Dietmar Bartsch

Linke im Bundestag: Bundesregierung hat wochenlang die Gefahr durch Corona unterschÀtzt

01.03.2020 - 05:01:33 | ad-hoc-news.de

Die Bundestagsfraktion der Linken kritisiert scharf die Reaktion der Bundesregierung auf die drohenden Corona-Epidemie. Diese sei vollkommen unzureichend, so Fraktionschef Dietmar Bartsch.

Dietmar Bartsch - Foto: ĂŒber dts Nachrichtenagentur
Der Linkenpolitiker Bartsch Ă€ußerte sich gegenĂŒber dem Redaktionsnetzwerk Deutschland, dessen Zeitungen darĂŒber in ihren Sonntagausgaben berichten. Das Krisenmanagement des Gesundheitsministers Jens Spahn und der gesamten Bundesregierung sei in Bezug auf die Gefahren durch das Coronavirus vollkommen unzureichend, so Bartsch gegenĂŒber der Presse. Man habe die Entwicklung wochenlang unterschĂ€tzt. Die mangelnde Kommunikation verunsichere die BĂŒrgerinnen und BĂŒrger zusĂ€tzlich. Doch auch die getroffenen Maßnahmen seien ungenĂŒgend. Konkret kritisiert Bartsch die fehlenden VorrĂ€te an SanitĂ€r- und Medizinprodukten. So könne es nicht sein, dass Atemschutzmasken und Desinfektionsmittel flĂ€chendeckend ausverkauft sind, obgleich man von der Corona-Krise schon seit Dezember aus China wisse, sagte der Vertreter der Linken dem RND. Er verwies auf die Erwartung in der Bevölkerung, dass fĂŒr so einen Katastrophenfall zentrale Lager mit entsprechenden VorrĂ€ten existieren. So sollte es Hygiene- und Desinfektionsmittel ĂŒberall auf die BundeslĂ€nder verteilt geben, damit man die Bevölkerung beim Risiko einer Epidemie versorgen könne. Es sei nun die Aufgabe des Gesundheitsministers, in Abstimmung mit seinen Kollegen aus den LĂ€ndern sicherzustellen, dass es die betreffenden Hygiene- und Desinfektionsmittel umgehend wieder flĂ€chendeckend gebe, so Bartsch.

Die Fraktion der Linken rĂŒgt den Gesundheitsminister Spahn vor allem dafĂŒr, dass er nach der klaren Feststellung, dass auf Deutschland eine Epidemie zurollt, zu wenig wirklich konkrete Maßnahmen eingeleitet habe. Laut Bartsch hĂ€tten viele andere LĂ€nder deutlich entschlossener auf die Gefahr durch das Corona-Virus reagiert. Er erwarte nun, so Bartsch, dass der Minister den BĂŒrgerinnen und BĂŒrgern erklĂ€rt, wie die EindĂ€mmung bei steigenden Fallzahlen praktisch erfolgen soll. Die Informationspolitik der Bevölkerung bezeichnet Bartsch als desaströs. Gerade Menschen mit einer Vorerkrankung, die zum tödlichen Verlauf der Virusinfektion fĂŒhren kann, sollten nach seiner Auffassung genau informiert werden, wie sie sich nun verhalten sollten. Als einen weiteren unerlĂ€sslichen Schritt fordert Bartsch einen obligatorischen Test aller Personen, die in den vergangenen Wochen in den bekannten Risikogebieten außerhalb Deutschlands waren. Die sogenannten Aussteigerkarten, die nach einem Beschluss des Krisenstabes fĂŒr alle Flug- und Bahnreisen nach und innerhalb von Deutschland ausgefĂŒllt werden mĂŒssen, reichen laut Bartsch nicht aus. Er fordert einen Test auf Corona nach jeder RĂŒckkehr aus einem Risikogebiet – mithin auch aus Italien. Die Bundesregierung solle zudem in Absprache mit ihren europĂ€ischen Partnern die Erforschung eines Corona-Impfstoffes vorantreiben. Nicht zuletzt kritisiert Bartsch scharf die mangelhafte materielle und personelle Ausstattung der zustĂ€ndigen Gesundheits- und Sicherheitsbehörden. Schuld sei die prekĂ€re Sparpolitik der vergangenen Jahre, so der Politiker. Damit sei nun die KrisenreaktionsfĂ€higkeit des deutschen Gesundheitssektors erheblich geschwĂ€cht.

Der Bundesgesundheitsminister Jens Spahn hatte am Samstag eine Beratung mit allen Gesundheitspolitikern aus den Bundestagsfraktionen geleitet, bei der es um die Ausbreitung des Virus ging. Die Beratung fand in Form einer Telefonkonferenz statt, bei der Spahn die Fachkollegen ĂŒber die sehr dynamische Entwicklung der vergangenen drei Tage informiert hatte, wie er selbst im Kurznachrichtendienst Twitter mitteilte. Am Montag (02.03.20) wolle man erneut im Ausschuss fĂŒr Gesundheit zusammenkommen. Spahn verwies auf die Notwendigkeit der parteiĂŒbergreifenden Information angesichts der sehr angespannten Lage.

Redaktion ad-hoc-news.de, A-055824

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