LĂ€nder, ZDF-Fernsehrat

LĂ€nder beraten - ZDF-Fernsehrat warnt vor dem Verlust von Sendern

26.09.2024 - 14:48:55

Kurz vor einem erwarteten wichtigen Schritt der LĂ€nder bei der Rundfunkreform schaltet sich der ZDF-Fernsehrat ein und warnt vor einer Streichung von Sendern.

Die Vorsitzende des Senderkontrollgremiums, Gerda Hasselfeldt, teilte der Deutschen Presse-Agentur mit: "Die ReformplĂ€ne dĂŒrfen keinesfalls zu QualitĂ€tseinbußen im Angebot fĂŒhren." Die 74-JĂ€hrige ergĂ€nzte: "Eine Streichung von Sendern verschlechtert das Angebot und damit auch die Akzeptanz. Deshalb dĂŒrfen die vielen Menschen, die weiter linear fernsehen, nicht abgehĂ€ngt werden."

Hasselfeldt, ehemalige Bundesministerin und frĂŒhere CSU-Bundestagspolitikerin, hob zudem hervor, mit dem Erfolg insbesondere bei JĂŒngeren förderten die Spartensender ZDFinfo, ZDFneo und der Kindersender KiKA den Dialog zwischen Generationen. Die Partnersender Phoenix, 3sat und Arte stehen demnach fĂŒr politische, kulturelle oder gesellschaftliche Bildung und fĂŒr die europĂ€ische Integration. "Die ZDF-Programmfamilie erfĂŒllt damit den gesetzlichen Programmauftrag auf vorbildliche Weise. Eine zunehmend differenzierte Gesellschaft braucht ein auf die unterschiedlichen Zielgruppen zugeschnittenes Angebot", ergĂ€nzte die Fernsehratschefin.

Was die LĂ€nder planen

Hasselfeldt meldete sich kurz vor einem wichtigen Schritt der LÀnder zu Wort. Es wird damit gerechnet, dass noch diese Woche ein Entwurf der Rundfunkreform in die Online-Anhörung gegeben wird. Zuvor wollten sich noch die LÀnderchefs treffen, um offene Fragen zu besprechen. Ein Knackpunkt ist die Frage nach einer Rundfunkbeitragserhöhung.

Die LĂ€nder wollen mit der Reform der StaatsvertrĂ€ge fĂŒr die öffentlich-rechtlichen HĂ€user effizientere Strukturen schaffen. Dazu zĂ€hlt nach LĂ€nderansicht auch die Reduzierung von Spartensendern. Dabei soll es den Sendern ĂŒberlassen bleiben, ob sie die Ausstrahlung im fortlaufenden Programm einstellen und das Angebot ins Netz ĂŒberfĂŒhren oder ob sie Angebote komplett streichen. Die öffentlich-rechtlichen Sender bieten unter anderem diese Spartensender an: Tagesschau24 (ARD), Phoenix (ARD und ZDF), KiKa (ARD und ZDF), ZDFinfo (ZDF), ZDFneo (ZDF), ARD alpha (ARD) und One (ARD).

Die LÀnder beschreiben in StaatsvertrÀgen den Auftrag und die Struktur des Rundfunks. Beim konkreten Programm der Sender darf die Politik nicht mitsprechen. Das ist verfassungsrechtlich mit der Rundfunk- und Pressefreiheit gesichert.

Der Fernsehrat des ZDF setzt sich aus 60 Vertretern verschiedener gesellschaftlicher Gruppen zusammen. Er ĂŒberwacht das Programm, genehmigt den vom Verwaltungsrat beschlossenen Haushalt des Senders und wĂ€hlt den Intendanten oder die Intendantin des öffentlich-rechtlichen ZDF.

@ dpa.de