Ministerium, Grenzkontrollen

Ministerium: Grenzkontrollen 'gezielt', nicht flÀchendeckend

15.09.2024 - 14:49:03

Kurz vor der Ausweitung der Grenzkontrollen hat das Bundesinnenministerium weitere Details zu den geplanten Maßnahmen bekannt gegeben.

Es solle "keine flĂ€chendeckenden, sondern gezielte Kontrollen" geben, "um grenzĂŒberschreitende KriminalitĂ€t zu bekĂ€mpfen und die irregulĂ€re Migration weiter zu begrenzen", erklĂ€rte das Ministerium. Die Bundespolizei werde die Kontrollen "flexibel und je nach den aktuellen Sicherheitserfordernissen vornehmen". Umfang, Dauer und konkrete Orte fĂŒr die Kontrollen hingen davon ab.

Bundesinnenministerin Nancy Faeser (SPD) betonte, dass Deutschland "weiterhin eng abgestimmt" mit seinen Nachbarstaaten agieren und dafĂŒr sorgen werde, "dass die Menschen in den Grenzregionen, Pendler, Handel und Wirtschaft so wenig wie möglich von den Kontrollen beeintrĂ€chtigt" wĂŒrden.

Der "Bild am Sonntag" sagte sie, dass es keine langen Staus geben werde. Dennoch könnten BeeintrĂ€chtigungen nicht ausgeschlossen werden, hieß es aus ihrem Ministerium. Reisende und Pendler sollten bei GrenzĂŒbertritt ein IdentitĂ€tsdokument wie einen Personalausweis oder Reisepass mitfĂŒhren.

Grenzkontrollen zunĂ€chst fĂŒr sechs Monate

Die Innenministerin hatte angeordnet, dass es ab diesem Montag an allen deutschen Landgrenzen Grenzkontrollen geben soll, um die Zahl unerlaubter Einreisen stĂ€rker einzudĂ€mmen. Die zusĂ€tzlichen Kontrollen sollen zunĂ€chst sechs Monate andauern. Das betrifft Frankreich, DĂ€nemark, Belgien, die Niederlande und Luxemburg. An den Grenzen zu Österreich, Polen, Tschechien und der Schweiz gibt es solche Kontrollen schon. Auch an der Grenze zu Frankreich wurde zuletzt bereits kontrolliert, was die Bundesregierung unter anderem mit den Olympischen Spielen begrĂŒndete. Kritik an den ausgeweiteten Kontrollen, die im Schengen-Raum nur in AusnahmefĂ€llen vorgesehen sind, kam bereits aus mehreren europĂ€ischen LĂ€ndern, darunter Polen, DĂ€nemark und Griechenland.

@ dpa.de