobene GeschĂ€ftsklimaindex fĂŒr die Branche liegt mit minus 30,7 Punkten tief im negativen Bereich. Vor allem bei den Exporterwartungen ging es jĂŒngst wieder nach unten, zudem schĂ€tzen die Unternehmen ihre Wettbewerbsposition den Wirtschaftsforschern zufolge auĂerhalb der EU schlechter ein.Â
Es sind die zwei groĂen Probleme der fĂŒr Deutschland wichtigen Industrie: In China sind die Autobauer einer immer stĂ€rker werdenden heimischen Konkurrenz und einem scharfen Preiswettbewerb ausgesetzt. Und in den USA drĂŒckt vor allem die Angst, wie es mit den Zöllen von PrĂ€sident Donald Trump weitergehen wird. Selbst das US-Unternehmen Ford hat zuletzt von Milliarden-Belastungen wegen Trumps Handelspolitik gesprochen.Â
BMW produziert zwar in den USA mit etwas weniger als 400.000 Fahrzeugen pro Jahr ungefĂ€hr so viele Autos, wie es dort verkauft. Mehr als die HĂ€lfte davon werden allerdings auch von dort exportiert. Das bringt den MĂŒnchnern regelmĂ€Ăig den ĂŒberraschenden Titel des nach Wert der Fahrzeuge gröĂten US-Auto-Exporteurs, macht aber den Import anderer Autos und von Teilen in die USA notwendig. Höhere Zölle schmerzen BMW also deutlich. Die Belastungen aus Zöllen und möglichen Gegenzöllen könnten im Milliardenbereich liegen.Â
Dennoch hat BMW nun seine Prognose aus dem MĂ€rz bestĂ€tigt. Auch weil der Konzern davon ausgeht, dass die aktuellen Erhöhungen «teilweise temporĂ€rer Natur sein werden» und auf die Nachfrage nach seinen Autos vertraut. Die Prognose sieht ein Vorsteuerergebnis auf Vorjahresniveau vorher - das wĂ€ren grob 11 Milliarden Euro. Allerdings warnt BMW auch: «Der tatsĂ€chliche GeschĂ€ftsverlauf kann gegenĂŒber diesen Erwartungen abweichen» - unter anderem durch neue Zölle oder wenn geltende Zölle lĂ€nger als erwartet gelten.







