Elif Eralp, Rot-Grün-Rot Berlin

Lauterbach rät SPD zum Ausstieg aus Rot-Grün-Rot in Berlin

Veröffentlicht am: 29.10.2026 um 14:45 Uhr | dts-nachrichtenagentur, AD HOC NEWS
Karl Lauterbach hält Elif Eralp wegen ihrer geäußerten Sicherheitsbedenken nicht mehr für tragbar als mögliche Regierende Bürgermeisterin. Grünen-Chef Felix Banaszak fordert Schutz für Eralp, verlangt von der Berliner Linken aber ebenfalls eine klare Abgrenzung von radikalen Strukturen.

Reaktionen auf Eralps Sicherheitsbedenken

  • Karl Lauterbach rät der SPD, von einem Bündnis mit der Berliner Linkspartei Abstand zu nehmen.
  • Felix Banaszak fordert Schutz für Eralp und zugleich eine klare Abgrenzung der Linken von radikalen Strukturen.
  • Lauterbach verlangt mehr Einsatz gegen extremistische und kriminelle Strukturen in Berlin.
Karl Lauterbach (Archiv) - Bild: via dts Nachrichtenagentur

Lauterbach stellt Berliner Bündnis infrage

Der frühere Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) rät seiner Partei, die Gespräche über ein rot-grün-rotes Bündnis in Berlin mit der Linkspartei nicht fortzusetzen. Anlass ist eine Recherche des „Spiegels“ über Sicherheitsbedenken der Berliner Linken-Spitzenkandidatin Elif Eralp gegenüber Terrorsympathisanten.

Lauterbach sagte dem „Spiegel“, er halte Eralp nicht mehr für tragbar als mögliche Regierende Bürgermeisterin von Berlin und rate der SPD, von dem Bündnis Abstand zu nehmen.

Kritik an Eralps Eignung

Der SPD-Bundestagsabgeordnete erklärte, niemandem könne ein Vorwurf gemacht werden, wenn er wegen persönlicher Risiken Angst habe. Wer ein politisches Amt anstrebe, müsse aus seiner Sicht jedoch ohne Angst vor Menschen handeln können, die den Staat und seine Autorität bedrohten.

Lauterbach forderte zugleich mehr Einsatz der Berliner Politik gegen extremistische und kriminelle Strukturen. Staatliche Repräsentanten dürften nicht vor denjenigen Angst haben, vor denen sie die Bürger schützen müssten.

Banaszak nimmt Eralp in Schutz

Grünen-Chef Felix Banaszak äußerte Mitgefühl für Eralp. Er bezeichnete es als schockierend, dass sie als mögliche künftige Regierende Bürgermeisterin aus Sorge um ihre Sicherheit und die ihrer Familie in einem Interview die Gefahr nicht klar benennen könne.

Banaszak nahm zugleich die Berliner Linke in die Pflicht. Radikale Tendenzen in den eigenen Reihen dürften nicht relativiert werden; auch Verbindungen entsprechender Milieus in die Partei müssten klar und konsequent behandelt werden.

Offene Fragen an die Berliner Linke

Nach Banaszaks Darstellung sind bislang offene Fragen der Berliner Linken zu dem Komplex nicht beantwortet. Den Umgang der Partei mit den Vorwürfen bezeichnete er als ernüchternd.

Die Debatte berührt die laufenden Gespräche über ein mögliches rot-grün-rotes Bündnis in Berlin. Im Zentrum steht die Frage, welche politischen und persönlichen Voraussetzungen eine Spitzenkandidatin für das Amt der Regierenden Bürgermeisterin erfüllen muss.

Elif Eralp hatte sich in internen Anmerkungen zu einem Interview besorgt über mögliche Personen mit Verbindungen zur Hamas und über Risiken für ihre Familie gezeigt. Damit verbindet sich eine sicherheitspolitische und parteipolitische Kontroverse: Einerseits geht es um den Schutz politisch engagierter Menschen vor extremistischen oder kriminellen Bedrohungen, andererseits um die Erwartung, dass künftige Regierungsmitglieder staatliche Autorität gegenüber solchen Strukturen vertreten.

Folgen für die Koalitionsgespräche

Lauterbachs Forderung erhöht den Druck auf die SPD, bevor sie sich an einem Bündnis mit der Berliner Linken beteiligt. Banaszak stellte zugleich klar, dass die Bedrohung politischer Akteure ernst genommen werden müsse, verband dies aber mit der Forderung nach einer eindeutigen Abgrenzung der Linken von radikalen Milieus.

Für die weiteren Gespräche dürfte entscheidend sein, wie die Berliner Linke offene Fragen zu den angesprochenen Verbindungen beantwortet und welche Maßnahmen gegen extremistische sowie organisierte kriminelle Strukturen sie unterstützt. Der Vorgang macht damit nicht nur Eralps persönliche Sicherheitslage, sondern auch den Umgang der Parteien mit Antisemitismus, politischer Einschüchterung und innerparteilichen Abgrenzungen zum Thema.

Pressespiegel: Einigkeit, Unterschiede und offene Fragen

Euronews: „Angst vor Hamas-Sympathisanten: Linken-Politikerin Eralp unter Druck“ (29.10.2026)

Der Beitrag schildert die internen Anmerkungen, in denen Eralp Sorge vor Personen mit Verbindungen zur Hamas und um die Sicherheit ihrer Familie geäußert haben soll. Im Mittelpunkt steht damit die persönliche Bedrohungslage, während die parteipolitischen Konsequenzen weniger stark herausgestellt werden.

taz: „Bericht des „Spiegels“: Elif Eralp hat Angst“ (29.10.2026)

Die taz konzentriert sich auf den Bericht über Eralps Angst vor Hamas-Sympathisanten. Der Schwerpunkt liegt auf der Veröffentlichung des internen Dokuments; die politische Forderung nach einem Ende der Koalitionsgespräche steht nicht im Zentrum.

taz: „Eralp reagiert auf „Spiegel“-Bericht: Elif Eralp will sich „von niemandem einschüchtern lassen““ (29.10.2026)

Der Beitrag ergänzt die Debatte um Eralps öffentliche Reaktion bei der konstituierenden Sitzung des Berliner Abgeordnetenhauses. Damit rückt neben der Kritik an der Linken auch Eralps eigener Umgang mit den Vorwürfen und Sicherheitsbedenken in den Vordergrund.

Gemeinsam ist den Beiträgen die Darstellung einer politischen und persönlichen Belastung Eralps. Unterschiede ergeben sich beim Schwerpunkt zwischen Bedrohungslage, veröffentlichten internen Notizen und Eralps Reaktion; offen bleibt vor allem die politische Konsequenz für das mögliche Bündnis.

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