Sicherheitsexpertinnen, Zeitenwende-Politik

Sicherheitsexpertinnen halten Zeitenwende-Politik fĂŒr defizitĂ€r

11.10.2024 - 06:30:23 | dts-nachrichtenagentur.de

Kurz vor dem Besuch des ukrainischen PrĂ€sidenten Wolodimir Selenski in Berlin ĂŒben renommierte Sicherheitsexpertinnen fundamentale Kritik an der Zeitenwende-Politik von Kanzler Olaf Scholz (SPD).

FeldjĂ€ger (Archiv) - Foto: ĂŒber dts Nachrichtenagentur
FeldjĂ€ger (Archiv) - Foto: ĂŒber dts Nachrichtenagentur
"Anfangs revolutionĂ€r, dann zunehmend evolutionĂ€r und nun vor allem defizitĂ€r - so lĂ€sst sich eine Bestandsaufnahme der Außen- und Sicherheitspolitik der Ampelkoalition drei Jahre nach Amtsantritt und knapp ein Jahr vor der Bundestagswahl zusammenfassen", schreiben die MilitĂ€rexpertinnen Jana Puglierin und Claudia Major in einem gemeinsamen Gastbeitrag fĂŒr das "Handelsblatt". Auf die Zeitenwende-Rede von Bundeskanzler Olaf Scholz im Februar 2022 folgten zwar eine Reihe an Entscheidungen, die gemessen an dem, wo Deutschland vor dem russischen Angriffskrieg gestanden habe, einer Revolution gleichgekommen seien. "Dazu gehören die Waffenlieferungen an die Ukraine und die permanente Stationierung einer deutschen Brigade in Litauen genauso wie die Entscheidung, die EnergieabhĂ€ngigkeit von Russland zu beenden."

Doch je lĂ€nger der Krieg gegen die Ukraine andauerte, ohne dass Russland in grĂ¶ĂŸerem Maße weiteres Territorium erobern konnte, desto stĂ€rker sei in Berlin das Bewusstsein fĂŒr die Dringlichkeit der Reformen geschwunden - oder sogar fĂŒr deren Notwendigkeit, so die MilitĂ€rexpertinnen. Die Zeitenwende sei zu einem Projekt unter vielen geworden, das möglichst unbemerkt vom BĂŒrger und ohne grĂ¶ĂŸere Einbußen habe umgesetzt werden sollen. "Zu einer signifikanten Erhöhung des regulĂ€ren Verteidigungshaushalts, die die Transformation der Bundeswehr zur schlagkrĂ€ftigen Armee erst nachhaltig machen wĂŒrde, konnte sich die Regierung bei den Haushaltsverhandlungen bis jetzt nicht durchringen", schreiben Puglierin und Major. Die Erhöhung der Verteidigungsausgaben speise sich aus dem Sondervermögen, das 2028 ausgegeben sein werde. "Wie oder ob die sicherheitspolitische Zeitenwende dann weiter finanziert werden soll, ist unklar. Viele in der Bundeswehr befĂŒrchten mittlerweile, dass die Zeitenwende schon wieder abgesagt wurde, bevor sie bei der Truppe ĂŒberhaupt ankommen konnte", so die Expertinnen. Jana Puglierin ist Leiterin des Think-Tanks European Council on Foreign Relations (ECFR) in Berlin; Claudia Major ist Forschungsgruppenleiterin fĂŒr Sicherheitspolitik der Stiftung Wissenschaft und Politik (SWP) in Berlin.

So schÀtzen die Börsenprofis Aktien ein!

<b>So schÀtzen die Börsenprofis Aktien ein!</b>
Seit 2005 liefert der Börsenbrief trading-notes verlĂ€ssliche Anlage-Empfehlungen – dreimal pro Woche, direkt ins Postfach. 100% kostenlos. 100% Expertenwissen. Trage einfach deine E-Mail Adresse ein und verpasse ab heute keine Top-Chance mehr. Jetzt abonnieren.
FĂŒr. Immer. Kostenlos.
de | politik | 65911378 |