Kriegsdienstverweigerung: 14.977 AntrÀge bis September
Veröffentlicht am: 17.10.2026 um 01:00 Uhr | dts-nachrichtenagentur, AD HOC NEWSVerfahren erreichen neuen Zwischenstand
- Bis Ende September 2026 registrierte das Bundesamt 14.977 AntrÀge auf Kriegsdienstverweigerung.
- Im gesamten Jahr 2025 waren 3.879 AntrÀge eingegangen.
- Bis Ende Juni 2026 hatte die Behörde 5.862 AntrÀge gemeldet.
- Die AntrĂ€ge werden beim Bundesamt fĂŒr das Personalmanagement der Bundeswehr eingereicht und weitergeleitet.
Bundesamt registriert 14.977 AntrÀge bis September
Von Januar bis Ende September 2026 sind in Deutschland 14.977 AntrĂ€ge auf Kriegsdienstverweigerung beim Bundesamt fĂŒr Familie und zivilgesellschaftliche Aufgaben eingegangen. Damit liegt die Zahl bereits fast viermal höher als im gesamten Jahr 2025, in dem die Behörde 3.879 AntrĂ€ge registrierte.
Starker Anstieg im dritten Quartal
Bis Ende Juni hatte das Bundesamt 5.862 AntrÀge gemeldet. Zwischen Ende Juni und Ende September kamen somit 9.115 weitere AntrÀge hinzu.
Neue Regelung erfasst alle 18-JĂ€hrigen
Die Sprecherin des Bundesamtes verwies auf die gesetzliche Regelung, wonach AntrĂ€ge beim Bundesamt fĂŒr das Personalmanagement der Bundeswehr eingereicht und von dort weitergeleitet werden. Der starke Anstieg steht offenbar im Zusammenhang mit dem zum Jahresanfang in Kraft getretenen neuen Wehrdienstgesetz.
Das Gesetz regelt unter anderem den Versand von Fragebögen der Bundeswehr an alle 18-JĂ€hrigen. Die gröĂere Zahl von Kontaktaufnahmen mit potenziellen Wehrdienstleistenden fĂ€llt damit zeitlich mit dem deutlichen Anstieg der AntrĂ€ge auf Kriegsdienstverweigerung zusammen.
Die Entwicklung markiert eine deutliche Verschiebung gegenĂŒber den Vorjahren. Bis Ende September gingen beim Bundesamt fĂŒr Familie und zivilgesellschaftliche Aufgaben bereits 14.977 AntrĂ€ge ein â fast viermal so viele wie im gesamten Jahr 2025. Allein zwischen Ende Juni und Ende September kamen damit 9.115 weitere AntrĂ€ge hinzu.
Der zeitliche Zusammenhang mit dem neuen Wehrdienstgesetz ist zentral. Die seit Jahresbeginn geltende Regelung sieht unter anderem vor, dass die Bundeswehr Fragebögen an alle 18-JĂ€hrigen verschickt. Dadurch werden junge Menschen frĂŒher und breiter mit der Frage eines möglichen Wehrdienstes konfrontiert. Die Antragzahlen zeigen, dass diese neue Ansprache auch die Auseinandersetzung mit dem Recht auf Kriegsdienstverweigerung verstĂ€rkt.
Mehr AntrÀge, mehr Verwaltungsaufwand
FĂŒr die Behörden bedeutet der Anstieg eine erhebliche zusĂ€tzliche Belastung. Die Verfahren laufen ĂŒber das Bundesamt fĂŒr das Personalmanagement der Bundeswehr, das die AntrĂ€ge an das Bundesamt fĂŒr Familie und zivilgesellschaftliche Aufgaben weiterleitet. Entscheidend ist deshalb nicht nur die Zahl der EingĂ€nge, sondern auch, wie schnell die Verfahren bearbeitet werden können.
Politisch fĂ€llt der Anstieg in eine Phase, in der Deutschland seine militĂ€rischen Strukturen neu ordnet und die Reserve stĂ€rker einbinden will. FĂŒr Betroffene bleibt das Grundrecht auf Kriegsdienstverweigerung bestehen; zugleich dĂŒrfte die konkrete Umsetzung des neuen Wehrdienstmodells maĂgeblich beeinflussen, wie viele weitere AntrĂ€ge in den kommenden Monaten eingehen.
