Parteikreise, Haseloff

Parteikreise: Haseloff macht Weg fĂŒr Nachfolger frei

07.08.2025 - 12:20:44

Lange wurde spekuliert - nun ist klar, mit wem die CDU in Sachsen-Anhalt im nÀchsten Jahr in die Landtagswahl 2026 geht. Wirtschaftsminister Sven Schulze will MinisterprÀsident werden.

Der dienstÀlteste MinisterprÀsident Deutschlands macht Schluss: Sachsen-Anhalts Regierungschef Reiner Haseloff (71) tritt zur Landtagswahl 2026 nicht erneut als CDU-Spitzenkandidat an. Stattdessen will Wirtschaftsminister und CDU-Landeschef Sven Schulze (46) kandidieren, wie die Deutsche Presse-Agentur aus Parteikreisen erfuhr.

In Sachsen-Anhalt wird am 6. September 2026 ein neuer Landtag gewĂ€hlt. Haseloff ist seit 2011 MinisterprĂ€sident. ZunĂ€chst fĂŒhrte er ein schwarz-rotes BĂŒndnis, dann eine schwarz-rot-grĂŒne Koalition und seit 2021 regieren in Sachsen-Anhalt CDU, SPD und FDP gemeinsam.

Schulze ist seit 2021 CDU-Landeschef und seitdem auch Minister fĂŒr Wirtschaft, Tourismus, Landwirtschaft und Forsten in Haseloffs Kabinett. Der Mann aus dem Harz war zuvor Abgeordneter im EuropĂ€ischen Parlament.

Laute Stimme fĂŒr den Osten

Haseloff hat sich in den vergangenen Jahren als laute Stimme fĂŒr den Osten einen Namen gemacht. Zuletzt war er nach der Bundestagswahl sogar als möglicher Bundesminister gehandelt worden. Zu DDR-Zeiten war Haseloff einst in der Umweltforschung tĂ€tig, nach der Wiedervereinigung ĂŒbernahm er mehrere FĂŒhrungspositionen: Arbeitsamtsdirektor, StaatssekretĂ€r, Wirtschaftsminister und ab 2011 schließlich MinisterprĂ€sident in Magdeburg.

Eigentlich hatte Haseloff bereits im Jahr 2021 Schluss machen wollen. Doch er trat noch einmal an. Er war in der Corona-Zeit als sicht- und hörbarer Manager aufgetreten, erklĂ€rte die Politik der Landesregierung ausfĂŒhrlich in online ĂŒbertragenen Pressekonferenzen. Im Ringen um einen Kompromiss beim Kohleausstieg trat der Wittenberger immer wieder vor Kameras in Berlin und wollte so möglichst viel fĂŒr das Mitteldeutsche Revier herausholen.

Deutlicher Sieg 2021

Seinen damals als Nachfolger gehandelten Innenminister Holger Stahlknecht entließ er kurz nach der VerkĂŒndung seiner erneuten Kandidatur. Stahlknecht hatte in einem Zeitungsinterview ĂŒber ein Scheitern der damaligen schwarz-rot-grĂŒnen Koalition spekuliert und eine anschließende CDU-Minderheitsregierung bis zur regulĂ€ren Landtagswahl ins Spiel gebracht.

Mit einem unerwartet deutlichen Wahlsieg bei der Landtagswahl verwies die CDU mit Haseloff an der Spitze die lange gleichauf liegende AfD in die Schranken. Damals war die CDU auf 37,1 Prozent der Stimmen gekommen und die AfD auf 20,8 Prozent. Doch die VerhÀltnisse haben sich inzwischen umgekehrt: Bei der Bundestagswahl im Februar hatte die AfD mit 37,1 Prozent der Zweitstimmen im Land die CDU deutlich hinter sich gelassen. Die Christdemokraten waren auf 19,2 Prozent gekommen.

@ dpa.de