Lennart Karl trifft für Bayern und sorgt in Madrid für Wirbel
Veröffentlicht am: 04.11.2026 um 04:44 Uhr | dpa, AD HOC NEWSKarls Rolle im Münchner Auswärtssieg
- Der 18-Jährige erzielte in der 54. Minute bei Atlético Madrid das 1:0 für Bayern.
- Konrad Laimer erhöhte in der 74. Minute zum 2:0-Endstand.
- Aaron Danks setzte Karl wegen des personellen Notstands in Bayerns Offensive in die Startelf.
Lennart Karl trifft in Madrid und provoziert mit Jubel
Auf die Debatte um seine Person hat Lennart Karl beim 2:0 des FC Bayern München in der Champions League bei Atlético Madrid sportlich geantwortet. Der 18-Jährige erzielte die Führung und sorgte anschließend mit einer Blabla-Geste erneut für Gesprächsstoff.
Freches Tor bringt Bayern auf Kurs
Karl luchste Atlético-Verteidiger Robin Le Normand im Strafraum den Ball ab und lupfte ihn in der 54. Minute über Torwart Jan Oblak ins Netz. Nach dem Treffer feierte er zunächst mit seinen Teamkollegen, bevor er sich die Hände an die Ohren hielt und eine Blabla-Geste machte.
Die Geste wurde als Aufforderung verstanden, weiter über ihn zu reden. In den vergangenen Wochen hatten Bayern-Ehrenpräsident Uli Hoeneß und Sportvorstand Max Eberl mehr Demut beziehungsweise Konzentration auf den Fußball angemahnt.
Bayern hält sich beim Jubel zurück
Eberl lobte Karl für seine Mitarbeit und das Tor, wollte die Geste aber nicht bewerten. Er sagte, er habe sie ehrlich gesagt gar nicht gesehen.
Cheftrainer Vincent Kompany wurde erneut von seinem Assistenten Aaron Danks vertreten. Wegen des personellen Notstands in der Offensive stellte Danks Karl von Beginn an auf und bescheinigte ihm Charakter, mentale Stärke und eine großartige Leistung.
Neuer und Laimer nehmen Karl in Schutz
Kapitän Manuel Neuer bezeichnete Karl als wichtigen Bestandteil der Gruppe und sah keinen weiteren Gesprächsbedarf. Konrad Laimer, der in der 74. Minute das 2:0 erzielte und zum besten Spieler der Partie gewählt wurde, verwies auf Karls junges Alter, seine harte Arbeit und seinen guten Weg.
Der frühere Weltmeister Mats Hummels kritisierte die Jubelgeste als Experte bei Amazon Prime. Er sagte, solche Gesten seien inzwischen zu häufig zu sehen, und verwies darauf, dass bereits Kinder sie nachahmten.
Lennart Karls Tor in Madrid fällt in eine Phase, in der der 18-Jährige beim FC Bayern erstmals deutlich stärker öffentlich bewertet wird. Nach seinem schnellen Aufstieg in der vergangenen Saison rückte zuletzt weniger seine sportliche Entwicklung als sein Auftreten in den Mittelpunkt. Die Hinweise von Uli Hoeneß und Max Eberl zielten dabei auf Demut, Konzentration und den Umgang mit Aufmerksamkeit.
Sportlich verschärfte die angespannte Personalsituation in Bayerns Offensive Karls Bedeutung. Mehrere Angreifer fehlten, sodass der Teenager in Madrid von Beginn an spielte. Sein Treffer zum 1:0 war erst sein zweites Pflichtspieltor der Saison und wurde damit zu einem unmittelbaren Beitrag zum 2:0-Auswärtssieg.
Jubel als Teil der Debatte
Die Blabla-Geste verlängert die Diskussion über Karls Rolle, obwohl seine Mitspieler vor allem seine Arbeit und seine mentale Stärke hervorhoben. Der Vorgang zeigt den besonderen Spagat junger Profis: Sie sollen sportlich Verantwortung übernehmen, während jede öffentliche Geste sofort bewertet wird.
Für Bayern zählt nun, den sportlichen Ertrag des Abends in den Vordergrund zu stellen. Karl hat seine Chance genutzt; zugleich bleibt der Umgang mit Kritik und Aufmerksamkeit ein Entwicklungsthema. Die Reaktionen aus Mannschaft und Verein deuten darauf, dass der Klub den Spieler sportlich stützen und die Debatte nicht weiter anheizen will.
Pressespiegel: Einigkeit, Unterschiede und offene Fragen
n-tv: „Es bleibt turbulent: Lennart Karl begegnet der Wut“ (03.11.2026)
Der Beitrag stellt Karls Tor und die anschließende Geste in den Mittelpunkt. Anders als die dpa-Meldung betont er zusätzlich die verletzungsbedingten Ausfälle, die Karls Startelfeinsatz begünstigten.
ZDFheute: „Champions League: Bayern feiert Auswärtssieg bei Atletico Madrid“ (03.11.2026)
Das ZDFheute-Stück ordnet den Abend stärker über das Ergebnis ein und nennt Karl sowie Konrad Laimer als Torschützen. Damit bestätigt es den sportlichen Kern, während die persönliche Debatte um Karls Jubel weniger Raum erhält.
Übereinstimmend steht der Münchner 2:0-Sieg im Zentrum. Unterschiede gibt es vor allem bei der Gewichtung: Während Karls Auftreten und die Debatte darüber hervorgehoben werden, rückt der andere Beitrag stärker das Resultat und den Spielverlauf in den Vordergrund.
